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Neways schreibt Millionenverlust

Der Elektronikkonzern erwartet ein unsicheres Jahr 2021 - trotz verbesserter Auftragslage. Es sollen auch weitere Stellen abgebaut werden. Auch in Riesa?

Blick auf den Neways-Standort in Riesa. Hier wurden zuletzt Hunderte Stellen gestrichen. Wie geht es nun weiter?
Blick auf den Neways-Standort in Riesa. Hier wurden zuletzt Hunderte Stellen gestrichen. Wie geht es nun weiter? © Sebastian Schultz

Riesa/Son. Kaum ein Riesaer Industrieunternehmen dürfte das Jahr 2020 wirtschaftlich so hart getroffen haben wie Neways Electronics. Nachdem die Auftragslage aus der Automobilbranche ohnehin schon rückläufig war, hatten die Corona-Folgen die Krise im Unternehmen noch verschärft. Ende 2020 hatte das Unternehmen den Abbau von etwa 250 Stellen angekündigt - die meisten davon in Riesa.

Nun hat der Konzern mit Sitz im niederländischen Son seine Jahresbilanz veröffentlicht. Demnach sei der Netto-Umsatz des Unternehmens 2020 um zehn Prozent eingebrochen, im Ergebnis steht ein Verlust von fast vier Millionen Euro zu Buche. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 lag das Netto-Ergebnis von Neways noch bei 8,5 Millionen Euro. "2020 war ein herausforderndes Jahr, in dem der pandemiebedingte Ausfall der Nachfrage aus der Automobilindustrie für einen Umsatz- und Ergebnisrückgang verantwortlich war", zitiert die Pressemitteilung Konzernchef Eric Stodel.

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Insgesamt waren die Aufträge 2020 um ein Fünftel zurückgegangen. Hatte Neways 2019 noch 160 Millionen Euro Umsatz allein in der Automobilbranche erzielt, lag dieser im vergangenen Jahr nur noch bei 114 Millionen Euro. Auch der Umsatz in der Industriebranche ging deutlich zurück. "Die gute strategische Verteilung auf Sektoren und insbesondere das starke Wachstum in der Halbleiterbranche konnte den Umsatzrückgang in der Automobilbranche teilweise kompensieren", so Stodel.

150 weitere Stellen sollen eingespart werden

Das Jahresergebnis fiel laut Jahresbericht auch deshalb schlechter aus, weil Neways Rücklagen in Höhe von mehr als neun Millionen Euro gebildet hat, um das Unternehmen neu zu organisieren. Einen großen Teil dieser Summe plant das Unternehmen offenbar für Abfindungen ein.

Neways rechnet nach wie vor mit einem unsicheren Jahr, obwohl sich die Auftragslage im Januar und Februar offenbar verbessert hat. Man wolle die Neuausrichtung des Unternehmens vorantreiben, heißt es in der Mitteilung zur Jahresbilanz. Das beinhaltet offenbar auch den Abbau weiterer Stellen. Nachdem 2020 zunächst 200 Vollzeitstellen abgebaut wurden, rechnet man für dieses Jahr mit weiteren 150 Arbeitsplätzen, die eingespart werden könnten. Neways will damit Kosten in Höhe von acht Millionen Euro sparen. Welche Stellen konkret abgebaut werden sollen, lässt die Mitteilung offen. Der starke Fokus der Produktion in Riesa auf den Automobilmarkt deutet aber darauf hin, dass diese Neuausrichtung auch am Riesaer Standort nicht folgenlos bleiben wird. Schon im November hatte eine Neways-Sprecherin erklärt, man sei in Riesa von allen deutschen Standorten am stärksten abhängig von der Automobilbranche. (SZ/stl)

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