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Rosenthaler Rudel reißt erneut Schafe

Die Problemwölfe haben diesmal auf einer Quarantäne-Weide von Martin Just zugeschlagen. Auch die war elektrisch gesichert.

© Jonny Linke

Von Jonny Linke

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Cunnewitz. Der Cunnewitzer Schafhalter Martin Just hat schon wieder mal Grund, richtig sauer zu sein. In der Nacht zu Montag haben erneut Wölfe sechs seiner Schafe gerissen. Höchstwahrscheinlich sind dafür wieder Tiere aus dem Rosenthaler Rudel verantwortlich, die bereits eine gewisse Meisterschaft im Überwinden eigentlich unüberwindbarer Barrieren entwickelt haben. Die Wolfsexperten waren gleich am Montagvormittag vor Ort und haben auch DNA-Spuren gesichert. Auch von deren Auswertung wird abhängen, wie sich der weitere Umgang mit dem Problemrudel gestalten wird.

Nur der etwas wehrhaftere Bock überlebte in der Nacht zu Montag den Angriff. Er soll jetzt einen Ehrenplatz direkt auf dem Just-Hof in Cunnewitz erhalten.
Nur der etwas wehrhaftere Bock überlebte in der Nacht zu Montag den Angriff. Er soll jetzt einen Ehrenplatz direkt auf dem Just-Hof in Cunnewitz erhalten. © Jonny Linke

Der Schäfer hat seine Hauptherde derzeit bei Wittichenau stehen. In Cunnewitz waren sechs neue Tiere sozusagen in Quarantäne untergebracht. Die Wölfe haben den hohen Zaun überwunden und dann ihrem Raubtier-Instinkt folgend alle Tiere attackiert. Nur ein Bock hat überlebt. Er konnte sich offenbar mit seinen Hörnern etwas zur Wehr setzen, was Spuren nahelegen. Offensichtlich hat er an zwei Stellen den massiven Stahldraht des Zaunes zerrissen und war zunächst ins Freie geflohen. Nach der Attacke kehrte er zurück auf die Koppel und beschnupperte die gerissenen Tiere. Der Bock soll jetzt einen Ehrenplatz direkt auf dem Hof von Martin Just erhalten – zusammen mit dem anderen Bock, welcher schon vier Wolfsrisse überlebt haben soll.

Immer wieder ist Martin Just Opfer der staatlich geschützten Wiederansiedlung des Wolfes in der Region geworden. Bereits mehrfach waren seine Herden für Pilotprojekte der Behörden ausgewählt worden, welche neue Schutzmöglichkeiten austesten sollten. Doch leider bis heute ohne Erfolg. Noch nicht einmal die Schäden aus den Rissen vom Oktober 2017 sind beglichen worden, klagt er. Martin Just hat nun insgesamt bereits 80 Tiere eingebüßt.