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Riesa

Warum die Stadt vorm Volkshaus baut

Spurenwegfall, Fußwegbau, neue Ampel: Die Kreuzung kommt verändert daher. Der Grund dafür liegt schon einige Jahre zurück.

Die Kreuzung am Volkshaus: Schon jetzt fließt der Verkehr hier anders als in den vergangenen Jahren. Die eigentliche Freigabe der umgebauten Kreuzung steht aber erst noch an.
Die Kreuzung am Volkshaus: Schon jetzt fließt der Verkehr hier anders als in den vergangenen Jahren. Die eigentliche Freigabe der umgebauten Kreuzung steht aber erst noch an. © Sebastian Schultz

Riesa. Schnee und Kälte ändern nichts: Am 20. Januar, nächsten Mittwoch, soll die umgebaute Kreuzung am Volkshaus in Riesa freigegeben werden. „Die Markierungsarbeiten sind beendet, das Wetter hat darauf jetzt keinen Einfluss mehr“, sagt Stadtsprecher Uwe Päsler. Baulich sei für Außenstehende bis dahin nichts mehr viel zu sehen – es bleibe nur noch die Installation der Software für die Signalprogramme.

Damit steht die im Herbst gestartete Umgestaltung an dem Verkehrsknoten, die sich wegen Corona-Fällen beim beauftragten Baubetrieb bis ins neue Jahr hingezogen hatte, kurz vorm Abschluss.

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Die Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 20. Januar 2021, in virtuellen Räumen statt.

Der Grund, die Kreuzung anzupassen, liegt laut Stadtverwaltung in der Vergangenheit: „Der abbiegende Straßenzug Berliner Straße/Rudolf-Breitscheid-Straße hat bis zur Freigabe der neuen B 169 die Aufgabe einer Bundesstraße mit viel höherem Verkehrsaufkommen erfüllt.“ Nachdem die Bundesstraße vor fast genau 20 Jahren auf die Trasse durch die Chemnitzer Hohle verlegt worden war, gingen die Verkehrsströme auf der alten Strecke zurück. „Deshalb war die fuß- und auch radläufige Erschließung des gesamten Knotens zu betrachten und erforderte auch die Komplettierung der Fußgängerquerungen“, erklärt Stadtsprecher Päsler.

(K)eine Sorge vor Rückstaus

Durch die neu gebaute Fußgängerampel können Passanten künftig direkt von der Berliner Straße zum Volkshaus kommen und andersherum. Mit dem vierten Überweg kehrt laut Uwe Päsler „endlich der ‚Normalzustand‘ für eine derartige Kreuzung“ ein, wie es ihn auch schon an anderen Stellen in der Innenstadt gebe. „Der Schutz der Fußgänger sollte die gleiche Priorität besitzen wie der anderen Verkehrsteilnehmer.“

Die Visualisierung zeigt Eckpunkte der Kreuzungs-Umgestaltung am Volkshaus: die weggefallene Linksabbiegespur an der Berliner Straße, die neue Fußgängerampel vorm Volkshaus. Rund um diese wurden auch die Gehwege verlängert oder verbreitert.
Die Visualisierung zeigt Eckpunkte der Kreuzungs-Umgestaltung am Volkshaus: die weggefallene Linksabbiegespur an der Berliner Straße, die neue Fußgängerampel vorm Volkshaus. Rund um diese wurden auch die Gehwege verlängert oder verbreitert. © Quellen: Stadt Riesa/GeoSN; Bearbeitung: SZ

Was die Autofahrer betrifft, hatte es schon vor Baubeginn Vermutungen gegeben, dass es durch die neue Verkehrsregelung zu Rückstaus kommen könnte. Nicht zuletzt, weil eine von zwei Linksabbiegerspuren von der Berliner Straße in Richtung Breitscheidstraße wegfällt.

Die Stadt verweist darauf, dass es schon während der Bauphase in den vergangenen Wochen nur eine Spur gegeben habe – von Staus aber nichts bekannt sei. Auch Befürchtungen, dass künftig Linksabbieger von der Berliner Straße und die neue Fußgängerampel vorm Volkshaus gleichzeitig Grün haben werden, so dass Autos beim Abbiegen warten müssen, räumt die Verwaltung aus: Das sei nicht geplant. Die Rechtsabbiegespur von der Breitscheidstraße auf die Berliner Straße werde gleichzeitig mit der Linksabbiegespur Berliner Straße auf Grün geschaltet. Stadtsprecher Uwe Päsler betont, die Umstellung der Signalprogramme sei wesentlicher Teil der Maßnahme.

Plädoyer für Fußweg-Verbindung

Und was sagen örtliche Verkehrsexperten zu der Umgestaltung? Gunter Riedel von der Riesaer Verkehrswacht findet es gut, dass ein vierter Fußgängerüberweg an dem Knoten geschaffen worden ist. Erfreulich sei die Veränderung auch für Rechtsabbieger von der Breitscheidstraße in Richtung Berliner Straße, da jetzt mehr Platz sei. Doch auch Gunter Riedel hat nach wie vor Bedenken wegen möglicher Rückstaus. Wenn die sich die Berliner Straße hinunter bis zum "Hundenetto" ziehen würden, könne es schwierig werden. Man müsse aber abwarten, wie die Praxis nach der Freigabe nächste Woche aussehe, so Riedel.

Darüber hinaus spricht sich der Verkehrswächter für eine Fußwegverlängerung von der Kreuzung in Richtung der Bushaltestelle an der Breitscheidstraße aus. Rund 100 Meter Gehwegbau würde das bedeuten. Die Stadtverwaltung macht darauf vorerst wenig Hoffnung. So etwas sei bisher nicht geplant und erfordere weitere Betrachtungen, so Sprecher Uwe Päsler. Ein wesentlicher Hinderungsgrund sei die Engstelle am Bunker. Der unterirdische Schutzbau aus DDR-Zeiten liegt zwischen dem großen Wohnblock der Wohnungsgenossenschaft und der Breitscheidstraße.

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