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Hunderte Arbeitslose mehr

Noch liegt die Jahresbilanz der Agentur Riesa nicht vor. Aber die Dezember-Zahlen sehen nicht so gut aus.

© Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild

Riesa. Corona hat Folgen auf die Wirtschaft: Die für den Kreis Meißen zuständige Arbeitsagentur Riesa verzeichnet im Dezember mehr als 7.200 Arbeitslose. Im Vergleich zum Jahr davor sind das reichlich 800 Betroffene mehr, das entspricht einem Anstieg um knapp 13 Prozent.

Gleichzeitig stieg damit die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Riesa auf 5,8 Prozent - im Dezember 2019 lag sie noch bei 5,1 Prozent. „Erwartungsgemäß ist die Arbeitslosigkeit zum Jahresende insbesondere aus saisonalen Gründen angestiegen", sagt Agenturchef Thomas Stamm. In den vergangenen Wochen hätten sich viele Arbeitnehmer aus dem Bereich der Land- und Forstwirtschaft, dem Baugewerbe sowie dem Bereich Transport und Lager arbeitslos gemeldet.

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Aufgrund des seit November anhaltenden Teil-Lockdowns zeigten auch im Dezember viele Unternehmen Kurzarbeit an - entweder neu oder schon zum wiederholten Mal. Bis 28. Dezember sei im Landkreis Meißen von knapp 300 Unternehmen für rund 2.750 Arbeitnehmer Kurzarbeit angemeldet worden. "Die Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt bleibt daher angespannt", sagt Stamm. Erfreulich sei, dass man im Dezember rund 450 neue Stellenangebote verzeichnen konnte.

"Eine hohe Nachfrage nach Personal besteht im Gesundheits- und Sozialwesen, im verarbeitenden Gewerbe sowie im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung.

Sogar der Handel hat freie Stellen

Personal wurde im Dezember 2020 beispielsweise gesucht im verarbeitenden Gewerbe (106 Stellen), im Bereich der Zeitarbeit (79 Stellen), im Gesundheits- und Sozialwesen (59 Stellen), aber auch im Handel (29 Stellen). Insgesamt waren 2.156 freie Arbeitsstellen in der Region zur Besetzung gemeldet, etwas mehr als noch vor einem Jahr.

Kurzarbeit müssen die Betriebe erst anmelden; was tatsächlich in Anspruch genommen wird, liegt bei der Agentur erst mit einigen Monaten Verspätung vor. So liegen nun für den Monat Juni 2020 aktuelle Daten für den Agenturbezirk vor: Damals arbeiteten etwas mehr als 10.000 Arbeitnehmer in gut 1.100 Betrieben verkürzt. Der durchschnittliche Arbeitsausfall betrug dabei 33,5 Prozent.

Wie schon in den Vorjahren stellt sich die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in den vier Geschäftsstellen der Agentur Riesa recht unterschiedlich dar:

  • Riesa: 1.885 Arbeitslose, Arbeitslosenquote 6,9 Prozent, 99 Stellenzugänge
  • Großenhain: 1.246 Arbeitslose, Arbeitslosenquote: 5,5 Prozent, 71 Stellenzugänge
  • Meißen: 2.460 Arbeitslose, Arbeitslosenquote: 6,3 Prozent, 135 Stellenzugänge
  • Radebeul: 1.639 Arbeitslose, Arbeitslosenquote: 4,5 Prozent, 151 Stellenzugänge

Freie Stellen sind in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der Smartphone-App „Jobsuche – die neue Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit“ abgerufen werden. (SZ)

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