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Rittergelage und neue Bilder

Ob Kunst und Kultur oder Eintauchen in die Welt des Mittelalters. Auf Burg Kriebstein ist für jeden was dabei.

© André Braun

Von Andreas Neubrand

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Waldheim. Mit einer Bilderschau des Künstlers Winfried Hacker beginnt in diesem Jahr die Ausstellungssaison in der Burg Kriebstein. Unter dem Titel „Burg Kriebstein in zeitgenössischen Aquarellen“ werden in der kleinen Galerie 13 seiner Werke gezeigt. „Aquarelle eignen sich besonders gut für die Burg“, sagt Winfried Hacker. „Da kommen die einzelnen Steine und der Efeu besser zur Geltung. Außerdem kann man so die Farben für die Mauer besser mischen.“ Dass Winfried Hacker sich dabei auf die Burg selber beschränkt hat, war für ihn von Anfang an klar. „Ich habe mich schon vor Jahren in die Burg verliebt.“

Bei einem seiner Besucher fragte er an, ob er dort nicht auch seine Werke ausstellen könne. „Natürlich waren wir einverstanden“, so Gabriele Wippert, die auf der Burg zuständig für die Veranstaltungen ist. „Wir haben ihm dann angeboten, seine Bilder in der kleinen Galerie der Burg auszustellen.“ Doch dieses Angebot stellte den Künstler vor ein Problem. „Ich hatte nicht genügend Bilder, die den Platz hätten füllen können“, so der Maler. Den ganzen Sommer über habe er auf der Burg verbracht und gemalt, erinnert sich Hacker. „Die meisten malen die Zschopau, den Felsen und die Burg“, so Hacker. „Aber kaum einer kommt auf die Idee, nur die Burg zu malen.“ Doch er sei nicht wie die anderen, erklärt er. Und so habe er eben nur die Burg gemalt.

Die Aquarelle von Winfried Hacker passen deswegen gut in die jährliche Sonderausstellung im Museum der Burg. Das Thema in diesem Jahr: „Historische Ansichten der Burg Kriebstein. Gemälde. Grafiken. Postkarten. Fotografien.“ Rund 100 Exponate hat Gabriele Wippert aus dem Fundus der Burg zusammengestellt. „Das älteste Stück ist von 1800, aber wir stellen auch Werke aus der heutigen Zeit aus“, so die Kuratorin. Rund zwei Jahre dauerte es von der Idee bis zur Eröffnung. „Erst mussten wir die Bestände prüfen, dann sortieren, auswählen und wieder sortieren“, so Gabriele Wippert. „Manchmal müssen einzelne Bilder auch noch neu gerahmt werden“, ergänzt sie.

Doch auch über die beiden Ausstellungen hinaus hat die Burg Kriebstein in diesem Jahr wieder einiges zu bieten. Für musikalisch Interessierte gibt es zwei Konzerte. Das Osterkonzert mit Stücken von Vivaldi und Marcell, aufgeführt von Joachim Schäfer und den Bachsolisten. Und das Pfingstkonzert mit ausgewählten Stücken aus dem Frühmittelalter. Vorgetragen von dem Duo Praxedis aus Zürich.

Dazu werden auch interessante Rund- und Spaziergänge angeboten.

„So kann man bei einem Frühlings- beziehungsweise Herbstspaziergang auf den Spuren der alten Baumeister wandeln“, so Gabriele Wippert. „Und sich zum Beispiel erklären lassen, was es genau mit der Zugbrücke auf sich hat.“ Auch wer selbst in die Mittelalterzeit eintauchen möchte, komme auf der Burg auf seine Kosten. „Wir bieten ein historisches Rittermahl an. Neben einer kleinen Führung können unsere Gäste Speisen genießen, die wie damals zubereitet wurden“, sagt Wippert. Im Sommer gibt es traditionell vier Tage lang das mittelalterliche Burgfest mit Musik, Gaulkern und einem Mittelaltermarkt.

Wenn die Tage wieder kürzer werden, wird es etwas unheimlich für Besucher auf der Burg Kriebstein. „Bei Kerzenschein führen wir durch die dunklen Gänge und lassen die alten Burggeschichten wieder aufleben“, so die Veranstalterin. „Außerdem lassen wir in diesem Jahr bei einer Führung die Zimmermädchen der Familie Arnim aus dem Nähkästchen plaudern.“ Der Familie Arnim gehörte die Burg Kriebstein von 1825 bis 1945.