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Rossmann mit gutem Start

Immer neue Märkte eröffnen zwischen Fabrikstraße und Großenhainer. Wie geht das?

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© Claudia Hübschmann

Von Bernhard Teichfischer

Meißen. Seit gut einem Monat ist der Rossmann an der Großenhainer Straße geöffnet. Direkt neben Edeka, Lidl und Pfennigpfeiffer reiht er sich in die rechtselbische Meißner Shopping-Meile ein. Etwas weiter Richtung Zaschendorf wird mit dem Obi auch der Heimwerker bedient. Kann das gut gehen, so viele Märkte auf so engem Raum? Hat den Kunden wirklich noch ein Supermarkt gefehlt?

Rossmann-Marktleiter Andreas Keil kann dazu nur sagen: „Der Umsatz läuft bestens.“ Die Prognosen für den ersten Monat im laufenden Betrieb wurden weit übertroffen, wie der Filialleiter berichten kann. Das mag auf den ersten Blick verwundern, wenn man den Trubel in der engen Filiale auf der Neugasse im Gedächtnis hat. Dort ist meistens volles Haus, trauen sich viele Kunden gar nicht mit dem Einkaufswagen rein. Im neuen Geschäft geht es ruhiger zu. Jetzt um die Mittagszeit sind die Gänge weit und frei, hier und dort ragen ein paar Köpfe über die Regalreihen.

Andere Kundschaft

„Die Kundschaft ist einfach eine andere“, sagt Andreas Keil. Er war zuvor Leiter der Neugassen-Geschäftsstelle. Dort, so begründet er, wären eher Anwohner und Fußgänger zum Einkaufen gekommen. Da kann der Kunde auch keinen ganzen Wocheneinkauf wegtragen. Auf der Großenhainer Straße wurden dagegen gleich ausreichend neue Parkplätze geschaffen. Das erlaubt ein ganz anderes Kaufverhalten als auf der linkselbischen Seite. So ist der Durchschnittskauf an dem Standort höher als in der Altstadt, das heißt, der Umsatz pro Kunden fällt größer aus. An der Großenhainer Straße muss dieser den Einkauf nicht mehr nach Hause oder bis zum ein paar hundert Meter entfernten Parkplatz tragen, sondern kann bequem das Auto unmittelbar vor dem Laden vollpacken.

Auch sieht er den Vorteil im Zusammenspiel mit den umliegenden Märkten. Lidl, Edeka und Pfennigpfeiffer stellen in seinen Augen keine Konkurrenz für den Drogeriemarkt dar. „Wir ergänzen eher das Sortiment, als uns gegenseitig die Kunden wegzunehmen“, so Keil.

Fehlt noch was?

Yvonne Lamm vom Edeka-Markt gegenüber stimmt ähnlich freundliche Töne an. „Wir haben seit Eröffnung des Rossmann ganz neue Kunden, die vom neuen Nachbarn kommend mal vorbeischauen“, so die Filialleiterin. Über den Neuen am Platz hatte sie sich von Anfang an gefreut. „Er rundet das Einkaufsgebiet noch ab. Ich habe das gleich befürwortet.“

Bei Yvonne Lamm läuft jetzt das Weihnachtsgeschäft an. Die erste Welle, die Nikolauszeit, ist schon gut gelaufen. Jetzt, ab Anfang dieser Woche, erwartet sie den Weihnachtsansturm. Die Zahlen sprächen dafür, dass das Geschäft auch dieses Jahr wieder ein bisschen besser laufen wird. „Die Verkaufszahlen steigen seit unserer Eröffnung im September 2013 stetig“, sagt Yvonne Lamm. Der Rossmann-Leiter rechnet ebenfalls ab nächster Woche mit dem großen Weihnachtstrubel an den Kassen.

Ob das Gewerbegebiet im Dreieck zwischen Großenhainer Straße und Fabrikstraße damit jetzt komplett ist, bezweifelt Andreas Keil. Lebensmittel, Schreibwaren, Drogerieartikel – was kann da noch fehlen? „Eine Einkaufsmöglichkeit für Bekleidung zum Beispiel“, greift Keil das Thema auf. Oder ein Markt für Elektrogeräte. Ein solcher war vor zwei Jahren in Planung. Doch das Unternehmen Expert zog seine Pläne nach erheblichem Widerstand im Stadtrat schließlich zurück.