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Riesaer Unternehmen preisgekrönt

Die Firma WT Energiesysteme errichtet an der Glogauer Straße eine Fertigungshalle. Das ist aber nur der Anfang.

Die Chefs vor ihrer Baustelle: Dietmar Tietz (l.) und Michael Bohnefeld sind Geschäftsführer von WT Energiesysteme. Das Unternehmen investiert in Riesa gerade 15 Millionen Euro.
Die Chefs vor ihrer Baustelle: Dietmar Tietz (l.) und Michael Bohnefeld sind Geschäftsführer von WT Energiesysteme. Das Unternehmen investiert in Riesa gerade 15 Millionen Euro. © Sebastian Schultz

Riesa. Es ist eine der größten Baustellen von Riesa: Unübersehbar wächst die Fertigungshalle in die Höhe, die das Unternehmen WT Energiesysteme im Gewerbegebiet Glogauer Straße baut. Der Spezialist für die Errichtung, Wartung und Modernisierung von Umspannwerken oder Netz-Einspeisungen bis 380 Kilovolt investiert am Standort Riesa 15 Millionen Euro. "Der Standort ist für 50 Mitarbeiter vorgesehen", sagt Geschäftsführer Dietmar Tietz. "Wir suchen aber noch weitere Mitarbeiter - für Fertigung, Montage, Inbetriebnahme. Und wir wollen auch die Projektleitung und den Vertrieb ausbauen", ergänzt Michael Bohnefeld, ebenfalls Geschäftsführer des Unternehmens.

Schon jetzt befindet sich in Riesa in der Nähe eine kleine Fertigung. Die soll aber nach der Fertigstellung der neuen Halle Anfang 2022 dort mit einziehen. Gebaut werden etwa Schaltschränke für die eigenen Umspannwerke. Allerdings sei man mittlerweile so weit, dass man seine Produkte wie Sonderschaltschränke auch Drittkunden zum Verkauf anbieten könne. "Wir wollen künftig Fertigungstiefe und Fertigungsvielfalt weiter erhöhen", sagt Bohnefeld. Zu den Eigenentwicklungen von WT Energiesysteme gehört etwa ein „Kombi-Schrank“, der Schutz-, Steuer- und Fernwirktechnik mit vielen weiteren Komponenten integriert.

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Die Dimensionen der neuen Fertigungshalle im Gewerbegebiet Glogauer Straße zeichnen sich bereits ab. Dort kommt aber noch ein weiteres Gebäude dazu.
Die Dimensionen der neuen Fertigungshalle im Gewerbegebiet Glogauer Straße zeichnen sich bereits ab. Dort kommt aber noch ein weiteres Gebäude dazu. © Sebastian Schultz

Aktuell verteilen sich die 78 Mitarbeiter auf die Standorte Riesa und Offenburg (Baden-Württemberg), auch in Schweden ist WT Energiesysteme aktiv - mit Niederlassungen in Västerås (bei Stockholm) und Luleå (im Norden, unweit der finnischen Grenze). Sie betreuen derzeit 32 Projekte in ganz Deutschland und in Schweden. Die Homepage verzeichnet bereits 167 in Betrieb genommene Umspannwerke. "Und die Nachfrage steigt", sagt Dietmar Tietz.

Schließlich gehöre man zu den führenden Anbietern, die Umspannwerke, etwa für Photovoltaikanlagen, Windparks oder Wasserstoffanlagen errichten, - einer Sparte mit Wachstumspotenzial.

Aktuell suche man etwa Automatisierungstechniker, Elektromonteure, Elektroingenieure, Entwicklungsingenieure, Bauplaner, Bauleiter, Projektleiter. Für sie entsteht an der Glogauer Straße in Riesa ein Dreier-Komplex aus Fertigungshalle, Bürogebäude und Zwischenbau. In Letzterem soll eine eigene Lehrlingsausbildung Platz finden. Dem Thema schenke man viel Beachtung, sagt der 58-Jährige. Auch Kooperationen mit Berufsakademien und anderen Hochschulen sind geplant.

