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Kieswerk an der B 169 öffnet Türen

Trotz Corona traut man sich bei den ard-Baustoffwerken, ein Fest zu veranstalten. Dort stellt sich auch ein neuer Chef vor.

Im Kieswerk der ard-Baustoffwerke gibt es jetzt einen Tag der offenen Tür. Hier eine Ansicht von der anderen Seite der Bahnstrecke Dresden-Leipzig (im Vordergrund). Hinten links ist die B 169 zu erkennen, ganz hinten Riesa.
Im Kieswerk der ard-Baustoffwerke gibt es jetzt einen Tag der offenen Tür. Hier eine Ansicht von der anderen Seite der Bahnstrecke Dresden-Leipzig (im Vordergrund). Hinten links ist die B 169 zu erkennen, ganz hinten Riesa. © Lutz Weidler

Zeithain. Das Kieswerk an der B 169 in Zeithain legt jetzt auch ganz offiziell einen Sandkasten an. Im XXL-Format. "Zum Tag der offenen Tür gibt es bei uns einen sechs mal 16 Meter großen Sandkasten", sagt Dirk Menninger, Technischer Leiter bei den ard-Baustoffwerken, die am Schnittpunkt von B 169 und S 88 nicht nur Kies fördern, sondern auch Asphalt herstellen.

Am Sonnabend, 26. September, sind dort Besucher willkommen, um sich selbst ein Bild von der Anlage und den Arbeiten rund um die prägnante Kiesbrücke über die Bundesstraße zu machen. Dort können sie auch den neuen Betriebsleiter kennen lernen: Martin Mühlmeyer hat vor knapp drei Monaten die Nachfolge von Michael Runge angetreten. 

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Ab 6. November warten bei der SZ-Auktion wieder tolle Schnäppchen, ob als Geschenk oder für einen selbst. Gleichzeitig wird damit der regionale Handel unterstützt.

Der 33-Jährige ist von einem Baukonzern nach Zeithain gewechselt, wo er zuvor zehn Jahre für die Logistik verantwortlich war. "Die Themen Betriebsführung und Baustoffe sind mir nicht fremd", sagt der gelernte Verkehrsfachwirt für Logistik, der aus Magdeburg stammt und jetzt in einem Dorf bei Oschatz wohnt.

15 Leute beschäftigt ard am Standort Zeithain, darunter sind drei Lehrlinge. Eine gute Quote, findet Dirk Menninger. "Die ist wichtig für eine nachhaltige Personalentwicklung." Am Markt ließen sich erfahrene Leute kaum finden. Zumal die im Kiesabbau verwendeten Anlagen derart individuell seien, dass man für das Einarbeiten schon ein halbes Jahr ansetzen müsse. "Das ist nicht wie beim Radlader-Fahren, das man auch anderswo lernen kann", sagt Martin Mühlmeyer.

Bei den Speditionen, Lieferanten und auch im Rathaus hat sich der neue Betriebsleiter schon vorgestellt. Zeithains Bürgermeister wird er wohl am Sonnabend schon wieder sehen: Der hat sich für die Eröffnungsrede angekündigt - dabei war Ralf Hänsel als Landratskandidat erst kürzlich in Würschnitz bei einer Veranstaltung von Gegnern des Kiesabbaus dabei. Dort hatte er angekündigt, als Landrat einen runden Tisch moderieren zu wollen.

Während sich ganz im Osten des Landkreises Naturschützer um den Wasserhaushalt von Mooren Gedanken machen, sind es hier vor allem besorgte Bürger aus Moritz, die sich um mögliche Abflusshindernisse bei Hochwasser sorgen. Und da steht weniger das Kieswerk selbst im Mittelpunkt der Kritik, als die geplante Variante der Behörden, die B 169 an dieser Stelle künftig höher zu legen. 

Laut den ard-Baustoffwerken sei der Grundwasserspiegel dieses Jahr im Werk Zeithain jedenfalls relativ konstant bei 90 Metern geblieben. "Er schwankt um plus/minus 20 Zentimeter, das ist nicht so arg, wie in den Jahren davor", sagt Dirk Menninger, der für das Absinken des Grundwasserspiegels vor allem die lange Trockenheit verantwortlich macht.

Sind mit Präsenten auch für kleine Gäste gerüstet: der neue Betriebsleiter der ard-Baustoffwerke in Zeithain Martin Mühlmeyer (li.) und Technischer Leiter Dirk Menninger.
Sind mit Präsenten auch für kleine Gäste gerüstet: der neue Betriebsleiter der ard-Baustoffwerke in Zeithain Martin Mühlmeyer (li.) und Technischer Leiter Dirk Menninger. © Foto: Lutz Weidler

Eine andere Herausforderung derzeit ist die künftige Absatzentwicklung, bei der sich erste Corona-Folgen für die deutsche Wirtschaft zeigen: Beim Asphalt laufe es derzeit schon noch gut, beim Kies aber sei schon eine Delle zu bemerken. "Obwohl im Herbst sonst eigentlich eine Rallye auf Kies einsetzt", sagt Menninger. Offenbar bleiben manche gewohnten Straßenbau-Ausschreibungen aus.

"Übers Jahr gesehen wollen wir aber nicht jammern", sagt Menninger. Die einzelnen Teile der Unternehmensgruppe würden unterschiedlich guten Absatz verzeichnen. Im Erzgebirge läuft es noch gut, dafür ist es in Sachsen-Anhalt derzeit ziemlich schwierig. "Die Ämter gehen wohl unterschiedlich mit der Situation um." Das trifft vorrangig Produkte für den Straßenbau. "Dabei wäre da eigentlich Bedarf ohne Ende, wenn man sich manche Straßen anschaut", sagt Menninger. 

Er ist gespannt, wie sich der öffentliche Bau im nächsten Jahr weiter entwickelt. Schließlich ist es kein Geheimnis, dass den Kommunen durch den Lockdown massiv Steuereinnahmen wegbrechen. Doch es wird weiter gehen, davon ist man bei ard überzeugt. Das neu aufgeschlossene Feld auf der östlichen Seite der B 169 reicht jedenfalls für die nächsten 12, 13 Jahre.

Tag der offenen Tür

  • Termin: Sonnabend, 26. September, 10-16 Uhr; Personal aus den Schwesterwerken Löbejün und Venusberg ist vor Ort, um alle Vorbereitungen für mehrere Hundert Gäste auch unter Corona-Bedingungen zu treffen.
  • Das geplante Lkw-Ziehen muss unter Corona-Bedingungen leider ausfallen; aber es gibt einen extra-großen Sandkasten für Kinder, Minibaggerfahren, Besichtigungen von Abbau- und Siebtechnik.
  • Angeboten werden Rundfahrten auf dem Kiessee mit einem Schubboot aus NVA-Beständen - dort gilt allerdings wie bei Führungen und im Shuttlebus Maskenpflicht.
  • Festzelt und Bierwagen sind auch da, als Imbiss wird es Burger geben.
  • Mehrere Partner der Baustoffwerke sind vor Ort: die Allianz, das Qualifizierungszentrum Riesa, die Firma Zeppelin, die Spedition Peter Oschatz, die Firma Lindner TS.

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