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1.550 Menschen zeigen Herz für kranken Ben

Die Spendenbereitschaft für den Jungen aus Bernstadt ist hoch. Das DRK bedankt sich, die Stadt hält eine Überraschung parat.

Bernstadts Bürgermeister Markus Weise (links) im Gespräch mit Jens Scholz vom DRK. Weise hat sich bei der Aktion gleich selbst typisieren lassen und die Türen des Stadthauses extra lange aufgehalten.
Bernstadts Bürgermeister Markus Weise (links) im Gespräch mit Jens Scholz vom DRK. Weise hat sich bei der Aktion gleich selbst typisieren lassen und die Türen des Stadthauses extra lange aufgehalten. © www.rafa-sampedro.de

Es ist ein Rekord: 1.550 Menschen sind dem Aufruf für den an Leukämie erkrankten Ben gefolgt und haben sich als Stammzellenspender registrieren lassen. "Mit einer solchen Zahl haben wir nicht gerechnet, das ist außergewöhnlich", wird Jens Scholz vom DRK-Blutspendedienst nicht müde zu betonen. "Das ist allein der Organisation hier vor Ort zu verdanken und wir sagen ein ganz, ganz großes Dankeschön dafür", fügt Scholz hinzu. Normalerweise seien bei solchen Aktionen zwischen 400 und 800 Neuregistrierungen für die Deutsche Stammzellenspenderdatei zu erwarten, in Großstädten gern auch mal bis zu 1.000 berichtet der DRK-Mitarbeiter. Außerdem gebe es in der Region bereits sehr viele, die in der Spenderdatei registriert sind - beispielsweise durch den Aufruf für eine erkrankte Handballerin aus Bernstadt vor zweieinhalb Jahren.

Ein solcher Andrang nötigt den DRK-Experten des Deutschen Roten Kreuzes enormen Respekt ab. "Wir wollen uns vor allem auch bei all denen bedanken, die an den Tischen saßen und die Freiwilligen durch die Prozedur gelotst haben", erklärt er. Insgesamt 48 freiwillige Helfer - zum Teil aus Vereinen, Unternehmen und natürlich der örtlichen Feuerwehr - waren am Dienstagnachmittag stundenlang im Einsatz gewesen, um die große Aktion zu unterstützen. Angeschoben hatte dies alles die Altbernsdorfer Feuerwehr, die sich bei Unternehmen, Vereinen und bei der Stadt unzählige Mitstreiter gesucht hatte.

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Zudem will auch die Bernstädter Stadtverwaltung selbst - und der Stadtrat - ein Zeichen für den erkrankten Ben Tasche setzen: "Der Stadtrat hat beschlossen, eine finanzielle Unterstützung an Familie Tasche zu spenden", bestätigt Bürgermeister Markus Weise (Kemnitzer Liste). Man habe anvisiert, das Sitzungsgeld der Klausurtagung, die noch vor Weihnachten ansteht, zu spenden. Je nach Anzahl der Stadträte, die sich beteiligen, könnte es sich um etwa 500 Euro handeln. Die Stadt selbst wird sich außerdem mit einer Spende von circa 1.000 Euro an das DRK engagieren. "Das Geld soll für die Analyse der Proben genutzt werden", erklärt Weise. Der Bürgermeister selbst war bereits am frühen Nachmittag ins Stadthaus gekommen, zunächst vor allem, um sich selbst registrieren zu lassen. Dass er am Ende erst spät am Abend das Stadthaus verlassen würde, war vorab nicht abzusehen. "Wir haben bis gegen 21 Uhr noch Freiwillige zur Blutspende, die ja parallel zur Typisierung lief, zur Ader gelassen. Die Typisierung war eine halbe Stunde vorher beendet worden", skizziert Jens Scholz den Andrang. Dass sich bei der Gelegenheit 130 Menschen zu einer Blutspende entschlossen haben - davon 16 Erstspender - sei eine willkommene "Nebenwirkung" der großen Aktion für Ben.

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Beendet ist die Welle der Hilfsbereitschaft noch lange nicht: Heute sind die Mitarbeiter des Görlitzer Bombardierwerkes aufgerufen, sich ebenfalls für Ben typisieren zu lassen. Auch Birkenstock plant noch eine weitere Aktion, ebenfalls das Görlitzer Berufsschulzentrum und das Rathaus Görlitz. Auch bei der Polizeidirektion in Görlitz gebe es beim nächsten Blutspendetermin sicherlich eine solche Chance, heißt es bei der Pressestelle der Polizei. Einige Polizisten haben aber auch am Dienstagnachmittag bereits die Chance genutzt: Die Polizeiwagen, die man gelegentlich in der Stadt sah, waren nämlich nicht aus Sicherheitsgründen vor Ort, sondern, weil auch sie Herz für Ben zeigen wollten.

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