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Rollsportler müssen umziehen

Die Anlage in Kriebstein ist zu schlecht. Deshalb will der Verein in Waldheim trainieren. Doch dort muss er eine Hallengebühr bezahlen.

© Dietmar Thomas

Von Cathrin Reichelt

Waldheim/Kriebstein. Jahrzehntelang hat der Kriebsteiner Rollsportclub 1961 auf der Rollsportanlage an der Turnerstraße trainiert. „Auf einmal geht das nicht mehr“, wundert sich Gemeinderat Jürgen Filz (CDU). Der Verein hat bei der Verwaltung eine finanzielle Unterstützung in Höhe von rund 860 Euro beantragt. Das Geld benötigen die Rollsportler, damit sie die Gebühr für die Stadtsporthalle in Waldheim bezahlen können. Dort trainiert der Verein, um konkurrenzfähig zu blieben, heißt es in dem Antrag. Die Trainingsmöglichkeiten in Kriebethal seien dafür ungeeignet.

Stars im Strampler aus Döbeln
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Weshalb, erklärt Wolfram Thieme, Ortsvorsteher von Kriebethal: „Als wir die Anlage im Jahr 2001 saniert haben, war sie in Ordnung. Sie ist ohne Beanstandungen abgenommen worden.“ Der einzige „Mangel“, den aber alle Freiluftanlagen hätten, seien Pfützen gewesen, die sich nach Regen auf der Fläche gebildet haben. Später sei dann die Reparatur der Mittelfuge notwendig geworden. „Sie hätte nur ausgeschabt und ausgegossen werden müssen. Aber die sogenannte Spezialfirma hat gepfuscht und die Fuge viel zu tief ausgeschnitten“, so Thieme. Hinzu komme, dass sich über mehrere Winter Laub auf der Fläche abgesetzt habe, dass dann mit dem Kärcher entfernt worden sei.

Dabei sei die Beschichtung des Bodens mit abgegangen. „Die müsste erneuert und eine Halle darübergebaut werden, wenn die Anlage geschützt werden soll“, meint Thieme. Eine junge Sportlerin bestätigt während der Gemeinderatssitzung, dass ein Training auf der Freianlage nicht mehr möglich ist. „Die Kriebethaler Turnhalle nutzen wir für die Pflicht, aber für die Kür ist sie viel zu klein“, sagt sie. „Dort nimmt man einmal Anlauf und ist schon wieder am Ende.“ Um im deutschen Vergleich bestehen zu können, müssen die Sportler aber beides beherrschen. Ein Training in einer großen Halle ist unabdingbar.

„Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) unterstützt das Ansinnen der Rollsportler. „Die Anforderungen sind heute andere als 1970. Unsere Außenanlage ist für Wettbewerbe nicht nutzbar. Jede Unebenheit kann zu Stürzen und Verletzungen führen“, sagt sie. „So eine Fuge, wie auf unserer Bahn, gibt es nirgendwo anders.“

Dass die Außenanlage in keinem guten Zustand ist, bestreitet keiner der Gemeinderäte. Trotzdem empfindet mancher solche Sonderzahlungen wie die Hallengebühr ungerecht gegenüber anderen Vereinen. „Deshalb sollten wir eine Regelung finden, die Gleichberechtigung für alle schafft“, schlägt Ronny Kroll (Freie Wähler) vor. Das solle aber in den Ausschusssitzungen beraten werden.

Es sei wichtig, die Vereine zu unterstützen, die etwas für die Kinder tun. Sonst gingen die Mädchen und Jungen woanders hin. „Und wir werden zu einem Klub der alten Leute“, so Kroll. Dem pflichtet Günther Friedrich (CDU) bei. Auch all jene verdienen Anerkennung, die jede Woche Kinder in einem Verein betreuen, meint er. Letztendlich stimmen alle Gemeinderäte der Zahlung der Hallengebühr in Waldheim für die Rollsportler zu.