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Land-Umverteilung für die B 169

Im Zusammenhang mit dem dritten Bauabschnitt sollen Hunderte Grundstücke den Besitzer wechseln. Der Auftakt dazu steht kurz bevor.

Die B 169 ist die wichtigste Verkehrsader der Region. Doch der dritte Neubauabschnitt von Seerhausen nach Salbitz fehlt bisher.
Die B 169 ist die wichtigste Verkehrsader der Region. Doch der dritte Neubauabschnitt von Seerhausen nach Salbitz fehlt bisher. © Eric Weser

Riesa/Naundorf/Torgau. Ist es ein Vorbote für eine baldige Genehmigung des geplanten B-169-Ausbaus? Zumindest ist es ein Anhaltspunkt, dass sich rund um den dritten Bauabschnitt für die Bundesstraße zwischen Seerhausen und Salbitz im Hintergrund weiter einiges tut: Im Zusammenhang damit soll nämlich jetzt ein sogenanntes Unternehmensflurbereinigungsverfahren starten.

Hinter dem sperrigen Begriff verbirgt sich, etwas vereinfacht gesagt, eine Land-Umverteilung für das Großprojekt ("Unternehmen"). Das aufwendige Verfahren hat mehrere Ziele. Eins ist, Landverluste durch den Straßenbau auf eine größere Zahl von Eigentümern umzuverteilen.

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Arbeit für etliche Jahre

Daneben sollen Nachteile die Landwirtschaft abgemildert werden. Schließlich "frisst" die geplante Trasse nicht nur Agrarflächen. Der Straßenverlauf würde auch Schläge durschneiden – was sie für die Bauern schwerer zu erreichen und zu bewirtschaften macht. Ein Umstand, den Landwirte mit Blick auf die Straßenplanungen schon länger kritisieren. Durch eine Neuaufteilung des Bodens und den von Zuwegungen soll es Abhilfe geben.

Außerdem, so heißt es vom Freistaat Sachsen, sollen über das Verfahren Nachteile des Bauprojekts für Natur und Landschaft verringert werden. Dazu sollen zum Beispiel Bäume gepflanzt oder Gewässer renaturiert werden.

All das muss mit allen Beteiligten besprochen, geplant und umgesetzt werden. Ein Prozess, der sich über etliche Jahre hinziehen kann, zeigen Erfahrungen mit solchen Verfahren, die es in etlichen ländlichen Gemeinden der Region gegeben hat und gibt – etwa in Wülknitz, der Altgemeinde Nauwalde oder der Röderaue.

Im Kreis Nordsachsen, auf dessen Gebiet gut die Hälfte der künftigen B-169-Neubautrasse liegt, ist für die Flurneuordnung ein 1.100-Hektar-Areal rund um Hof und Salbitz mit fast 750 Flurstücken darin abgegrenzt worden. Voraussichtlich 350 Eigentümer werden am Verfahren beteiligt sein, teilt das Landratsamt Nordsachsen mit, dessen Flurbereinigungs-Behörde das Verfahren koordiniert.

Über Details der komplexen Materie will die Behörde demnächst bei Vor-Ort-Terminen aufklären. Auf seiner Webseite hat das Landratsamt zudem vorab Informationen veröffentlicht – vom groben Verfahrensablauf über die Frage der Kostenverteilung bis hin zu Aufgaben, die sich im Laufe für die verschiedenen Beteiligten ergeben werden.

Infotreffen in Turnhalle

Aus den Infos geht auch hervor, dass es demnächst noch ein weiteres Flurbereinigungsverfahren im Kreis Meißen mit Bezug zur neuen B 169 geben wird. Hintergrund ist, dass die östliche Hälfte des dritten Bauabschnitts auf hiesigem Kreisgebiet liegt und sich in diesem Bereich für Bodeneigentümer und Landwirtschaft die gleichen Fragen stellen wie in Nordsachsen. Ein vom Meißner Landratsamt geführtes Flurbereinigungsverfahren dazu ist "in Vorbereitung", heißt es beim Verband für Ländliche Neuordnung Sachsen.

Auf nordsächsischer Seite sollen nun am 26. und 27. Januar die Grundstückseigentümer informiert werden. Trotz Corona-Situation hat das Landratsamt zu Veranstaltungen im Naundorfer Ortsteil Hof eingeladen – unter Einhaltung von Hygieneregeln.

Anfang dieser Woche gab es drei Anmeldungen für die erste Aufklärungsversammlung in der Turnhalle Hof. "Der überwiegende Teil hat bisher von der telefonischen Auskunft im Zusammenhang mit der Online-Aufklärung auf der Internetseite des Landratsamtes Gebrauch gemacht", so ein Sprecher.

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>> Link zu den Online-Informationen beim Landkreis Nordsachsen.

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