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Röderaue soll fusionieren

Ein Zusammenschluss mit den Nachbarn ist nur ein Vorschlag, den eine Beraterfirma der klammen Gemeinde macht.

© Eric Weser/Archiv

Von Eric Weser

Röderaue. Es ist rund 55 Seiten stark und soll helfen, die Röderaue wieder in sicheres finanzielles Fahrwasser zu manövrieren: das Sparkonzept einer Dresdner Beraterfirma. Diese externe Hilfe hatte sich die Gemeinde geholt, nachdem die Rechtsaufsicht beim Kreis Meißen eigene Sparvorschläge der Gemeinde unzureichend abgelehnt hatte. Die Berater haben die Finanzlage der Gemeinde analysiert und auf dieser Grundlage Vorschläge gemacht, um die Finanzlage bis 2022 zu stabilisieren. Dass einzelne Ideen politisch umstritten sein dürften, ist den Experten dabei bewusst. Was letztlich umgesetzt wird, ist aber auch nicht Sache der Berater, sondern des Gemeinderats. Die SZ zeigt die Ideen, die den Räten vorliegen.

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Grundsteuer erhöhen

Der Hebesatz der Grundsteuer B zu erhöhen – das ist nicht mehr nur ein Vorschlag der Experten, sondern seit dem Beschluss im jüngsten Gemeinderat (SZ berichtete) bereits ausgemachte Sache.

Ortschaftsräte abschaffen

Für jeden der vier Ortsteile der Röderaue gibt es einen separaten Ortschaftsrat. Das sei nicht zwingend erforderlich, so die Dresdner Berater. Jährlich bis zu 5 700 Euro ließen sich einsparen, würden sie mit der Kommunalwahl nächstes Jahr abgeschafft.

Mit Wülknitz fusionieren

Schon jetzt bilden die Röderaue und Wülknitz eine Verwaltungsgemeinschaft. Ein freiwilliger Zusammenschluss sei jedoch zu prüfen. Daraus könnten sich Synergien organisatorischer und finanzieller Art ergeben, heißt es. Dazu bedürfe es aber weiterer Untersuchungen.

Immobilien verkaufen

Grundstücke und Gebäude, die die Röderaue nicht zum Erfüllen von Pflichtaufgaben braucht, soll sie nach Ansicht der Berater verkaufen. Das habe einmalige und dauerhafte Effekte: Einmalig sei der Verkaufserlös. Was dauerhaft wegfalle, seien Bewirtschaftungskosten und Abschreibungen – und Mieterlöse. Allerdings seien die erfahrungsgemäß oft nicht kostendeckend.

Inselfest von Verein ausrichten lassen

Die Tochtergesellschaft Visio OMR als Inselfest-Organisatorin hat in den vergangenen Jahren viel Gemeinde-Geld verschlungen. Die überschuldete Firma soll nun Ende 2018 aufgelöst werden, das haben die Gemeinderäte bereits beschlossen. Um die Inselfest-Organisation soll sich künftig ein Verein kümmern, der mit einem Zuschuss von der Gemeinde in fester Höhe auskommen soll. Die Berater schlagen 15 000 Euro pro Jahr vor.

Elternbeiträge anheben

Mit ihren derzeitigen Elternbeiträgen für Krippe, Kita und Hort liege die Gemeinde eher im unteren bis mittleren Bereich. Hier empfehlen die Berater, die Beiträge auf nahezu das Maximum der zulässigen Prozente auf die Eltern umzulegen. Dadurch sei auf Basis der Daten mit einem jährlichen Beitrag von etwa 25 000 Euro jährlich zur Haushaltskonsolidierung zu rechnen.

Kredite neu verhandeln

Um sich finanziell Luft zu verschaffen, soll die Gemeinde nach Ansicht der Berater zum Beispiel die Tilgungsraten von Krediten verringern. Statt 10 Prozent soll die Tilgungsrate nur noch halb so hoch sein.

Organisation verbessern

Mit einem zentralen Vertragsregister sollen rund 1 000 Euro Einsparungen jährlich möglich werden. Auch eine Zentralisierung der Einkäufe, zum Beispiel für Bürobedarf, soll Einsparungen erbringen. Um den Immobilienbestand effizient zu steuern, soll ein neues Management-System her, bei dem auch Energieverbräuche auf den Prüfstand kommen.

Das Sparkonzept ist eine Anlage des Haushalts der Gemeinde Röderaue. Dieser liegt noch bis Ende der Woche für jedermann einsehbar zu den Öffnungszeiten der Gemeinderverwaltung im Bürgerbüro in Frauenhain aus.