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Wenn der Weg mit dem Rollator zu lang ist

Dann kann der neue Kleinbus der Johanniter-Unfallhilfe für Riesaer Senioren Abhilfe schaffen. Sie haben schon die ersten Ausflugswünsche.

Erst mal richtig von außen betrachten. Diese Senioren von der Begegnungsstätte der Johanniter-Unfallhilfe waren mit dabei, als der neue Kleinbus in Riesa übergeben wurde.
Erst mal richtig von außen betrachten. Diese Senioren von der Begegnungsstätte der Johanniter-Unfallhilfe waren mit dabei, als der neue Kleinbus in Riesa übergeben wurde. © Sebastian Schultz

Riesa-Merzdorf. Erika und Werner Bartsch gehören zu den Bewohnern der ersten Stunde in der "Wohnallee Mittendrin" an der Alleestraße. In ihr ist auch die Begegnungsstätte der Johanniter-Unfallhilfe untergebracht. Als das Haus am 2. Januar 2015 eröffnet wurde, zog das Ehepaar mit als Erstes ein. "Wir sind hier sehr zu frieden und haben es noch keinen Augenblick bereut", sagt die 82-Jährige. Die Wege zum Einkaufen sind relativ kurz. Der Bäcker befindet sich gleich um die Ecke. Und auch die Bushaltestelle ist nicht weit entfernt.

Seit dieser Woche gibt es eine Neuheit, die den rund 60 Wohnallee-Senioren das Leben zusätzlich erleichtert, zumal einige von ihnen mit dem Rollator unterwegs sind. Der Johanniter-Regionalverband Meißen-Mittelsachsen hat sich einen VW-Kleinbus vom Typ Crafter angeschafft. Er soll die Rentner zum Einkaufen in den Riesa-Park, die Innenstadt oder zum Arzt fahren.  

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Die Autos vom Pflegedienst der Johanniter sind dafür zu klein. Da passt kein Rollator rein, geschweige denn ein Rollstuhl. "Aber dieser Bus ist ideal dafür", sagt Steffi Müller. Die Mitarbeiterin der Begegnungsstätte ist eine von mehreren Fahrern. Denn Pflegedienst und Begegnungsstätte sollen das Fahrzeug gemeinsam nutzen. 

Erika und Werner Bartsch und Willi Kügler haben im neuen Kleinbus der Johanniter Platz genommen, gleich hinter der Fahrerin Steffi Müller.
Erika und Werner Bartsch und Willi Kügler haben im neuen Kleinbus der Johanniter Platz genommen, gleich hinter der Fahrerin Steffi Müller. © Sebastian Schultz

"Das ist wirklich eine gute Sache", so Steffi Müller. "Damit haben die älteren Menschen eine Chance, mit uns mobil zu sein." Das sei gerade in Zeiten wie Corona um so wichtiger. "Sie zählen ja zur Risikogruppe", sagt sie. Manche hätten sich schon wie eingesperrt gefühlt, weil sie sich nicht getraut haben, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Doch mit dem Crafter könnten die von den Johannitern betreuten Senioren nun in kleinen Gruppen überall hinfahren, wo sie wollen.

Der erste Ausflug ist bereits für Mittwoch geplant. 23 Leute wollen mit. Der neue Kleinbus, in dem sieben Senioren mitfahren können, soll sie zum Stadtmuseum am Poppitzer Platz bringen. Dort wollen sie das historische Klassenzimmer besuchen, um die Erinnerungen an ihre  Schulzeit zurückzuholen. Sie ist lange her. Einige gingen nach dem Krieg zur Schule. Ein paar haben sogar während des Krieges noch die Schulbank gedrückt. Schon jetzt steht fest, dieser Ausflug wird großartig.

Die Vorfreude auf die neue Mitfahrgelegenheit soll sehr groß gewesen sein, berichtet Steffi Müller. Bereits im Sommer wurde unter den Wohnallee-Bewohnern bekannt, dass sich die Johanniter-Unfallhilfe Meißen-Mittelsachsen so einen Kleinbus für den Standort Riesa anschaffen möchte. Am Stammsitz Coswig fährt schon einer. Rund 17.000 Euro hat der gebrauchte Crafter gekostet. Vorher war er für die Johanniter in Bremen unterwegs.  

René Langanke von den Johannitern will Willi Kügler beim Einsteigen helfen.
René Langanke von den Johannitern will Willi Kügler beim Einsteigen helfen. © Sebastian Schultz

Schon jetzt sammeln die Senioren fleißig Ideen, wohin sie der Bus fahren soll. "Er könnte uns doch einmal in der Woche zum Markt auf den Rathausplatz schaffen", schlägt Willi Kügler vor. Auch die Dahlener Heide sei doch einen Tagesausflug wert. "Sie liegt ja fast vor der Haustür."

Der 84-Jährige ist noch gut zu Fuß, geistig fit und fotografiert den Crafter von außen und innen mit seinem Smartphone. Er lehnt es dankend ab, als ihm Johanniter-Mitarbeiter René Langanke beim Einsteigen in den Bus helfen will. "So alt bin ich nun auch wieder nicht", sagt Willi Kügler. Aber den Bus findet er klasse!    

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