merken
PLUS Riesa

IT-Probleme im Rohrwerk Zeithain

Einer der größten Arbeitgeber der Region empfängt keine E-Mails mehr. War es ein Hacker-Angriff?

Das Mannesmannröhren-Werk in Zeithain im September 2020, im Vordergrund die B 169. Nun gibt es dort Computer-Schwierigkeiten.
Das Mannesmannröhren-Werk in Zeithain im September 2020, im Vordergrund die B 169. Nun gibt es dort Computer-Schwierigkeiten. © Lutz Weidler

Zeithain/Salzgitter. "Verzögerte Zustellung" - diese Nachricht erhält, wer derzeit eine E-Mail an das Mannesmannröhren-Werk Zeithain schreibt. Tatsächlich gehen E-Mails derzeit aber wohl nicht verzögert, sondern gar nicht bei einem der größten Arbeitgeber der Region ein. Wie die Braunschweiger Zeitung berichtet, hat der Röhrenhersteller Mannesmann mit Unternehmenssitz in Mülheim an der Ruhr insgesamt mit IT-Problemen zu kämpfen.

Auf Nachfrage von sächsische.de bestätigt man das auch beim Mutterkonzern Salzgitter AG. "Es gibt in der Tat eine IT-Störung bei unserer Konzern-Tochtergesellschaft Mannesmann Precision Tubes, zu der auch das Werk Zeithain gehört", sagt Konzernsprecher Bernhard Kleinermann. Davon sei auch deren Mailsystem betroffen. Man sei "auf einem guten Wege", das Thema zu lösen. "Die Produktion läuft."

Einkaufen und Schenken
Nur einen Klick entfernt
Nur einen Klick entfernt

Hier erhalten Sie nützliche Tipps und die aktuellsten Neuigkeiten rund ums Thema Einkaufen und Geschenke aus Ihrer Region.

Ob es sich bei dem Problem um Folgen eines Hacker-Angriffs handelt, dazu äußerte sich der Konzern nicht.

Aktuell sorgen Hacker-Angriffe immer wieder für Schlagzeilen: So kam es erst am Montag bundesweit zu Problemen bei der Schul-Cloud des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts. Dort teilte das Unternehmen mit, dass ein Cyber-Angriff auf das System verübt worden sei. In Brandenburg nutzen laut Ministeriumsangaben 570 Schulen die Lernplattform. Zuvor hatte es auch einen Hackerangriff auf das sächsische Pendant Lernsax gegeben.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass die Fälle von Cyberkriminalität in Nordrhein-Westfalen stark zugenommen hätten. Das Problem sei viel größer als angenommen, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) dem Nachrichtenportal nw.de. "Die meisten Fälle kennen wir gar nicht", so der NRW-Innenminister. Die neue Bedrohung werde vor allem von Unternehmen im Klein- und Mittelstand, aber auch von der öffentlichen Hand nicht ernst genug genommen. Jeden Tag könne es zu neuen Fällen kommen, so Reul.

Was für Folgen ein Hackerangriff auf die Produktion eines Unternehmens haben kann, zeigt die Cyberattacke, die am 22. Dezember auf die Funke Mediengruppe begonnen hatte: Dort ging man davon aus, "einige Wochen" zu brauchen, um bei der Zeitungsproduktion wieder einen "Normalzustand" herstellen zu können. Bei dem Hackerangriff hatten die Täter bundesweit Daten auf den IT-Systemen des Unternehmens verschlüsselt.

Presseberichte über etwaige Lösegeldforderungen der Täter könne und dürfe man "aus ermittlungstaktischen Gründen" nicht kommentieren, so eine Firmensprecherin. Die Funke-Zeitungen hatten zeitweise nur als "Notausgaben" mit wenigen Seiten erscheinen können. Insgesamt seien dort 6.600 Computer teilweise verschlüsselt worden, die nach und nach digital gereinigt werden müssen. (mit dpa/epd)

Mehr lokale Nachrichten aus Riesa lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Riesa