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Mit Hawaii-Punsch zum Striezelmarkt

Die Großröhrsdorferin Katrin Hantsche fährt mit neuen Ideen in die Landeshauptstadt. Es ist ihre 29. Saison.

Von Reiner Hanke
 5 Min.
Katrin Hantsche aus Großröhrsdorf schmückt ihre Glühweinstände auf dem Dresdner Striezelmarkt mit Tannengrün.
Katrin Hantsche aus Großröhrsdorf schmückt ihre Glühweinstände auf dem Dresdner Striezelmarkt mit Tannengrün. © René Paul

Großröhrsdorf. Noch ein paar Ananasstückchen dazu und die neue Kreation ist perfekt. Der Dresdner Striezelmarkt kann kommen. Dort wird die Großröhrsdorferin Katrin Hantsche in diesem Jahr ihren Glühweinpunsch Hawaii als Neuheit präsentieren. Ihre beiden gewaltigen Markthütten haben bereits in Teilen den Weg aus Großröhrsdorf durch die Dresdner Heide zum Altmarkt angetreten. Das ist immer ein Kraftakt – auch für die Zugmaschinen. Denn die massiven Bauten bringen ihre 3,5 Tonnen auf die Waage. Mit dem sogenannten Plattenhänger gehen die Hütten auf Reisen. Mit vier Winden werden die Häuschen angehoben und der Hänger darunter geschoben. Das ist Maßarbeit. In drei Teilen geht so ein Stand auf die Fahrt.

Bei der Sternhütte war der endgültige Name anfangs eigentlich nur der Arbeitstitel, wegen des achteckigen Grundrisses. Sind die Türen ausgestellt, sieht die Hütte von oben wie ein Stern aus. Bei Wind und Wetter findet man hier auch im Gebäude ein geschütztes Plätzchen. Für die Dresdner Hütte habe sie ein Geschäft mit Schwibbögen inspiriert: „Dann haben wir die Skyline von Dresden sägen lassen.“ Mit der Sternhütte feiert die Geschäftsfrau in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum auf dem Striezelmarkt. Als Händlerin ist sie dort schon lange am Ball, seit 29 Jahren. Da steht also noch ein größeres Jubiläum ins Haus. Allerdings war der Start nicht mit Punsch, sondern mit Textilien. Der Faible für das Heißgetränk erwachte erst später bei einem Pfefferkuchenmarkt in Pulsnitz, als sie sich mit zwei gut gefüllten dampfenden Töpfen mit einem Tischchen vor ihren Kindersachenladen stellte.

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Das Geschäft mit dem Glühwein ist inzwischen kräftig gewachsen. Aus dem Tischchen sind geräumige Hütten geworden, aus zwei Töpfen Glühwein, mehrere Dutzend Sorten. Vom Pfefferkuchen- bis zum Eierlikörpunsch. Und deren Hochzeit beginnt jetzt. Darum hat Katrin Hantsche auch Säge und Astschere zur Hand genommen. Vor ihr liegt ein großer Haufen Tannengrün. Das ist für die Advents-Deko ihrer Markthütten. Auch im Garten und auf der Terrasse weihnachtet es schon ein bisschen: „Im Advent ist ja kaum noch Zeit zum Schmücken“, sagt sie.

Die Hütten hat sie bereits in die Landeshauptstadt gebracht und aufgebaut.
Die Hütten hat sie bereits in die Landeshauptstadt gebracht und aufgebaut. © privat

Testlauf für die Saison war der Pulsnitzer Pfefferkuchenmarkt. Mit startet sie immer. Katrin Hantsche war sehr zufrieden mit dem Verkauf: „Wer dort kein Geschäft macht ...“ Auch der Hawaii-Punsch sei prima gelaufen. Bei Hawaii denkt man aber gewöhnlich an anderes als Punsch. Das kam so: Die Großröhrsdorferin ist nicht nur für ihre heißen Getränkespezialitäten bekannt. Sie ist auch eine passionierte Sportlerin. Als Triathletin radelt, läuft und schwimmt sie für den Kamenzer OSSV. Im Oktober erfüllte sich für Katrin Hantsche ein Traum. Beim Rennen im chinesischen Shanghai qualifizierte sie sich mit einem Sieg in ihrer Altersklasse (50 bis 54) für den „Iron Man“ im kommenden Jahr in Hawaii, ein Mythos, sagt sie, für jeden Triathleten. Für viele sei es unerreichbar. Nun darf sie selbst dabei sein. Beim Chatten mit dem Trainer nach dem Rennen kam die Idee, in diesem Jahr einen Hawaii-Punsch zu kreieren. Um die Freude über die Qualifikation, mit in die Glühweinsaison zu nehmen. „Hawaii-Punsch passt zu mir“, sagt sie.

Den Oberbürgermeister eingeladen

Im Frühjahr und Sommer trainiert Katrin Hantsche 20 bis 25 Stunden pro Woche. Aber jetzt bricht die Weihnachtsmarktzeit an. Da ändern sich die Prioritäten. Dann ist sie bis zu 20 Stunden täglich auf Achse in Sachen Heißgetränke. Oft bis halb 3 Uhr in der Nacht. Früh geht’s beizeiten raus, um die Stände wieder aufzufüllen. Ende des Monats geht es Schlag auf Schlag. Am 27. November startet die Großröhrsdorferin in Leipzig ins Glühweingeschäft, am 28. in Dresden und zuletzt in Chemnitz. Bis zu 50 Leute beschäftigt die Großröhrsdorferin in der Adventszeit in ihren sechs Hütten mit Getränken und Pulsnitzer Pfefferkuchenspezialitäten. Schließlich muss der Betrieb ja auch in mehreren Schichten abgedeckt werden – bis Weihnachten. Ab Januar laufen schon die Vorbereitungen für die nächste Saison . Die Hütten werden geputzt, repariert, neu ausstaffiert. Vieles ist an den Ständen Eigenbau und über die Jahre entstanden. Die neue Innenausstattung der Dresdner Hütte für dieses Jahr hatte aber ein Gaststättenbauer übernommen. Ideen für neue Produkte gehen durch den Kopf. Damit zum Pulsnitzer Pfefferkuchenmarkt die nächste Saison starten kann. 2019 werde es auch wieder Neuheiten mit Pfefferkuchen geben. Aber die Details hütet sie noch. Aus gutem Grund. Von rund 230 Ständen hätten über 50 mit Getränken zu tun. Neuheiten machen schnell die Runde.

Zum zehnjährigen Jubiläum der Sternhütte auf dem Striezelmarkt hat Katrin Hantsche übrigens auch den Dresdner Oberbürgermeister, Dirk Hilbert eingeladen. Vielleicht kommt er ja beim Marktrundgang bei ihr vorbei und probiert auch den Hawaii-Punsch aus dem Rödertal.