merken

Riesas Raserstrecken

Mithilfe unserer Leser haben wir eine regionale Raserkarte erstellt. Die SZ zeigt die brisantesten Stellen.

Von Britta Veltzke

Gesund und Fit

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

Riesa. Raser haben 2017 im Altkreis Riesa mehr als 90 Verkehrsunfälle verursacht. Laut Polizeidirektion Dresden wurden dabei 43 Menschen verletzt, 13 davon schwer. Anwohner sind von den röhrenden Motoren zu schneller Autos genervt, und Eltern haben Angst um ihre Kinder. Jeder dürfte schon mal Erfahrung mit unbelehrbaren Fahrern gemacht haben – oder ist selbst schon zu schnell unterwegs gewesen. Kein Wunder also, dass die SZ nach ihrem Aufruf mehr als 30 Hinweise auf berüchtigte „Rennstrecken“ bekommen hat. Daraus entstanden ist eine Raserkarte.

Bundesstraßen: zu schnell nach Glaubitz

Eine „beliebte“ Raserstrecke scheint die B 98 zwischen Zeithain und Glaubitz zu sein. „Wenn die Anwohner aus der Siedlung raus wollen, werden sie bald über den Haufen gefahren“, schreibt ein SZ-Leser. Auch Landkreis und Polizei haben die Stelle im Blick. Allerdings scheinen Geschwindigkeitskontrollen dort gar nicht so einfach zu sein: „Kontrollen sind an dieser Stelle nur eingeschränkt möglich. Auch messtechnisch sind entsprechende mobile Maßnahmen standortbedingt schwierig umzusetzen“, erklärt ein Sprecher des Landratsamtes.

Auch andere Bundesstraßen wurden von SZ-Lesern mehrfach als Rennstrecken benannt. So zum Beispiel die B 182, die Riesa-Gröba mit Strehla verbindet. Besonders rasant muss es in Forberge zugehen. Und natürlich fällt immer wieder der Begriff B 169. Das Landratsamt veranlasst auf dieser Bundesstraße nach eigenen Angaben bis zu zwei Kontrollen monatlich an verschiedenen Stellen. „Diese sind grundsätzlich auch weiterhin geplant!“

Haupt- und Landstraßen: mit 100 Sachen über die Hafenbrücke

70 Stundenkilometer in einer kurvigen Tempo-30-Zone? Ein SZ-Leser beobachtet das immer wieder auf der Bahnhofstraße unterhalb des Riesenhügels. Kaum einer halte sich dort an die Geschwindigkeitsbegrenzung. „Manche fahren dort 70 und mehr und schneiden die Kurve. Das gilt auch für den Lkw-Verkehr.“ Das hat offenbar auch die Polizei bemerkt und dort des Öfteren schon geblitzt – ebenso wie auf der Rostocker und der Weidaer Straße in Riesa.

Ein anderer Leser berichtet von Rasern, die regelmäßig auf der Strehlaer Straße unterwegs sind, und zwar: von der Hafenbrücke bis Ortsausgang in Richtung Strehla. „Meistens Samstag und Sonntag mit Tempo von bis zu 100 Stundenkilometern. In der Woche kommt das natürlich auch vor, aber nicht so extrem wie am Wochenende.“ Eine Anwohnerin beschwert sich zudem über den Verkehr auf der Reußner Straße: „Dort rasen die Autos von der Alleestraße kommend den Berg herab. Am schlimmsten sind die leeren Rüben-Lkws, die dann durch Bodenwellen und Rasen wahnsinnigen Krach verursachen.“ Auch Landstraßen werden oft genannt, so etwa die Canitzer Straße und die Poppitzer Landstraße. Auf beiden Strecken hat die Stadt Riesa 2017 mehrfach das Blitzgerät aufgestellt.

In Wohngebieten: schnelle Schleichwege

Temposünder machen auch nicht vor Wohngebieten halt. „Wir beobachten tagtäglich, wie häufig die 30er-Zone im Bereich Otto-Lilienthal-Straße/Am Gucklitz durch Fahrzeugführer von Autos und Lkws missachtet wird. Vor allem die Fahrtrichtung zur Rostocker Straße hin“, schreibt ein Leser. Mehrere Mitteilungen bei der Stadt seien mit einmaligen, kurzen Geschwindigkeitskontrollen abgetan worden.

Ähnlich geht es einem Anwohner der Poppitzer Straße: „Seit hier Straßensanierungsarbeiten durchgeführt wurden, lädt das kurze Stück zwischen Abzweig Poppitzer Landstraße bis Mergendorfer Weg als Abkürzung und Rennstrecke ein.“ Zu begrüßen wäre aus seiner Sicht, eine Geschwindigkeitsbegrenzung, Fahrbahneinengungen oder das Parken auf der Straße zu erlauben. „Schon wäre der Anreiz des Durchrasens hinfällig, zumal die Fahrt über die breitere und gut ausgebaute Meißener Straße ohnehin schneller und sicherer ist.“ Ebenfalls als schneller Schleichweg wird offenbar die Rosenstraße genutzt.

Mal fix das Schulkind weggebracht: Das scheint die Devise vieler Eltern zu sein, die ihre Kinder am Heisenberggymnasium abliefern. Die Geschwindigkeit der meisten Autos in der Heinrich-Lorenz-Straße sei überhöht, teilt ein Leser mit.

Die interaktive SZ-Karte: www.szlink.de/raserinriesa