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Rietschener haben keinen Bock auf Schule

Dafür feiern sie am Wochenende Fasching. Hermann Kaubisch ist von Anbeginn dabei und sorgt auch in der 64. Saison für bunte Dekorationen.

Von Steffen Gerhardt

365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Gymnasium mit einem „Ü“? Da hat der Mann mit den Farbeimern sich wohl verschrieben? Hermann Kaubisch schüttelt mit den Kopf und muss lächeln: „Das ist Absicht“, sagt der Rietschener. Denn das Motto der 64. Saison lautet: „Keinen Bock auf Schule, heute machen wir Bambule“. Wer nicht zur Schule geht, der lernt auch nichts und macht Fehler, wie diesen Schreibfehler, schlussfolgert Kaubisch. Und während der Rietschener Karnevals Club im Saal der Fema sein Programm probt, steht Hermann Kaubisch mit Pinsel und Farbe im Foyer und arbeitet an der Dekoration für die Faschingsveranstaltung.

„Seit Anfang an bin ich schon Maler für den Verein“, sagt Kaubisch. Dieser Anfang war für ihn 1954. Denn er ist gelernter Maler. 1946 hat er sich ausbilden lassen. Seine Anstellung bekam der Rietschener in der Fema, als Betriebsmaler. Dabei hatte er nicht nur Wände, Türen und Fenster zu streichen, auch seine künstlerischen Fähigkeiten waren gefragt. „Diese habe ich mir so nach und nach angeeignet“, erzählt Kaubisch. Er beschriftete Schilder und Transparente, die vor allem zum 1. Mai und zum Tag der Republik, aber auch zu Betriebsfesten gefragt waren.

Als es 1954 hieß, für die Bühne im Kulturhaus zu malen, führte er „den Auftrag von oben“ ebenso aus. Seitdem ist er eine feste Größe für den Rietschener Karneval, auch wenn er selbst kein Vereinsmitglied ist. Sein Talent wird nicht nur von der Narrenzunft in Anspruch genommen, sondern auch für andere Vereine ist er tätig, wie Stahl Rietschen, dem Dorfklub Werder oder die Feuerwehr Rietschen, in deren Alters- und Ehrenabteilung Hermann Kaubisch Mitglied ist.

Bühnenbilder, Aushänge, Schriftzüge, das sind die Werke des heute 87-Jährigen. „Das hat mir schon immer Spaß gemacht und so bin ich dabei geblieben, auch nachdem ich in Rente gegangen bin.“ Etwas kürzer tritt er inzwischen doch, wegen seines Alters. „Heute lassen sie mich nicht mehr auf die hohe Leiter“, lacht er. Aber auch ohne Leiter sagt er aus Überzeugung: „Ich bleib der Sache treu, solange wie ich gebraucht werde und es mir meine Gesundheit erlaubt.“

Das freut die Karnevalisten, für die Hermann Kaubisch in jedem Jahr eine feste Stütze in der Umsetzung der Themen ist. Präsident Matthias Mönich schätzt nicht nur das handwerkliche und künstlerische Geschick von Hermann Kaubisch. „Auch seine Hilfsbereitschaft und Unterstützung ist uns eine wertvolle Hilfe. Dass Hermann das alles mit seinen 87 Jahren noch so gut bewerkstelligt, ist bewundernswert“, sagt der Präsident auch im Namen der Rietschener Karnevalisten.