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Windpark Streumen bald Sachsens Nr. 1

Nirgendwo sonst im Freistaat soll ab 2022 so viel Windenergie erzeugt werden wie zwischen Wülknitz, Glaubitz und Zeithain.

2017 entstand dieses Bild im Windpark Streumen vom Bau einer Windkraftanlage der Marke Vestas im Auftrag der Enso. Der Turm befindet sich in rund 125 Meter Höhe. Nächstes Jahr wird wieder gebaut.
2017 entstand dieses Bild im Windpark Streumen vom Bau einer Windkraftanlage der Marke Vestas im Auftrag der Enso. Der Turm befindet sich in rund 125 Meter Höhe. Nächstes Jahr wird wieder gebaut. © Lutz Weidler

Streumen/Dresden. Die Sachsen-Energie will im nächsten Jahr drei neue Windräder im Windpark Streumen bauen. Der neue Energieversorger, der sich Anfang des Jahres aus der Enso und Drewag gebildet hat, will dafür rund 23 Millionen Euro investieren. Er übernimmt damit die bereits fortgeschrittenen Planungen der Energieanlagen Frank Bündig GmbH.

Zwei Windenergieanlagen haben eine Nabenhöhe von 166 Meter, einen Rotordurchmesser von jeweils 136 Meter und eine Nennleistung von jeweils 4,2 Megawatt. Eine steht auf Zeithainer Flur und die andere auf Glaubitzer Flur, beide in unmittelbarer Nähe zum Industriegebiet.

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Das dritte Windrad befindet sich ebenfalls im Glaubitzer Teil des Windparks, nahe der ehemaligen Halde. Es soll auch eine Nabenhöhe von 166 Meter besitzen, aber längere Flügel. Der Rotordurchmesser soll 150 Meter betragen. Die Nennleistung ist mit 5,6 Megawatt geplant.

Die roten Kreise markieren in etwa die Standorte, wo die drei neuen Windräder errichtet werden sollen.
Die roten Kreise markieren in etwa die Standorte, wo die drei neuen Windräder errichtet werden sollen. © SZ-Grafik

Mit den drei neuen Windrädern steigt die Anzahl der Anlagen im Windpark Streumen auf 21 Stück. Damit wächst die Gesamtnennleistung auf 57,25 Megawatt. Der Windpark Streumen könnte damit zum leistungsstärksten Windpark Sachsens aufsteigen. Bisher ist das der Windpark Ludwigsdorf im Landkreis Görlitz, dessen Gesamtnennleistung 54,35 Megawatt beträgt. Seine 30 kleineren Windräder bleiben aber, allein von der Anzahl betrachtet, sachsenweit unerreicht.

Wie eine Pressesprecherin der Sachsen-Energie mitteilt, sollen die drei neuen Windräder im Windpark Streumen im kommenden Jahr errichtet werden. Das Unternehmen rechnet mit einer Inbetriebnahme Ende 2022 oder Anfang 2023. Wie schnell sich die millionenteuren Investitionen rentieren werden, hänge von der Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ab. Dieses sieht eine Vergütung für 20 Jahre vor. Technisch ist eine Laufzeit von bis zu 30 Jahren möglich, so die Pressesprecherin.

Der Sachsen-Energie gehören bereits sechs der 18 bestehenden Windenergieanlagen im Windpark Streumen. Elf davon hat die Firma Bündig entwickelt und an verschiedene Investoren veräußert.

Windpark kommt an seine Grenzen

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass die Sachsen-Energie die Energieanlagen Frank Bündig GmbH übernommen hat. Für den bisherigen Inhaber Frank Bündig ist es die erhoffte Fortführung seines Lebenswerkes. Sachsen-Energie-Geschäftsführer Frank Brinkmann würdigt den 60-jährige Waldheimer mit seinen mehr als 25 Jahren Erfahrung als einen der Windpioniere Sachsens.

Frank Bündig und sein Geschäftspartner Matthias Bleil bleiben Teil der Geschäftsleitung. „Sachsen-Energie ist mit seinen wirtschaftlichen und technischen Voraussetzungen der ideale Partner für uns", sagt Bündig. "Unsere bewährten Strukturen und die Erfahrung in der Projektentwicklung werden dadurch zielführend zusammengebracht und in eine zukunftsfähige Plattform weiterentwickelt.“

Sachsen-Energie betreibt landesweit derzeit 23 Windenergieanlagen mit 52,5 Megawatt Gesamtleistung. Ziel ist es, in den nächsten fünf Jahren diese Leistung auf mindestens 100 Megawatt zu erhöhen. Die drei neuen Windräder in Glaubitz und Zeithain sind für den Ausbau der Erneuerbaren Energien ein wichtiger Schritt. Mit ihnen kommt der Windpark Streumen allerdings an seine Grenzen. Ein zusätzlicher Ausbau sei seitens der Sachsen-Energie nicht vorgesehen, so die Pressesprecherin.

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