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Havarie gibt weiter Rätsel auf

Am Freitag wurde in Gröditz eine Gasleitung beim Pflügen beschädigt. Die Enso sucht nach der Ursache.

Der Einsatz am Freitag dauerte bis in die Abendstunden. Die Feuerwehren postierten sich an der alten Sporthalle.
Der Einsatz am Freitag dauerte bis in die Abendstunden. Die Feuerwehren postierten sich an der alten Sporthalle. © Freiwillige Feuerwehr Gröditz

Gröditz. Der Traktorfahrer soll ziemlich unter Schock gestanden haben, berichtet die Gröditzer Feuerwehr. Wer rechnet schon damit, auf einem Feld mit einem Pflug eine Gasleitung zu beschädigen? 

Genau das ist einem Traktoristen am Freitagnachmittag auf einem Feld in der Nähe des Eichenhains in Gröditz geschehen. Zahlreiche Feuerwehren waren dorthin ausgerückt, um die Stelle, aus der das Heizgas unkontrolliert ausströmte, weiträumig abzusperren. Aus diesem Grund mussten auch Nachwuchsfußballer des FV Gröditz ihr Training abbrechen. Der Einsatz dauerte bis in die Nacht. (Die SZ berichtete.)

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"Wir können froh sein, dass die Kollegen vom Bereitschaftsdienst so schnell da waren", sagt Nora Weinhold von der Pressestelle der Enso in Dresden. Die Heizgasleitung sei repariert und funktioniere wieder. 650 Haushalte waren von der Havarie betroffen. "Jetzt müssen wir rekonstruieren, wie es zu dem Vorfall kommen konnte", sagt sie. Denn, dass eine Gasleitung auf einem Feld von einem Pflug beschädigt wird, sei selten. 

Gasleitungen liegen 60 Zentimeter tief

Laut Richtlinie der Enso Netz GmbH für Gashausanschlüsse sollen kleinere Gasleitungen mindestens in 70 Zentimeter Tiefe liegen, Mittlere in 80 Zentimeter Tiefe und Größere in einem Meter Tiefe. Es hält sich damit an die Vorgaben der DIN 1998, wonach Gasleitungen im öffentlichen Raum in 60 Zentimeter bis einen Meter tief eingebaut werden sollen. Normale Pflüge dringen allerdings nicht so weit ins Erdreich vor.

Enso-Mitarbeiter haben die Havariestelle in der Nähe der Hirselache noch nicht wieder verfüllt und nach wie vor abgesperrt. "Wir nehmen uns Zeit, die Ursache zu erkunden, eben weil es so ungewöhnlich ist", sagt Nora Weinhold. Die Experten müssen nun klären, ob sich möglicherweise im Erdreich ein Hindernis (z. B. Felsgestein) befand oder vielleicht doch ein Tiefpflug verwendet wurde, ohne die Gasleitung zu beachten. 

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