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Riesa

Zeithainer Wehrmachtfotos heute im MDR

Das Kulturmagazin filmte jetzt in der Gedenkstätte Ehrenhain in Zeithain.

Das Pfahlhängen als Bestrafungsmethode war in Deutschland eigentlich verboten - wurde aber zumindest zeitweise in Zeithain geduldet.
Das Pfahlhängen als Bestrafungsmethode war in Deutschland eigentlich verboten - wurde aber zumindest zeitweise in Zeithain geduldet. © VVN/BdA Leipzig; Stiftung Sächsische Gedenkstätten

Zeithain. Das MDR-Kulturmagazin "Artour" sendet am Donnerstag um 22.10 Uhr einen Beitrag über die Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain. Anlass der Sendung ist der Fund von bisher unbekannten Wehrmachtsfotografien aus dem Kriegsgefangenenlager Zeithain. Sie waren im Herbst 2020 im Archiv der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) in Leipzig entdeckt worden. In der vergangenen Woche drehte der MDR dafür in der Geschäftsstelle der VVN-BdA in Leipzig und in der Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain, bestätigt Pressereferentin Nora Manukjan.

Die mehr als 70 Schwarz-Weiß-Aufnahmen dokumentieren den Alltag aus dem Kriegsgefangenenlager Zeithain. Dort waren am Rand der Gohrischheide ab 1941 Zehntausende sowjetische Soldaten untergebracht, viele Tausend von ihnen starben an mangelhafter Versorgung, schlechter Behandlung, an Epidemien.

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Bei den Fotos handelt es sich um einen Zufallsfund, sagt Jens Nagel, Leiter der Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes ordnete im Herbst 2020 ihr Archiv in Leipzig neu. Dabei fiel Vereinsmitgliedern ein bisher unbeachteter Briefumschlag in die Hände. Er enthielt nicht nur Dutzende Fotos, sondern auch einen Artikel der Leipziger Volkszeitung vom 25. Juni 1946 mit der Überschrift „Der Totenwald in Zeithain“ sowie Plakate mit Bildern aus dem Kriegsgefangenenlager.

Besonders brisant ist ein Foto vom Pfahlhängen. Diese Bestrafungsmethode, bei der Gefangene mit dem Rücken an einen Pfahl gestellt und ihre verbundenen Arme hochgezogen worden, galt während des Zweiten Weltkriegs auch in der Wehrmacht als verboten. Bisher gab es in Zeithain von dieser Foltermethode nur Zeichnungen von Kriegsgefangenen. Das Foto ist nun der Beweis. (SZ/jö)

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