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Riesas Hafen feiert Jubiläum

Dieses Jahr wird die Anlage 130 Jahre alt. Unsere Bildergalerie zeigt interessante historische Aufnahmen.

© Sebastian Schultz

Von Christoph Scharf

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Riesa. Er zählt zu den wichtigsten Binnenhäfen Sachsens, auch wenn die Kapitäne immer wieder mit zu wenig Wasser zu kämpfen haben. Die Betreibergesellschaft will ihn deutlich ausbauen, Anwohner fürchten mehr Verkehr. So oder so: Der Riesaer Hafen prägt den Stadtteil – und das seit 130 Jahren. 1888 wurde der Eisenbahnverkehrshafen Riesa-Gröba – der sogenannte „Alte Hafen“ – in Betrieb genommen. Das möchte das Unternehmen Sächsische Binnenhäfen Oberelbe (SBO) feiern. „Wir planen im September ein Hafenfest“, sagt Sprecherin Mandy Hofmann.

Die Hafengeschichte in Bildern

Am 1. und 2. September, als Bestandteil des Stadtfestes, würden sich auf dem Areal die Hafenanlieger mit Ständen präsentieren. Auch Sportvereine seien dabei – etwa die Drachenbootfahrer.

Der Hafenbetreiber ist bereits mit der Dampfschifffahrt im Gespräch. „Unser Wunsch ist, dass man an diesen Tagen per Schiff von Dresden nach Riesa fahren kann“, sagt Mandy Hofmann. Schließlich erinnern sich ältere Riesaer oft mit Wehmut daran, dass die Weiße Flotte einst ganz regulär bis Riesa fuhr – während die Route aktuell bereits in Diesbar-Seußlitz endet.

130 Jahre mit Auf und Ab

Am 1. September 1888 werden das untere Hafenbecken und die Schlossbrücke eingeweiht.

1901 wird die Erweiterung des Hafens durch den Bau des „Neuen Hafens“ mit zweitem Becken abgeschlossen.

Zu DDR-Zeiten hat Riesa den zweitgrößten Binnenhafen des Landes, der Umschlag bricht mit der Wende ein.

1996 erfolgt der erste Rammschlag zum Neubau der Nordkaimauer, 1998 werden am neuen Nordkai zwei Drehkrane eingeweiht.

2001 werden die südliche Kaimauer saniert und die Krankapazität auf 45 Tonnen erhöht.

Quelle: SBO

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Ein weiterer Höhepunkt soll die Vorstellung einer Rangierlok auf dem Hafenareal sein. Möglicherweise gibt es auch Draisinenfahrten. Schienen genug gibt es jedenfalls auf dem Hafenareal – wie Riesaer Autofahrern spätestens mit der Baustelle an der Hamburger Straße bewusst gemacht wurde. Dort wird derzeit einige Monate lang eine neue Stützwand errichtet, um den Gleisanschluss zum Hafen auf stabilen Grund zu stellen.

Kritiker werfen dem Riesaer Hafen ohnehin vor, dass nur der geringste Teil der Fracht per Schiff auf die Reise geht, während Schiene und Lkw als Verkehrsträger vorherrschen. Bei der SBO weist man dagegen darauf hin, dass gerade die Verzahnung dieser drei Verkehrswege das Plus für den Standort Riesa ausmache. Schon mit einer besseren Unterhaltung der Elbe könne man außerdem eine höhere Schiffbarkeit des Flusses sichern. Vergangenes Jahr wurden in Riesa knapp 43 000 Containereinheiten umgeschlagen.