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Ringdeich-Baustelle ist verlassen

Die Arbeiten sollten bereits im November fortgesetzt werden. Bis jetzt hat sich nichts getan. Der Zeitverzug nimmt zu.

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© Dietmar Thomas

Von Doreen Hotzan

Klosterbuch. Auf der Baustelle des Ringdeiches in Klosterbuch herrscht gähnende Leere. Weit und breit sind keine Arbeiter zu sehen. Dabei sollten die Bauarbeiten bereits im November fortgesetzt werden. Das hat Katrin Schöne von der Landestalsperrenverwaltung, kurz LTV, noch im Oktober verkündet. Im November teilte die Sprecherin auf erneute Nachfrage des DA mit, dass sich an diesen Plänen auch nichts geändert hat. Nach wie vor beharrte die Behörde darauf, dass es mit dem Bau auf jeden Fall wie geplant weitergehen wird. Katrin Schöne verwies darauf, dass die Auftragsvergabe an Firmen noch Ende November erfolgen sollte. Getan hat sich bis heute nichts. Doch woran liegt das? Auf Nachfrage bei der LTV hat der DA bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme erhalten.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Bauarbeiten verzögern. Die LTV musste sich für die Baumaßnahme in Klosterbuch eine neue Firma suchen. Denn die Betam Infrastructure GmbH, der das Projekt eigentlich anvertraut worden war, meldete im Juli Insolvenz an. Durch die Pleite ist jedoch schon jetzt ein Zeitverzug entstanden, der nur schwer wieder aufzuholen ist. So rechnet die LTV mit einem Gesamtbauverzug von etwa einem Jahr.

Bau in zwei Abschnitten

Dabei hat alles gut angefangen. Mit den Arbeiten wurde im November vergangenen Jahres begonnen. Vor allem die Anwohner registrierten das wohlwollend. Immerhin mussten sie in der Vergangenheit mitansehen, wie ihr Ort durch das Hochwasser absoff. 2002 waren die Deiche zu niedrig und konnten den Wassermassen nicht standhalten. Das Drama wiederholte sich elf Jahre später erneut. Denn auch 2013 wurde der Ort von den Wassermassen verschluckt. Der Ringdeich soll solche Katastrophen künftig verhindern und den Ort vor dem Wasser aus der Freiberger Mulde und von den Feldern schützen.

Es wird in zwei Abschnitten gebaut. 250 Meter Deich von der nördlichen Klostermauer bis zur Straße und 81 der insgesamt 370 Meter langen Hochwasserschutzmauer links der Muldenbrücke bis zur Überfahrt zum Wasserkraftwerk sollten bis Ende Juni dieses Jahres fertig sein. Diese Aufgaben sollte die insolvente Baufirma übernehmen. Nun wird für die Fertigstellung dieses ersten und zweiten Bauabschnittes die Mitte nächsten Jahres avisiert, wie LTV-Sprecherin Katrin Schöne informiert. Offen sind der Bau von 810 Meter Deich und 290 Meter Hochwasserschutzmauer. Mit diesen Bauarbeiten wird laut LTV nicht vor Mitte nächsten Jahres begonnen.

Für das gesamte Vorhaben in Klosterbuch wird mit Gesamtkosten in Höhe von rund 3,7 Millionen Euro gerechnet. Das Geld für das Projekt Ringdeich stammt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.