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Niesky

Rietschens Scheunenwölfe heulen weiter

Das Museum auf dem Erlichthof bleibt erhalten, eine Informationsstelle wird eingerichtet.

Die Ausstellung zum Wolf auf dem Erlichthof bleibt erhalten, auch wenn das Kontaktbüro „Wolf“ aufgelöst wird.
Die Ausstellung zum Wolf auf dem Erlichthof bleibt erhalten, auch wenn das Kontaktbüro „Wolf“ aufgelöst wird. © Wolfgang Wittchen

Das laute „Huuuu“ der Wölfe wird auch künftig auf dem Erlichthof in Rietschen nahe Niesky zu hören sein. Das Wolfsmuseum in der Schrotholzsiedlung bleibt nach der Schließung des Kontaktbüros „Wölfe in Sachsen“ bestehen. Das erfuhr die Sächsische Zeitung auf Nachfrage. Vor wenigen Wochen hatte der Freistaat Sachsen beschlossen, das Wolfsmanagement neu zu organisieren. Dazu gehört die Auflösung des Kontaktbüros „Wölfe in Sachsen“. Das hatte bislang das Museum betreut. Wie es mit dem Haus, den Veranstaltungen rund um die Wölfe und mit der Beratung in der Oberlausitz und Sachsen weitergeht, gibt es hier im Überblick.

Das Museum: Die Ausstellung ist auch weiterhin geöffnet

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„Wir öffnen und schließen zu“, sagt Ute John von der Touristinformation in der Erlichthofsiedlung von Rietschen. Auch nach dem Aus für das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ bleibt das Wolfsmuseum in der Scheune bestehen. Das bestätigen sowohl der Landkreis Görlitz als auch Sachsens Umweltministerium auf Nachfrage. Derzeit kümmert sich die Touristinformation darum, dass das Haus dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet ist. Künftig wird das Museum Teil einer geplanten „Informationsstelle Wolfsscheune Rietschen“, die eingerichtet werden soll.

Die Veranstaltungen: Radeln, Wandern, Vorträge – das gibt es weiterhin

Radeln auf den Spuren der Wölfe, bei Wanderungen Hinterlassenschaften der Raubtiere entdecken, bei Vorträgen etwas hören über den Nachwuchs, die Entwicklung, das Jagdverhalten der Tiere – all das findet auch künftig in Rietschen statt. Alles, was im Veranstaltungskalender des Erlichthofes für 2019 angekündigt ist, soll laufen. Anmelden kann man sich über die Natur- und Touristinformation des Erlichthofes unter 035772 40235 oder über die E-Mail [email protected] Am 8. Juni ist zum Beispiel ab 13 Uhr eine Radtour ins Wolfsgebiet angekündigt. Laut Umweltministerium wird die geplante Informationsstelle in der Wolfsscheune auch künftig „Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Wolf für die Region wahrnehmen“, so Sprecherin Bianca Schulz. Dazu gehöre auch das Organisieren von Vorträgen, Wanderungen und Führungen. Die neue Fachstelle Wolf werde zudem Fachveranstaltungen anbieten, die über die thematische und regionale Zuständigkeit der Einrichtung in Rietschen hinausgehen.

Die Informationsstelle: In Rietschen gibt es Umweltbildung für Kinder

Auch wenn das Kontaktbüro auf dem Erlichthof Geschichte ist, gibt es vor Ort auch künftig Infos zum Wolf – und zwar speziell für Kinder und Jugendliche. In Trägerschaft des Landkreises Görlitz wird die „Informationsstelle Wolfsscheune Rietschen“ voraussichtlich im Juli eröffnet. Ihre Hauptaufgabe ist es, die Landkreise und kreisfreien Städte Sachsens inhaltlich und methodisch anzuleiten im Bereich Umweltbildung zum Thema Wolf. Es gibt dort also Handwerkszeug dafür, Kindern und Jugendlichen das Tier nahezubringen.

