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Impfstoff-Pleite trifft Wacker Nünchritz

Das Unternehmen wollte den Corona-Impfstoff auch in Sachsen produzieren, falls Curevac ein Erfolg wird. Stillstand gibt es trotzdem nicht.

Im Chemiewerk Nünchritz wird zurzeit viel gebaut. Ein weiteres Bauvorhaben liegt aber erstmal auf Eis.
Im Chemiewerk Nünchritz wird zurzeit viel gebaut. Ein weiteres Bauvorhaben liegt aber erstmal auf Eis. © Jörg Richter

Frankfurt a.M./Nünchritz. Die Anleger an der Börse haben schnell auf die Nachricht reagiert, dass der Corona-Impfstoff von Curevac nur eine geringe Wirksamkeit hat. Am Donnerstag rutschen die Aktien der Biotechfirma in den Keller. Und auch die Papiere der Unternehmen Bayer und Wacker Chemie büßten an Wert ein. Die Aktie des Münchner Chemiekonzerns Wacker, dessen zweitgrößtes Werk in Nünchritz steht, verlor 6,4 Prozent. Das berichten mehrere Medien.

Doch das Nünchritzer Chemiewerk ist auch betroffen. Wacker hatte die Produktion des mRNA-basierten Curevac-Impfstoffes an seinen Biotech-Standort in Amsterdam vergeben. Dort sollte sie ursprünglich im ersten Halbjahr starten. Erste Testläufe für die Impfstoff-Herstellung hatten bereits begonnen. Geplant war, rund 100 Millionen Dosen pro Jahr in der niederländischen Hauptstadt zu produzieren.

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Wenn alles gut gegangen wäre, dann hätte allerdings auch Nünchritz etwas davon gehabt. Im März hatte der jetzige Vorstandschef Christian Hartel verkündet, dass man die Produktion des Curevac-Impfstoffs auf das Nünchritzer Wacker-Werk erweitern könnte. Hier sollten in den nächsten drei, vier Jahren weitere 100 bis 200 Millionen Dosen jährlich hergestellt werden. Diese Pläne liegen wohl erstmal auf Eis.

Aber Stillstand gibt es im Chemiewerk Nünchritz nicht. Wacker baut hier zurzeit zwei neue Produktionsanlagen. In der einen sollen ab 2022 Vorprodukte für eine neue Baukleber-Generation erzeugt werden. Erst vor Kurzem war Spatenstich für eine neue Alkoholyse-Lack-Anlage auf dem Areal eines ehemaligen Tanklagers. Sie soll wichtige Vorprodukte für Fassadenfarben und Industriebeschichtungen auf Silikonbasis liefern. Wacker investiert für beide Anlagen zusammen einen höheren zweistelligen Millionenbetrag.

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