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Baustelle frustriert Autofahrer

An der Röhrbornbrücke regeln momentan Ampeln den Verkehr - auch nachts. Dafür hat nicht jeder Verständnis.

Diese Baustellenampel sorgt bei manchem Autofahrer für zusätzlichen Pendel-Frust.
Diese Baustellenampel sorgt bei manchem Autofahrer für zusätzlichen Pendel-Frust. © Sebastian Schultz

Riesa. Der Mann am anderen Ende der Leitung hat den Kanal voll. Regelmäßig muss er wegen der Arbeit in Richtung Meißen pendeln. Normalerweise kein größeres Problem mit dem Auto - bis vor einigen Wochen. Schon seit dem Frühjahr ist die Poppitzer Landstraße wegen Brückenbauarbeiten dicht. Und Anfang der Woche kam noch ein neues Übel aus Sicht des Pendlers dazu - und zwar an der Röhrbornmühle. "Jetzt steht da auf der offiziellen Umleitungsstrecke für die gesperrte Poppitzer Landstraße auch noch eine Bauampel. Ich könnte ins Lenkrad beißen."

An der Röhrbornmühle laufen derzeit Sanierungsarbeiten, zeitgleich wird kurz vor Poppitz die komplette Brücke abgebrochen und eine neue errichtet. Es ärgere ihn, dass die beiden Baustellen nicht besser koordiniert wurden, erklärt der Mann. Die Stadt hatte das mit den spät bewilligten Fördergeldern begründet. Eine Verschiebung einer der Maßnahmen - beide laufen voraussichtlich bis Ende Oktober - sei schlicht nicht möglich gewesen.

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Gleichzeitig sei die einseitige Sperrung der Baustelle in jedem Fall nötig, erklärt Stadtsprecher Uwe Päsler noch einmal auf SZ-Nachfrage: Die Gehwege auf der Brücke, im Fachjargon Kappen genannt, müssten sowohl oberhalb als auch unterhalb saniert werden. Es gehe bei der halbseitigen Sperrung schlicht um den Schutz der Arbeiter - und auch der Fußgänger. Ohne Sperrung kann also nicht gebaut werden.

Dafür mag der Pendler Verständnis haben. Er stellt sich allerdings noch zwei Fragen: "Warum rückt man die Ampel nicht beiseite und lässt den Verkehr rollen, wenn gerade keine Arbeiten laufen? Und warum baut man nicht außerhalb der Hauptverkehrszeiten, zum Beispiel auch mal abends?"

Letzteres birgt laut Rathaussprecher Päsler gleich mehrere Probleme. "Ein Verschieben der Arbeit in die Abendstunden bedeutet Arbeit bis zur Dämmerung. Acht Stunden zurück gerechnet wäre das ein Arbeitsbeginn etwa 12 Uhr. Damit würde dennoch der Berufsverkehr nachmittags erfasst, es wäre also wenig hilfreich." Zusätzlich würde Nachtarbeit noch weitere Probleme mit sich bringen: Das fängt bei zusätzlicher Beleuchtung an, geht bei Nachtzuschlägen weiter, die die Arbeit verteuern würden - und führt bis zur Frage der nächtlichen Lärmbelästigung. Denn geräuschlos gehen die Sanierungsarbeiten laut Stadt nicht vonstatten.

Stadt könnte Ampelschaltung überprüfen

Was aber ist mit dem nächtlichen Abschalten der Ampel, wie es immer wieder mal bei Straßenbaustellen praktiziert wird? Auch das sei in diesem Fall nicht möglich, heißt es aus dem Rathaus. Die Geräte müssten durch den Abbau der Geländer und die Absturzsicherung auf der Brücke bleiben - und damit sei auch das Abbauen der Ampel nicht möglich.

Die Stadtverwaltung verteidigt indes die Ampelregelung. "Für einen möglichst flüssigen Verkehrsfluss wurde extra eine vollverkehrsabhängige Lichtsignalanlage aufgebaut", heißt es aus dem Rathaus. Das bedeutet, die Ampel erfasst per Sensor, ob ein Wagen durch die Baustelle fährt. "Detektiert die Anlage nach fünf Sekunden ohne Autos kein weiteres Auto mehr, dann wird umgeschaltet", erläutert Rathaussprecher Uwe Päsler. Diese Zeitlücke sei mehr als ausreichend, selbst für langsame Fahrzeuge. "Es gibt also keine sinnlosen Wartezeiten, obwohl aus der anderen Richtung gar nichts kommt."

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Bei gar keinem oder besonders viel Verkehr wiederum schaltet die Ampel innerhalb eines festgelegten Intervalls um. "Die Mindestgrünzeit beträgt zehn Sekunden, die Maximalgrünzeit 60 Sekunden pro Zufahrt", so Uwe Päsler. Diese beiden Werte ließen sich auch noch anpassen. Das könne unter Umständen auch noch passieren, heißt es aus dem Bauamt. Man wolle jedenfalls prüfen, ob eine Anpassung noch einmal erforderlich ist.

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