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Rossmann schließt die Drogerie-Lücke

Der Rohbau des neuen Marktes ist fertig. Um den Händler in die Stadt zu holen, waren mehrere Anläufe nötig.

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Von Eric Weser

Gröditz. Die Euphorie war immens, als im Vorjahr bekannt wurde, dass Rossmann in Gröditz eine Filiale eröffnen wird. Endlich wieder eine Drogerie in der Stadt, frohlockten viele. Eigentlich sollte schon um diese Zeit bereits die Eröffnung gefeiert werden. Doch der Abriss des vorher an der Stelle stehenden Autohauses hat länger gedauert, als zunächst gedacht.

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Das erzählt Martin Neuß. Der Bayer, dessen Immobilienunternehmen in Senftenberg sitzt, hat das Geschäft zwischen dem Alt- und Neueigentümer sowie Rossmann als Mieter eingefädelt und das Projekt entwickelt. Lange sei viel im Stillen passiert, sagt Neuß. Vier, fünf Jahre Vorlauf hatte das Vorhaben insgesamt, und es habe einiges an Überzeugungsarbeit gebraucht. So habe Rossmann anfangs zunächst nicht nach Gröditz kommen wollen, weil die Stadt den Verantwortlichen zu klein gewesen sei. Und auch der Alt-Eigentümer habe eine Weile gezögert, sein Grundstück zu verkaufen. Dass die Röderstadt den Drogeriemarkt nun doch bekommt, verdanke sich auch seiner Hartnäckigkeit, sagt Immobilienunternehmer Neuß und lacht.

Knappe anderthalb Millionen Euro werden in den neuen Flachbau an der Ecke von Haupt- und Stolzenhainer Straße investiert. Bauherr sei aber nicht er, sondern ein Kapitalanleger aus Südbayern, sagt Martin Neuß. Dem Investor gehören auch die benachbarten Immobilien, in denen Lidl und Kik ansässig sind. Auch diese Neubau-Projekte hat Martin Neuss einst entwickelt. Dreizehn Jahre liegt die Fertigstellung der damals jeweils zwei Millionen Euro teuren Märkte zurück.

Dreizehn Jahre – so lange wird sich nach SZ-Informationen auch Rossmann in den neuen Markt an der Bundesstraße einmieten. Läuft der Laden, kann das Großunternehmen beim Immobilieneigentümer Verlängerungsoptionen ziehen, dreimal fünf Jahre seien vorgesehen. – In Gröditz steigt die Vorfreude auf die in Aussicht stehende Drogeriemarkt-Eröffnung – auch Bürgermeister Jochen Reinicke (parteilos) begrüßte jüngst noch einmal die neue Einkaufsmöglichkeit.

Eine Drogerie gibt es in der Röderstadt schon seit dem Jahr 2013 nicht mehr. Damals hatte ein Jung-Unternehmer sich als Schlecker-Nachfolger an der Marktstraße mit einem Einzelgeschäft versucht. Er gab aber nach wenigen Monaten auf. Zeithain war es im vorigen Jahr ähnlich ergangen – das Drogeriegeschäft hatte die Inhaberin nach knapp zwei Jahren geschlossen. Wer es in den Gemeinden des Elbe-Röder-Dreiecks auf einen ganz bestimmten Drogerieartikel abgesehen hatte, der musste spätestens seitdem in die Nachbarstädte Riesa, Großenhain oder Elsterwerda fahren.

Und ein paar Wochen wird das wohl auch noch so bleiben. Denn am neuen Gröditzer Rossmann-Markt stehen noch so einige Bauarbeiten aus, sagt Martin Neuß. Außenputz, Estrich im Inneren, Elektroinstallation – alles das muss noch werden. Und zwar genau so, wie Rossmann sich das wünsche. Wie viele große Handelsunternehmen mache der Drogerie-Riese genaue Vorgaben, wie das künftige Mietobjekt ausgestaltet sein soll.

Rossmann will die neue Gröditzer Filiale – eine von mehr als 2 000 in ganz Deutschland – nach eigenen Angaben im Mai, spätestens aber bis Herbst dieses Jahres eröffnen. Sechs bis zwölf Mitarbeiter würden dem Unternehmen zufolge in der Regel pro Filiale beschäftigt.