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Riesaer Nudeln: Gewerkschaft schreibt an Politik

Nach der Auslistung der Riesaer Teigwaren bei Kaufland fordert die NGG Abgeordnete dazu auf, die Marktmacht der großen Lebensmittelhändler zu brechen.

2018 streikten die NGG-Mitglieder noch vor dem Werkgelände der Teigwaren, um bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Nun fordert die Gewerkschaft ein Ende der Marktmacht im Lebensmittelhandel.
2018 streikten die NGG-Mitglieder noch vor dem Werkgelände der Teigwaren, um bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Nun fordert die Gewerkschaft ein Ende der Marktmacht im Lebensmittelhandel. © Sebastian Schultz

Riesa. Nach der Auslistung von Nudeln der Teigwaren Riesa bei Kaufland hat die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) politische Konsequenzen gefordert. Die Politik müsse die Einkaufsmacht großer Handelskonzerne zum Thema machen, hieß es in einem Brief, den die Gewerkschaft an Abgeordnete, Mitglieder der sächsischen Landesregierung und den Ostbeauftragten Marco Wanderwitz (CDU) verschickte und am Dienstag veröffentlichte. Darin werden die Politiker aufgefordert, eine Protestnote an Kaufland zu schreiben und die Marktmacht der großen Konzerne zu begrenzen.

"Der drastische Schritt von Kaufland, Riesa-Nudeln auszulisten, macht bei Teigwaren Riesa etwa ein Fünftel der Produktionskapazitäten aus", heißt es in dem Schreiben. "Dahinter stehen Arbeitsplätze, mit denen die Handelskonzerne Monopoly spielen." In einer weiteren Mitteilung fordert NGG-Gewerkschafter Thomas Lißner: "Die Politik muss hier klar Stellung beziehen und dafür sorgen, dass die Einkaufsmacht der großen Handelskonzerne begrenzt wird. Die Eigentümer der Handelsketten führen die Rangliste der Milliardäre in Deutschland an und wir akzeptieren, dass dies durch Preiserpressung immer so weiter geht? Das kann nicht sein, da muss sich etwas ändern."

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Linke fordert Kurskorrektur von Kaufland

Die arbeitspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag Sabine Zimmermann bezeichnete das Verhalten des Unternehmens als existenzgefährdend für die Beschäftigten. "Es ist keine gesunde Entwicklung, dass Supermarktkonzerne Preise diktieren, die letztlich den Erzeugern von Lebensmitteln und den dort Beschäftigten schaden. Dies kann auch nicht im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher sein." Die Marktmacht der Konzerne müsse begrenzt werden, nur faire Preise ermöglichten auch gute Arbeitsbedingungen bei Betrieben wie den Teigwaren. "In dieser Frage stehe ich fest an der Seite der NGG und der Beschäftigten. An Kaufland appelliere ich, die Entscheidung bezüglich Teigwaren Riesa zu korrigieren."

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Die vier größten Handelsketten verfügen in Deutschland laut NGG über eine Marktmacht von mehr als 85 Prozent. "Die Folge sind Praktiken, die die Produzenten von Lebensmitteln bislang klar benachteiligen", heißt es von der Gewerkschaft. Produkte der Teigwaren Riesa werden seit Kurzem nicht mehr bei Kaufland geführt, nachdem sich beide Seiten bei ihren Jahresverhandlungen nicht auf einen Lieferpreis hatten einigen können. Das Riesaer Unternehmen hatte höhere Kosten für Energie und Rohstoffe als Grund für eine Preiserhöhung angeführt. Während nach Angaben der Teigwaren Riesa alle anderen Unternehmen den neuen Preisen zugestimmt hatten, sei dies mit Kaufland nicht möglich gewesen. Dort finden sich derzeit nur noch Restbestände der Nudeln aus Riesa.

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