Die Rissgutachten: Noch kümmern sich die Kreise, bald die Fachstelle

Für Viehzüchter ist es immer ein Schock – sie kommen auf die Weide und finden tote, von Wölfen gerissene Tiere vor. Wollen sie dafür Entschädigung vom Freistaat in Anspruch nehmen, muss der Riss begutachtet werden. Daran gab es immer mal wieder Kritik. Denn mitunter waren die Zuständigen nicht erreichbar. Das soll sich ändern. Ab dem 1. August 2019 übernimmt die Fachstelle Wolf die Aufgabe. Dazu wird eine zentrale, ständige Rufbereitschaft eingerichtet, wie das Ministerium mitteilt. Gefahren und Schadensfälle, die mit dem Wolf in Zusammenhang stehen, können dort gemeldet werden, sowie gefundene oder gesichtete verletzte und tote Wölfe. Die Fachstelle ist der zentrale Ansprechpartner – angesiedelt beim Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Die sechs Mitarbeiter dort seien für den gesamten Freistaat Sachsen zuständig. Die Stelle übernimmt die Aufgabe, „bei mutmaßlich von einem Wolf verursachter Verletzung oder Tötung von Schafen, Ziegen oder Gehegewild eine Rissbegutachtung durchzuführen“, so Ministeriumssprecherin Schulz. Dasselbe gelte auch, sofern bei anderen von Menschen gehaltenen Tieren, insbesondere Pferden, Rindern und Hunden Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Verletzung oder Tötung durch einen Wolf erfolgt sei. Die Landkreise und kreisfreien Städte haben die Möglichkeit, bei der Rissbegutachtung mitzumachen. Die örtlich zuständigen Behörden, inklusive Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämter, werden über die Begutachtungen und die Ergebnisse informiert. Eine Übersicht zur Rufbereitschaft und zum Ablauf der Rissbegutachtung wird bis Mitte Juni unter www.wolf.sachsen.de veröffentlicht. Bis Ende Juli bleiben allerdings noch die Landkreise und kreisfreien Städte für die Rissbegutachtung zuständig.

Die Fachstelle Wolf: Ab 1. Juni soll sie ihre Arbeit aufnehmen

Im kleinen Örtchen Deutschenbora bei Nossen wird die neue Fachstelle Wolf am 1. Juni ihre Arbeit aufnehmen. Ob Mitarbeiter des bisherigen Kontaktbüros auch dort beschäftigt sind, ist offen. Laut SZ-Informationen konnten sie sich um die Jobs bewerben. Die Fachstelle übernimmt künftig die Aufgabe, die Bevölkerung in Sachen Wolf zu informieren – über seine Verbreitung, die von ihm verursachten Schäden, seine Lebensgewohnheiten, gebotene Schutzmaßnahmen sowie bestehende Fördermöglichkeiten in diesem Zusammenhang. Sie stellt alle nötigen Fakten für Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung und unterstützt Behörden und andere Stellen bei diesen Aufgaben. Die Stelle dokumentiert Risse und erfasst auch tot aufgefundene Wölfe. Laut Ministerium kann sich jeder Interessierte, Betroffene oder Behördenvertreter mit Fragen und Informationen zum Wolf an die Fachstelle wenden. Alle Anliegen würden da entgegengenommen, bearbeitet und beantwortet beziehungsweise an die zuständigen Einrichtungen weitergegeben. Schon jetzt werden Anrufe und E-Mails, die beim ehemaligen Kontaktbüro eingehen, an die Fachstelle weitergeleitet.

Die Oberlausitzer: Wer Wolfshinweise entdeckt, soll sie weiterhin melden

Ein Reh mit Kehlbiss, das typische Heulen, ein Tier in den frühen Morgenstunden am Straßenrand, das nach Wolf aussieht – wer solche und ähnliche Beobachtungen macht, kann sie künftig an die Fachstelle Wolf melden oder an das Lupus-Institut für Wolfsmonitoring und -forschung. Auch wenn es für einige Oberlausitzer oder Sachsen schon zur Normalität gehört, sind solche Hinweise für die Forschung immer von Interesse.

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