merken
PLUS Riesa

Parken in Riesa: So steht die Stadt im Vergleich da

Ab Mitte Oktober gelten in Riesa neue Regeln für Autofahrer. Die fallen in vielerlei Hinsicht großzügiger aus als in den Nachbarstädten.

Momentan laufen in Riesa - hier am Alexander-Puschkin-Platz - die Vorbereitungen zum Aufstellen der neuen Parkautomaten. Rund 400 kostenpflichtige Stellplätze gibt es in der Stadt.
Momentan laufen in Riesa - hier am Alexander-Puschkin-Platz - die Vorbereitungen zum Aufstellen der neuen Parkautomaten. Rund 400 kostenpflichtige Stellplätze gibt es in der Stadt. © Klaus-Dieter Brühl

Riesa. Noch haben Autofahrer in Riesas Innenstadt Glück: Auf den sonst kostenpflichtigen Parkplätzen im Stadtgebiet steht nach wie vor kein Automat. Wer zum Einkaufen oder Arbeiten nach Riesa muss, kann etwa an Elbe und Puschkinplatz kostenlos den Wagen abstellen.

Allzu lang wird das aber wohl nicht mehr der Fall sein: Schon jetzt sind die Standorte der 13 neuen Automaten entsprechend für Bauarbeiten abgesperrt. Die sollen aller Voraussicht nach Mitte Oktober aufgestellt und in Betrieb genommen werden, heißt es aus dem Rathaus.

Anzeige
Halsschmerzen? Hier gibt’s Tipps aus der Apotheke!
Halsschmerzen? Hier gibt’s Tipps aus der Apotheke!

Im Herbst kämpfen viele Menschen mit Viren und Co. Mit den richtigen Maßnahmen wird Schlimmeres verhindert.

Damit werden sich die Autofahrer, wie schon berichtet, auf eine Reihe von Veränderungen einstellen müssen: Am Technikum beispielsweise fällt das Tagesparken weg. Statt für einen Euro am Tag darf der Wagen dann nur noch maximal zwei Stunden lang abgestellt werden. Dafür soll in Zukunft das ganztägige Parken für einen Euro an der Elbe möglich sein, hatte die Stadt angekündigt. "Gebührenfrei bleibt am Elbeparkplatz der linke Bereich zwischen den Zufahrten", so Stadtsprecher Uwe Päsler. Dieser Bereich war schon zuvor kostenfrei - und wird auch rege genutzt.

230 Stellflächen für Tagesparker

Im etwas größeren Bereich Richtung Stadtpark wird dagegen die Ein-Euro-Zone eingerichtet. Zu ihr zählen dann auch die Parkflächen gegenüber den Wohnmobil-Stellplätzen. Im gesamten Stadtgebiet wird es 230 solche Parkplätze mit Tagesgebühr geben - neben der Elbe noch weitere am Käferberg und am Parkplatz vor dem Krankenhaus.

Neu ist aber auch die Kurzzeitparken-Regelung. Die Idee einer Brötchentaste war schon Ende 2020 im Bauausschuss der Stadt rege diskutiert worden. Aber: Das Kurzzeitparken sei nicht nur eine Anregung der Stadträte gewesen, heißt es. Auch der Handels-, Gewerbe- und Verkehrsverein (HGV) und die Werbegemeinschaft Innenstadt (WIR) hätten sich eine solche Regelung gewünscht.

In der Stadtverwaltung hatte es damals auch Bedenken gegeben. Amtsleiter Sebastian Fleck verwies auf schlechte Erfahrungen, die andere Kommunen mit solchen Regelungen gemacht hätten. Versuchen will es die Stadt nun trotzdem: Testweise soll die erste halbe Stunde in einer Zone der Stadt kostenfrei sein. Erst danach werden auf den 160 kostenpflichtigen Parkplätzen im Zentrum 50 Cent pro angefangene halbe Stunde fällig. "Es wird natürlich geprüft, wie sich das Nutzerverhalten entwickelt, wie die Statistik generell ausfällt und ob es womöglich auch Missbrauch gibt", erklärt Uwe Päsler. "Nach einer gewissen Testphase soll dann überlegt werden, ob man die Regelung beibehält oder etwas modifiziert, beispielsweise zeitlich."

Großenhainer Stadtrat lehnte Brötchentaste ab

Die Stadt Großenhain hat die Debatte um kostenloses Kurzzeitparken gerade erst hinter sich. Erst im Juni sei das Thema "Parken und Parkgebühren" auf der Tagesordnung des Stadtrates gewesen, teilt Sprecherin Diana Schulze mit. "Im Zuge der Behandlung der Thematik wurde auch die Einführung einer Brötchentaste diskutiert." Die werde aber auch im Großenhainer Rathaus kritisch gesehen - und sei nach Abwägung auch seitens der Stadträte abgelehnt worden. Zwar sahen auch die Großenhainer die Brötchentaste als Mittel an, den lokalen Einzelhandel zu unterstützen und den sogenannten Parksuchverkehr zu reduzieren.

Die Liste der Nachteile fiel allerdings länger aus: So gingen Einnahmen in Höhe von bis zu 1.000 Euro pro Monat verloren - mehr als ein Fünftel der Gesamteinnahmen. Kosten für Wartung und Leerung blieben dagegen gleich; außerdem erhöhe sich auch der Kontrollaufwand, um Missbrauch zu verhindern. Problematisch aus Sicht der Großenhainer Verwaltung war auch, dass die erst kürzlich neu angeschafften Automaten entsprechend umzurüsten wären.

Stattdessen hatte sich Großenhain entschieden, im Juli auf das Erheben von Parkgebühren zu verzichten. Mit der Parkscheibe im Auto konnte in dieser Zeit für zwei Stunden der Wagen abgestellt und eingekauft werden. "Dieser Nachlass sollte der Stärkung des Einzelhandels, der Gastronomiebranche sowie der kulturellen Angebote dienen, welche durch die pandemiebedingten Schließungen der Lockdown-Monate stark belastet waren", erklärt Schulze.

Was die Höhe der Parkgebühren angeht, unterscheiden sich die Städte im Landkreis nur im Detail. Üblich sind 50 Cent pro halbe Stunde. Während in Riesa das ganztägige Parken einen Euro kostet, fallen die Gebühren dafür in Meißen höher aus: Für fünf Euro lässt sich dort ein Tagesticket lösen. In Großenhain gibt es so eine Regelung nicht. Dafür seien rund 780 Parkplätze in der Innenstadt und angrenzenden Bereichen gebührenfrei. Demgegenüber stehen 170 kostenpflichtige Parkplätze.

Mehr zum Thema Riesa