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Riesas Wahrzeichen wird saniert

Bis in den Herbst sollen die Stahlträger im Inneren der Kirche erneuert werden. Für die Gemeinde ist es das größte Bauprojekt des Jahres.

© Sebastian Schultz

Von Stefan Lehmann

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Riesa. Die Uhr steht bereits still, die Glocken sind schon eingehaust: Die Sanierungsarbeiten an der Trinitatiskirche haben begonnen. Oder, besser gesagt: die Vorbereitungsarbeiten dafür. An der Nordseite der Kirche wächst gerade ein Spezialgerüst empor, über das später Material nach oben transportiert werden soll. Denn die Sanierungsarbeiten werden im Inneren der Kirche stattfinden, unter dem Dach. Die Stahlkonstruktion der 1897 erbauten Kirche ist in die Jahre gekommen, braucht dringend einen neuen Korrosionsschutz und einen neuen Anstrich, erklärt Andreas Wolf vom Pfarramt der Kirchgemeinde. Im Turm wird deshalb ein Gerüst aufgebaut und anschließend der Stahl von oben nach unten vom Rost befreit und neu angestrichen.

Seit 2015 bereitet die Kirchgemeinde die Baumaßnahme vor. Ursprünglich sollte sie schon im vergangenen Jahr beginnen, doch die Umsetzung verzögerte sich noch einmal. Dass es nun losgehen kann, ist laut Wolf auch der Fürsprache von OB Marco Müller und Innenminister Thomas de Maizière (beide CDU) zu verdanken. Beide hätten sich dafür eingesetzt, dass die Gemeinde Fördermittel von Bund und Ländern erhält. Dazu muss die Kirche auch noch einen Eigenanteil stemmen. „Es freut mich, wie doch immer etwas möglich ist“, sagt Kirchvorsteher Michael Herold. „Wir sind nicht so eine reiche Kirchgemeinde, dass wir das alleine finanzieren könnten, deshalb ist es toll, wenn der Bau auch von Außen als würdig erachtet wird und man dafür Fördergelder gibt.“ Es freue ihn, wenn die Kirche auch von Nicht-Christen als Wahrzeichen wahrgenommen werde.

Allein dieser erste Bauabschnitt, der nun anläuft, soll insgesamt rund 623 000 Euro kosten. In einem zweiten Abschnitt soll später einmal das Dach des Turms neu eingedeckt werden. Dafür müssen aber noch Fördermittel beantragt werden. Etwa zehn Firmen aus Mitteldeutschland werden auf die eine oder andere Weise in die Arbeiten involviert sein. Gerne hätte die Gemeinde noch weitere Arbeiten an Riesaer Unternehmen abgegeben, erklärt Andreas Wolf. Allerdings sei das Projekt für die meisten zu umfangreich gewesen. Federführend seien das Bauplanungsbüro Lohse aus Käbschütztal und das Architekturbüro Helm aus Dresden.

Die Arbeiten am 75 Meter hohen Turm sollen voraussichtlich bis in den Herbst dauern. „Der Turm ist nun gesperrt, es kann auch keine Führungen geben“, sagt Andreas Wolf. Alle anderen Veranstaltungen wie Gottesdienste und Konzerte fänden allerdings wie angekündigt statt.