Am Platz jedenfalls soll es dieses Mal nicht scheitern: Mit 30.000 Quadratmetern Fläche hat WT Energiesysteme einen erheblichen Anteil des Gewerbegebiets gekauft. Tatsächlich bebaut werden jetzt erst einmal 8.000 Quadratmeter. Der Rest soll so folgen, wie es die wirtschaftliche Entwicklung hergibt. "Bislang hatten wir Flächen angemietet, die immer schnell zu klein wurden", sagt Tietz.

In Dresden hat das Unternehmen ein eigenes Büro für Engineering und Vertrieb. Warum wird dann nun in Riesa gebaut - nicht in der Landeshauptstadt? "Wir sind seit fast 20 Jahren hier. Und auf die Kollegen in Riesa kann man sich wirklich verlassen", sagt der Seniorchef. An einem Industriestandort wie Riesa bemerke man die Bereitschaft der Leute, sich auf technische Berufe einzulassen, etwa im Bereich Elektrotechnik und Metall. "Und es ist doch schön, wenn man dazu beitragen kann, die Leute in der Region zu halten." Zudem gibt es ein Lob für Riesas OB Marco Müller: Der habe immer ein offenes Ohr für die Anliegen des Unternehmens.

So soll es auf dem Areal in Sichtweite des Riesaparks aussehen, wenn alles fertig ist. Und Platz für mögliche Erweiterungen gibt es dort auch noch.
So soll es auf dem Areal in Sichtweite des Riesaparks aussehen, wenn alles fertig ist. Und Platz für mögliche Erweiterungen gibt es dort auch noch. © Sebastian Schultz

Das war jetzt auch bei einem Wettbewerb in Würzburg erfolgreich: Dort erhielt WT Energiesysteme nach einer erstmaligen Nominierung für den „Großen Preis des Mittelstands“ durch die Stadt Riesa zugleich mit drei weiteren Unternehmen aus Sachsen die Prämierungsstufe „Finalist“. Das 2002 gegründete Unternehmen stehe für effiziente Einspeisung sowie Anbindung von Hoch- und Mittelspannungsanlagen im Bereich der regenerativen Energiegewinnung. Eine weitere Kompetenz sei die Anbindung elektrotechnischer Anlagen von Industrieunternehmen und der Bau von Umspannwerken für Energieversorger.

Das Unternehmen finde dabei zukunftsweisende Lösungsansätze, die bei der Überwachung und dem Anlagenschutz herstellerunabhängig arbeiten.

Der Erhalt der Auszeichnung sei nur durch die hoch qualifizierten und hoch motivierten Mitarbeiter möglich gewesen, sagt Michael Bohnefeld. Der 43-Jährige ist genauso wie Dietmar Tietz studierter Elektroingenieur.

WT Energiesysteme war jetzt beim Großen Preis des Mittelstands erfolgreich.
WT Energiesysteme war jetzt beim Großen Preis des Mittelstands erfolgreich. © Sebastian Schultz

Und wie lassen sich in Riesa neue Leute finden? Viel laufe über zufriedene Kollegen und Mundpropaganda. Außerdem seien positive Bewertungen bei Online-Portalen hilfreich. "Dank unserer Personalreferentin gelingt es uns auch immer wieder, neue Mitarbeiter aus der Umgebung, aber etwa auch aus Rumänien, Usbekistan, Polen oder dem Iran für unseren Standort zu gewinnen", sagt Dietmar Tietz.

Attraktiv sei man durch Zusatzleistungen wie geförderte Weiterbildung, ärztliche Vorsorgeuntersuchungen, betriebliche Altersvorsorge - bis hin zur Übernahme aller Kosten für Kinderkrippe und Kindergarten. Für die Kollegen plane man in Riesa sogar eine eigene Kantine. "Und ein paar weitere Ideen haben wir noch im Köcher”, sagt Michael Bohnefeld.

www.wt-energiesysteme.de

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