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Teigwaren-Streik in Riesa: Gewerkschaft schreibt an Geschäftsführung

Die NGG erneuert ihr Angebot, zu verhandeln – trotz der Verärgerung über Aussagen des Nudelherstellers.

Zuletzt war am Mittwoch vor dem Teigwaren-Werk in Riesa gestreikt worden. Jetzt hat die Gewerkschaft NGG vor einer weiteren Eskalation gewarnt - und erneut Verhandlungsbereitschaft signalisiert.
Zuletzt war am Mittwoch vor dem Teigwaren-Werk in Riesa gestreikt worden. Jetzt hat die Gewerkschaft NGG vor einer weiteren Eskalation gewarnt - und erneut Verhandlungsbereitschaft signalisiert. © Sebastian Schultz

Riesa. Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten hat sich in einem Schreiben an Teigwaren-Geschäftsführer Mike Hennig gewandt. Mit dem Schriftstück kontaktiert der NGG-Ost-Vorstand Uwe Ledwig die Teigwaren, um "einer Lösung des Tarifkonfliktes näherzukommen, bevor dieser endgültig eskaliert".

Die NGG bietet in dem Schreiben an, über einen Stufenplan oder kurzfristige Entgelt-Erhöhungen zu verhandeln - und fordert von der Geschäftsführung ein Bekenntnis. "Um es klar zu benennen: Eine Vertröstung von möglichen Tarifverhandlungen in das nächste Jahr ist keine Option", so Ledwig in dem Schreiben. Man sei nach wie vor gewillt, auf dem Verhandlungsweg eine Lösung zu erreichen. "Wenn dies nicht möglich ist, bleibt uns nichts anderes übrig, als unsere Arbeitskampfmaßnahmen auszuweiten und zu verschärfen."

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Verärgert hatten die Gewerkschafter über Äußerungen der Teigwaren-Geschäftsführung zur Bezahlung der Mitarbeiter reagiert, die auch in der SZ zu lesen waren. In einer Stellungnahme am Mittwoch hieß es, die Mehrzahl der Mitarbeiter bekomme ohne Zulagen bereits 13 bis 16 Euro Stundenlohn. Damals hieß es bereits von der NGG, man könne dieses Zahlenwerk nicht nachvollziehen. Nun legte Betriebsratschef Frank Meyer nach: Von 130 Mitarbeitern, für die die Gewerkschaft zuständig ist, bekomme mehr als die Hälfte ein Entgelt von weniger als 13 Euro. Knapp 30 lägen nur wenige Cent über 13 Euro.

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Auf den höheren Verdienst komme man nur, wenn andere Leistungen hinzugerechnet würden - etwa Schichtzuschläge und Weihnachtsgeld. "Darum geht es uns derzeit aber nicht, das ist im Manteltarif geregelt. Wir verhandeln nichts anderes als den Entgelt-Tarif", betont Meyer. Er spricht von einer momentan sehr harten Konfrontation. Eine Fortsetzung des Arbeitskampfs scheint bislang unausweichlich. "Ich wäre aber lieber am Verhandlungstisch."

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