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Versetzung von Stasi-Leuten dauert

Der Hüter der Stasi-Unterlagen will, dass frühere Stasi-Leute aus seiner Behörde versetzt werden. Doch Roland Jahn kämpft seit langem mit den Mühen der Ebene.

© dpa

Von Jutta Schütz

Berlin. In der Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen sind noch 34 Ex-Mitarbeiter des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit beschäftigt. Ihre rechtsstaatlich korrekte Versetzung sei ein zäher Prozess, sagte Behördenchef Roland Jahn. „In absehbarer Zeit werden aber weitere wechseln.“ Vor zwei Jahren waren es noch 48 einstige Stasi-Leute.

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Sieben Mitarbeiter hätten Stellen in anderen Behörden bekommen. Sechs seien in Rente gegangen, einer gestorben. Das Gesetz, in dem die Versetzung festgeschrieben ist, trat Anfang 2012 nach kontroverser Debatte in Kraft. Der einstige DDR-Oppositionelle Jahn hatte sich für die Änderungen aus Respekt vor den Opfern stark gemacht.

Die einstigen Stasi-Leute waren 1991 von der Gauck-Behörde übernommen worden. Sie würden mit ihren Kenntnissen des Stasi-Apparats beim Aufbau der neuen Behörde gebraucht, lautete damals die Begründung.

Auch wenn die Versetzung lange dauere - „das Signal für die Opfer ist entscheidend“, betonte Jahn. Einige der früheren Stasi-Leute hätten den einst Verfolgten inzwischen Respekt gezollt und sich zu ihrer Verantwortung bekannt. „Wir haben eine große Chance für die weitere Aufarbeitung, wenn die Empfindungen der Opfer anerkannt werden“, sagte der 60-Jährige. „Doch Vergebung kann man nicht verordnen. „

Er selbst stelle sich immer wieder der direkten Diskussion mit früheren Stasi-Leuten, so Jahn. Es gehe nicht um Abrechnung oder Rache. Er wolle vielmehr die Aufklärung auch knapp 25 Jahre nach dem Mauerfall voranbringen und dazu beitragen, den gesellschaftlichen Konflikt zu lösen.

Für ihn sei wichtig: „Die Vertreter des Unrechtsstaates bekommen nun Rechtsstaatlichkeit“, sagte der Bundesbeauftragte. Jeder Versetzungsfall werde sorgfältig sowie menschlich respektvoll geprüft. „Das braucht aber seine Zeit“, unterstrich Jahn. „Das ist der Rechtsstaat, jeder soll seine Einwände vortragen können.“ Bis wann die Versetzungen abgeschlossen sein sollen, blieb offen. (dpa)