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Riesa: Eine deutsch-italienische Erfolgsgeschichte

Italiens Botschafter hat in Berlin den Betreiber des Riesaer Stahlwerks ausgezeichnet - die Feralpi-Gruppe.

Die Fahnen Italiens und Deutschlands wehen vor dem Riesaer Stahlwerk: Vor fast 30 Jahren hat Feralpi den Traditions-Standort übernommen.
Die Fahnen Italiens und Deutschlands wehen vor dem Riesaer Stahlwerk: Vor fast 30 Jahren hat Feralpi den Traditions-Standort übernommen. © Sebastian Schultz

Berlin/Riesa. 1,24 Milliarden Euro Jahresumsatz, insgesamt 1.700 Mitarbeiter - die Feralpi-Gruppe gehört zu den wichtigsten Stahlerzeugern Europas. Neben dem Stammsitz in Italien und anderen europäischen Niederlassungen gehört auch das Stahlwerk Riesa zu Feralpi. Jetzt wurde die Gruppe durch den Botschafter der Republik Italien ausgezeichnet: Seine Exzellenz Armando Varricchio übergab in Berlin die Auszeichnung „Premio Mercurio“ an die Feralpi-Gruppe. Seit mehr als 20 Jahren lobt die Deutsch-Italienische Wirtschaftsvereinigung Mercurio den Preis aus.

Die Auszeichnung würdigt bedeutende Initiativen im wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Italien. Mit der Verleihung honoriert der Verein das besondere Engagement für nachhaltige Entwicklung in der Feralpi-Gruppe.

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Die Feier fand in der italienischen Botschaft in Berlin statt. Die Auszeichnung entgegennahmen Giuseppe Pasini, Vorstandsvorsitzender der Feralpi-Gruppe, und Uwe Reinecke, Werksdirektor der ESF Elbe-Stahlwerke Feralpi GmbH.

Der Vorstandsvorsitzende der Feralpi-Gruppe Giuseppe Pasini (li.) erhält die Auszeichnung Premio Mercurio vom italienischen Botschafter Armando Varricchio überreicht.
Der Vorstandsvorsitzende der Feralpi-Gruppe Giuseppe Pasini (li.) erhält die Auszeichnung Premio Mercurio vom italienischen Botschafter Armando Varricchio überreicht. © Feralpi-Gruppe, Mateusz Skóra

„Ich hoffe“, so der Vorstandsvorsitzende Giuseppe Pasini, „dass diese Auszeichnung Ansporn für unsere junge Generation ist, ihre Energie und ihre Visionen in eine Branche wie die Stahlbranche einzubringen, die auf eine jahrhundertelange Tradition zurückblickt und zugleich eine große Zukunft vor sich hat.“ Die verarbeitende Industrie, in der Italien und Deutschland in Europa führend seien, müsse durch eine Dekarbonisierung der Produktion und Investitionen in die Energiewende einen aktiven Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel leisten. „Dafür setzen wir uns mit unseren Investitionen und unseren Kompetenzen ein.“

„In Deutschland wie in Italien“, so ESF-Werksdirektor Uwe Reinecke, „steht die Stahlbranche im Mittelpunkt der strategischen Wertschöpfungsketten der Industrie. Darum ist es unsere Aufgabe, nicht nur besten Stahl zu produzieren, sondern dabei auch die Umweltfolgen so weit wie möglich zu reduzieren.“ Deshalb investiere Feralpi in neueste Technologien, damit halte der digitale Wandel und auch die künstliche Intelligenz Einzug in die Prozesse bei der Stahlherstellung. Nächstes Jahr feiere man das 30. Gründungsjubiläum von Feralpi Stahl. „Die Auszeichnung ist auch Anerkennung für die starke Partnerschaft der italienischen und der deutschen Industrie.“

Uwe Reinecke ist Werksdirektor bei Feralpi Stahl in Riesa. In seinem Büro zeigen Luftbilder Ansichten des Stahlwerks.
Uwe Reinecke ist Werksdirektor bei Feralpi Stahl in Riesa. In seinem Büro zeigen Luftbilder Ansichten des Stahlwerks. © Sebastian Schultz

Das von Mercurio gewürdigte Engagement der Feralpi-Gruppe zeige sich besonders deutlich durch die sogenannte ESG-Performance: Dabei wird bewertet, wie sich ein Unternehmen für soziale und ökologische Faktoren einsetzt. Seit einer ersten Nachhaltigkeitsbilanz 2004 berichte Feralpi auf freiwilliger Basis, so das Unternehmen. 2019 wurde die erste Freiwillige nicht finanzielle Konzernerklärung (NFE) veröffentlicht.

Feralpi Stahl habe sich entschlossen, obwohl es dazu nicht verpflichtet sei, die in Italien geltenden gesetzlichen Vorgaben zur Berichterstattung auch weiterhin zu erfüllen, um einerseits den Stakeholdern vergleichbare Informationen an die Hand zu geben und andererseits die Transparenz über die Finanz- und Ertragsdaten hinaus auch in sozialen und Umweltbelangen zu fördern. Die nicht finanzielle Erklärung, wie auch die gesamte Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens richten sich an den Zielen der nachhaltigen Entwicklung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen aus.

2020 erreichte die Feralpi-Gruppe nach eigenen Angaben eine Bruttowertschöpfung von insgesamt 178,5 Millionen Euro, von denen 80,4 Millionen Euro an die Beschäftigten der Unternehmensgruppe verteilt wurden, bei einer Nettowertschöpfung von insgesamt 124,7 Millionen Euro. Der Umsatzanteil lokaler Lieferanten lag bei 27 Prozent. Der Beitrag für die regionalen Gemeinschaften lag bei mehr als vier Millionen Euro.

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Mit Blick auf die Umweltdaten betrugen der Recyclinganteil bei den Rohstoffen für die Stahlerzeugung 93 Prozent und die Abfallverwertungsquote 83 Prozent. 2020 sank die Menge der bei der Stahlerzeugung und -verarbeitung erzeugten Abfälle um mehr als sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die direkten und indirekten Treibhausgasemissionen seien um knapp sechs Prozent gegenüber 2019 gesunken. (SZ)

www.feralpigroup.com

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