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Döbeln

Roßwein feiert Heimatfest verspätet

Ohne Diskussion haben die Stadträte dem neuen Termin zugestimmt. Manchem kommt der Aufschub gerade recht. Die Bauhofchefin hat Bammel.

Wie an der Grünen Aue hat Roßwein schon an verschiedenen Ortseingängen für das Stadtjubiläum sowie das Schul- und Heimatfest im Sommer geworben. Das wird nun mit Zustimmung der Stadträte verschoben und 2021 nachgeholt.
Wie an der Grünen Aue hat Roßwein schon an verschiedenen Ortseingängen für das Stadtjubiläum sowie das Schul- und Heimatfest im Sommer geworben. Das wird nun mit Zustimmung der Stadträte verschoben und 2021 nachgeholt. © Dietmar Thomas

Roßwein. Die Bundesregierung hat mit ihrem Verbot von größeren Veranstaltungen bis Ende August den Organisatoren des Schul- und Heimatfestes 2020 eine wichtige Entscheidung abgenommen. „Eigentlich wollten wir die nun schon am 16. April erfolgte Absage erst später und zusammen mit den Straßenbürgermeistern und ihnen beraten“, sagte Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) zur Stadtratssitzung am Donnerstagabend. Das war entbehrlich.

Dem von der Verwaltung vorgeschlagenen neuen Termin vom 12. bis 18. Juli 2021 stimmten die Räte ausnahmslos zu. Damit halte sich Roßwein an eine Tradition, nämlich zwei Wochen vor Beginn der Sommerferien zu feiern. Einer anderen, dem Fünf-Jahres-Turnus, kann die Kommune wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Regelungen nun nicht treu bleiben. Das ist 1990 schon ein Mal passiert. Damals wurde das Fest wegen der Einheit und der Währungsunion verschoben.

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Keine Strafen wegen der Verträge

Die frühzeitige Festlegung des neuen Termins gebe Besuchern wie Mitwirkenden Planungssicherheit, sagte Lindner. Die Veranstaltungspartner sind dem Bürgermeister zufolge auch 2021 wieder mit im Boot. Für dieses Jahr aufgelöste Verträge zögen keine Strafen nach sich. „Wir haben das Fest ja nicht willkürlich, sondern wegen höherer Gewalt abgesagt“, begründete der Rathauschef. Den finanziellen Schaden, der der Kommune zum Beispiel durch Werbung entstanden ist, bezifferte Lindner auf rund 1.000 Euro.

Die Vorbereitung verschiedener Höhepunkte zum Schul- und Heimatfest war indes zum Zeitpunkt der Absage teils schon weit fortgeschritten. So haben die drei Kandidatinnen für das Amt der Schulfestkönigin bereits für ihren großen Auftritt geprobt. Eine von ihnen ist Maren Höhn. Die Roßweinerin, die derzeit ihr Fachabitur ablegt, will ihre Kandidatur aber für den Nachfolgetermin im nächsten Jahr aufrechterhalten, sofern es ihr möglich ist. Noch ist nämlich völlig offen, wie und wo es für die junge Frau nach dem Abitur weitergeht, erklärt ihre Mutter Uta Höhn. „Wenn Maren in der Nähe ist, möchte sie auf jeden Fall mit dabei sein.“

Die Chronik, die Historiker Matthias Wolf anlässlich des 800-jährigen Jubiläums der Stadt Roßwein ausarbeitet, konnte noch nicht vollendet werden. Nach Auskunft von Martina Thiele vom Roßweiner Heimatverein ist das Werk nicht vor Oktober dieses Jahres fertig. Den Zeitverzug begründet sie mit den Corona-Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen und Verzögerungen in der Druckerei.

Baumbestellung muss aufgeschoben werden

Unproblematisch sieht Martina Thiele die Verschiebung der im Museum geplanten Ausstellung zur Geschichte. „Die Bilder sind zum Großteil da, müssen aber noch gesichtet und aufgearbeitet werden“, so die Vorsitzende des Heimatvereins. Die Festverschiebung kommt ihr da sogar ein bisschen entgegen. „Es wäre ganz schön hektisch geworden, wenn wir das jetzt noch hätten machen müssen.“ Wegen der Kontaktbeschränkungen konnten die Heimatfreunde jetzt nicht wie geplant Gas geben.

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Nach dem Ratsbeschluss und mit dem neuen Termin wird sich Bauhofchefin Monika Weigel nun an die Forstbehörden wenden, bei denen sie für den Sommer schon tausende Fichten geordert hat. Dass diese Art Bäume die Straßenränder beim Fest schmücken, ist auch eine eher ungewöhnliche Roßweiner Tradition. „Ich hoffe, dass die Bäume noch ein Jahr im Boden bleiben können und sie uns somit 2021 zur Verfügung stehen“, so Monika Weigel. Ihre zweite Hoffnung ist, dass die Bäume einen nächsten trockenen Sommer überleben, der wieder vorausgesagt wird.

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