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30 Millionen Euro für neues Möbelwerk

Reiss Büromöbel hat in Bad Liebenwerda eine neue Fabrik eröffnet - und verkündet gleich noch eine gute Nachricht.

30 Millionen Euro hat Reiss Büromöbel in sein neues Werk in Bad Liebenwerda investiert.
30 Millionen Euro hat Reiss Büromöbel in sein neues Werk in Bad Liebenwerda investiert. © Reiss

Von Frank Claus

Bad Liebenwerda. So was passiert im brandenburgisch/sächsischen Grenzgebiet nicht alle Tage: Diese Woche hat das Unternehmen Reiss Büromöbel im Beisein von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) einen neuen Werksstandort im Gewerbegebiet Lausitz eingeweiht, rund 16 Kilometer nördlich von Gröditz. 

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Das Land Brandenburg förderte die 30-Millionen-Euro-Investition mit 7,4 Millionen Euro. Auf 12.500 Quadratmetern entstanden modernste Fertigungskapazitäten der Industrie 4.0. Die Einweihung nutzte Reiss-Geschäftsführer Gerd Widule zu einem weiteren Paukenschlag. 

Er verkündete, dass es dem Unternehmen gelungen sei, den bisher größten Auftrag in der 140-jährigen Firmengeschichte an Land zu ziehen. So wird Reiss Büromöbel bundesweit Standorte der Bundesagentur für Arbeit ausstatten. Der Auftrag hat eine Laufzeit von sechs Jahren und einen Umfang von 60 Millionen Euro.

Die ursprünglich bereits für April vorgesehene Einweihung des hochmodernen Industriestandortes war wegen der Corona-Pandemie verschoben worden. Es sei eine Zeit, die auch neue Erfahrungen gebracht habe. So schreite gegenwärtig die Digitalisierung des Marktes in einem zuvor nicht vermuteten Ausmaß voran. „Wir verzeichnen eine hohe Dynamik auf dem Markt und teils völlig gewandelte Kundenanfragen. Corona befeuert die Digitalisierung“, sagte der Geschäftsführer. 

Das neue Reiss-Werk gehe in einer äußerst spannenden Zeit an den Markt. Mit neuen Vertriebswegen würden auch neue Umsätze akquiriert. Das neue Werk biete technologisch neue Möglichkeiten, eine passgenauere Produktion und durch das vergrößerte Plattenlager mit noch mehr Dekoren auch noch attraktivere Produkte.

Das Werk, so Gerd Widule, sei ein Vorzeigewerk und könne im Wettbewerb um hochqualifizierte Fachkräfte mitspielen. Und nicht zuletzt verbessere es die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter.

Geschäftsführer Hans-Ulrich Weishaupt ließ die Entwicklung am Standort von der Idee bis zur Umsetzung noch einmal Revue passieren. Dabei äußerte er drei Wünsche: Die Politik müsse dafür sorgen, keine übermäßige Regulierung zuzulassen und das Recht auf Homeoffice und elterngerechte Arbeitszeitmodelle unterstützen. Umweltschutz sei wichtig, dürfe aber nicht auf Kosten des technologischen Fortschritts gehen. „Damit finanzieren wir am Ende Umweltschutz“, so Hans-Ulrich Weishaupt. An die Mitarbeiter appellierte er, das Werk als Chance zu begreifen. Noch, so erläuterte er, würden nicht alle Abläufe in der Produktion reibungslos verlaufen. „Wir sind jeden Tag noch am Lernen“, meinte er beim Betriebsrundgang. Und die Kunden bat er, noch etwas Geduld bis zur wieder „Reiss-gerechten Performance“ zu haben.

Geschäftsführer Gerd Widule, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), Hans-Ulrich Weishaupt, ebenfalls Reiss-Geschäftsführer, und Bürgermeister Herold Quick (v.l.n.r.), eröffnen den neuen Werksstandort von Reiss.
Geschäftsführer Gerd Widule, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), Hans-Ulrich Weishaupt, ebenfalls Reiss-Geschäftsführer, und Bürgermeister Herold Quick (v.l.n.r.), eröffnen den neuen Werksstandort von Reiss. © Frank Claus (LR)

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke meinte, dass die Situation schon „merkwürdig“ sei. Ausgerechnet im komplizierten Corona-Jahr, „einem der Schwierigsten seit 1945“, würde Brandenburg in „wirtschaftlicher Hinsicht seine bislang erfolgreichste Zeit“ erleben. „Reiss ist ein Vorzeigeunternehmen und so dynamisch wie die Wirtschaft unseres Landes. Dass Brandenburg gut aufgestellt ist, haben die jüngsten Arbeitsmarktzahlen wieder bewiesen. Trotz Corona ist die Quote für Brandenburg inzwischen wieder gesunken – auf jetzt 6,2 Prozent und liegt damit im bundesdeutschen Mittelfeld“, erklärte er.

Herold Quick, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Liebenwerda, würdigte das Unternehmen Reiss als eines, das auch in der Region Verantwortung übernehme. Die engen Beziehungen zu den beiden Schulen im Stadtgebiet, die beide den Namen Robert Reiss tragen, würden dies belegen.

In der rund 12.500 Quadratmeter großen Halle in Lausitz werden künftig etwa 120 Mitarbeiter beschäftigt sein. Dort erfolgen dann im Industrie-4.0-Niveau der komplette Fertigungsprozess der Holzbearbeitung sowie die Montage und der Versand der Büromöbel. Digitales Arbeiten erfährt bei Reiss noch einmal einen Qualitätssprung. Mit der Einführung neuer Software sollen intelligente Maschinen untereinander kommunizieren.

Am Standort in Bad Liebenwerda verbleibt die gesamte Metallverarbeitung einschließlich Pulverbeschichtung und Schweißerei. Auch die Verwaltung bleibt in Bad Liebenwerda. Etwa 100 Mitarbeiter arbeiten dort. (LR)

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