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Hunderte neue Arbeitslose

Im Agenturbezirk steigt die Arbeitslosigkeit weiter. Daran hat der Lockdown Anteil - und ein wichtiger Termin.

Ein Blick auf die Glasfassade der Riesaer Arbeitsagentur. Kunden dürfen derzeit nicht rein - wegen der Corona-Regeln.
Ein Blick auf die Glasfassade der Riesaer Arbeitsagentur. Kunden dürfen derzeit nicht rein - wegen der Corona-Regeln. © Sebastian Schultz

Riesa. Die Folgen der Corona-Regeln und der Winter sind deutlich auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Meißen zu spüren: Für den Januar vermeldet die Arbeitsagentur Riesa knapp 7.800 Arbeitslose, fast zwölf Prozent mehr als vor einem Jahr. Damit liegt die Arbeitslosenquote nun bei 6,2 Prozent - vor einem Jahr waren es noch 5,5 Prozent.

„Im Januar setzte sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit aus saisonalen Gründen fort. Ebenso trugen der typische Kündigungstermin 31.12. sowie das Auslaufen befristeter Arbeitsverträge zum Anstieg bei", sagt Thomas Stamm, Chef der Agentur Riesa. Rund 950 Menschen meldeten sich nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos, 365 nahmen eine neue Beschäftigung auf. "Aus unseren Gesprächen mit den Unternehmen wissen wir, dass Einstellungen aufgrund des Lockdowns gegenwärtig nur zögerlich erfolgen", sagt Stamm.

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Deshalb setze man nun neben der Vermittlung auf freie Stellen auch einen Fokus auf die Qualifizierung. "Für alle Beschäftigten, die sich beruflich weiterentwickeln wollen, haben wir mit der Berufsberatung im Erwerbsleben ein neues Beratungsangebot", sagt Stamm. Die Berufsberater würden Orientierung geben und bei der Erstellung individueller Berufswegpläne helfen.

Gäbe es das Instrument der Kurzarbeit nicht, wäre die Arbeitslosigkeit im Landkreis wohl deutlich höher. Nach aktuellen Daten zeigten vom 1. bis einschließlich 25. Januar rund 380 Unternehmen Kurzarbeit an - für insgesamt mehr als 3.200 Personen. Wie viel Kurzarbeit tatsächlich in Anspruch genommen wurde, kann die Agentur derzeit nur bis zum Monat September 2020 mitteilen: Damals wurde für knapp 4.700 Arbeitnehmer im Kreis Meißen konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt; betroffen waren 634 Unternehmen.

Neben offiziell registrierten Arbeitslosen gibt es auch noch eine Gruppe, die nicht in diese Statistik fällt, weil sie an Maßnahmen wie Weiterbildungen oder Praktika in Betrieben teilnehmen oder über Arbeitsgelegenheiten beschäftigt sind. Das betraf im Januar knapp 1.200 Frauen und Männer.

2.100 Mitarbeiter gesucht

Im Januar 2021 verzeichneten die Arbeitsvermittler im Arbeitgeber-Service der Riesaer Arbeitsagentur 399 neue Stellenangebote. Personal wurde dabei vor allem im verarbeitenden Gewerbe, im Bereich der Zeitarbeit, im Gesundheits- und Sozialwesen und im Handel gesucht.

Insgesamt waren etwas mehr als 2.100 freie Arbeitsstellen in der Region zur Besetzung gemeldet. Zu finden sind sie online in der Jobbörse der Arbeitsagentur oder auch per eigener Smartphone-App „Jobsuche – die neue Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit“. Persönliche Besuche in der Arbeitsagentur sind unter Corona-Bedingungen dagegen weiterhin nicht möglich. (SZ)

So stehen die vier Geschäftsstellen im Kreis Meißen im Januar 2021 da:

  • Riesa: 2.002 Arbeitslose, Arbeitslosenquote: 7,3 Prozent, Stellenzugänge: 70 Stellen
  • Großenhain: 1.347 Arbeitslose, Arbeitslosenquote: 6,0 Prozent, Stellenzugänge: 79 Stellen
  • Meißen: 2.689 Arbeitslose, Arbeitslosenquote: 6,9 Prozent, Stellenzugänge: 133 Stellen
  • Radebeul: 1.728 Arbeitslose, Arbeitslosenquote: 4,8 Prozent, Stellenzugänge: 117 Stellen

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