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Riesaer Räuber muss hinter Gitter

In Dahlen hatte der 19-Jährige einen Rentner überfallen. Das Gericht urteilt härter als von der Anklage gefordert.

© Symbolbild/dpa

Riesa. Ein 19 Jahre alte Riesaer, der einen 78-Jährigen am Bahnhof in Dahlen überfallen hat, ist zu einer Jugendstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Das Jugendschöffengericht sah es als erwiesen an, dass der zum Tatzeitpunkt 17-jährige Deutsche den gehbehinderten Rentner von hinten niederschlug, als dieser sein Fahrrad abschließen wollte und ihm anschließend die Tasche wegnahm. Anschließend nahm er gemeinsam mit einem Komplizen die Bahn Richtung Oschatz, wo beide das Bargeld aus der Tasche zum Feiern benutzten.

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Bei Gericht hatte der junge Mann zwar den Diebstahl eingeräumt, gleichzeitig aber angegeben, er habe den Geschädigten nicht geschlagen. In das Urteil flossen noch drei weitere Delikte ein. So wurden dem Riesaer ein Fahrraddiebstahl, Hehlerei und unerlaubter Drogenbesitz zur Last gelegt.

Mit dreieinhalb Jahren Jugendstrafe urteilte das Schöffengericht härter als von der Anklage gefordert. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer zuvor drei Jahre und zwei Monate gefordert. Grund sei vor allem die Schwere der Schuld, so der Vorsitzende des Gerichts, Herbert Zapf. „Es wäre für Außenstehende unverständlich, wenn hier keine Haft verhängt würde.“

Ähnlich hatte auch die Staatsanwältin argumentiert. Der Bürger habe ein Anrecht darauf, sich im öffentlichen Raum sicher zu bewegen. Angriffe wie der von Dahlen müssten hart geahndet werden, weil sonst das Unsicherheitsgefühl steige.

Den 23-jährigen Komplizen, der gemeinsam mit dem 19-Jährigen angeklagt war, verurteilte das Gericht zu 22 Monaten Jugendhaft, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Beide hätten zusammen den Entschluss gefasst, dem alten Mann die Tasche zu entwenden. Der 23-Jährige hatte das während des Prozesses mehrfach bestritten. Das harte Urteil gegen ihn sei ein Signal, dass eine so schwere Straftat nicht toleriert werde.

Gleichzeitig erkannte das Gericht aber an, dass der 23-Jährige anders als der Mitangeklagte in geordneten Verhältnissen lebt und sich um ein erfolgreiches Leben bemüht. Er muss während der Bewährungszeit 1 000 Euro Schmerzensgeld an den Geschädigten zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (SZ/stl)