Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Merken

Riesas roter Regenbogen

Sogar die Tagesschau hat von dem seltenen Wetterphänomen Wind bekommen. Drei Zutaten sind dafür nötig.

Teilen
Folgen
NEU!
© Stefan Schwager

Riesa. Ein imposanter Regenbogen steht über Riesa. Ein Maisfeld vor der Stadt wird in gleißend-rotes Licht getaucht. Gleich zweimal innerhalb kurzer Zeit war dieses Wetterphänomen über Riesa zu beobachten, das Sternwarten-Chef Stefan Schwager in den vergangenen Tagen fotografiert hat.

In sozialen Netzwerken wurde schon scherzhaft spekuliert, Schwager habe für das Foto einfach einen Farbfilter verwendet. Doch der wahre Grund für die Beobachtung seien besondere Wetterbedingungen gewesen, erklärt Schwager: „Die Regenfronten der vergangenen Tage lockerten sich jeweils zum Sonnenuntergang leicht auf, sodass die untergehende Sonne die Landschaft der Region in ein fantastisches, fast magisches Zwielicht tauchte.“

Nur wenige Beobachtungen im Jahr

Weil es kurz vor Sonnenuntergang noch immer leicht regnete, seien am Sonntag und Montag am Osthimmel fantastische Regenbögen zu sehen gewesen. „Das Besondere daran: Wenn die Sonne am Horizont steht, dann wird ihr Licht ins rote Spektrum hinein gebeugt“, erklärt der Sternwarten-Chef. Alles, auch die Sonne selbst, erscheine dann rötlicher.

Gleichzeitig würden diese Regenbögen auch besonders groß. Das hat laut Schwager optische Gründe. „Steht die Sonne genau am Horizont, so hat sie den minimal niedrigsten Punkt am Himmel, um mit ihrem Licht einen Regenbogen zu erzeugen, ergo hat der Regenbogen die größte Erhebung über dem Horizont.“ – Regen, eine aufreißende Wolkendecke und eine tief stehende Sonne – weil es dieser drei Zutaten bedarf, sind „Rote Regenbögen“ nicht allzu häufig zu beobachten, sagt Stefan Schwager. „2010, 2012, 2014 und zweimal in diesem Jahr haben Mitglieder der Riesaer Volkssternwarte sie sehen und dokumentieren können.“ Dass sie gleich zweimal hintereinander auftauchten, das sei folglich noch seltener. „Hoffentlich haben viele Riesaer nach oben gesehen, denn das Spektakel dauerte je nur knapp fünf Minuten.“

Für die Bilder aus Riesa hat sich mittlerweile auch die ARD interessiert: Einen Beitrag des Mitteldeutschen Rundfunks teilte auch die Tagesschau auf ihrem Facebook-Auftritt. Im Internet sind übrigens noch weitere Bilder solcher roten Regenbögen zu finden. Während bei dem über Riesa fotografierten Exemplar noch andere Farbtöne zu erkennen sind, erscheinen andere vollständig als rote Bögen am Horizont. (SZ)

Haben Sie den Roten Regenbogen ebenfalls beobachtet oder fotografiert? Hinweise nimmt die Redaktion unter [email protected] entgegen.