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Roßwein listet Brachen auf

Das Bauamt hat eine Übersicht erstellt. Diese soll helfen, zügig an Fördergeld für einen Abriss der Schandflecke zu kommen.

© Dietmar Thomas

Roßwein. In fast jedem Ort gibt es ein oder sogar mehrere Häuser, die ungenutzt, einsturzgefährdet und ein Ärgernis der Nachbarn sind. Solche Immobilien hat Matthias Lange, der stellvertretende Chef des Roßweiner Bauamtes, in den vergangenen Wochen erfasst. Dabei ging die Arbeit über ein bloßes Auflisten der Objekte selbst und das Anheften einiger Fotografien weit hinaus. Zu jedem der erfassten rund 40 Immobilien in der Stadt und den Ortsteilen gibt es eine Lagebeschreibung und Informationen über Fläche, Eigentumsverhältnisse, alte und gegenwärtige Nutzung, baurechtliche Einordnung wie Lage im Überflutungs- oder Naturschutzgebiet oder, ob sich Altlasten auf dem Grundstück befinden. Das alles herauszufinden, grenzte beinahe schon an Detektivarbeit. Denn nicht selten sind die Eigentümer durch Tod oder Wechsel unbekannt. Daher gehen auch Aufforderungen zur Sicherung der Brachen ab und an ins Leere, muss wie beim ehemaligen Gasthof in Gleisberg zunächst die Kommune einspringen.

Die Mühlstraße in Roßwein sieht traurig aus. Mehrere Grundstücke hat die Stadt schon erworben, damit später ein geförderter Abriss möglich ist. Findet sich für den Wiederaufbau ein Investor, könnten an dieser Stelle sogar kleine Eigenheime entstehen, die
Die Mühlstraße in Roßwein sieht traurig aus. Mehrere Grundstücke hat die Stadt schon erworben, damit später ein geförderter Abriss möglich ist. Findet sich für den Wiederaufbau ein Investor, könnten an dieser Stelle sogar kleine Eigenheime entstehen, die © Dietmar Thomas
Von der ehemaligen Kartonagenfabrik Grunau sind einige ruinöse Gebäude übrig geblieben. Das Haus vor der Eisenbahnbrücke möchte die Kommune erwerben und abreißen lassen, wenn auf dem Grundstück der Radweg Hainichen-Roßwein entlangführt. Wann es soweit ist
Von der ehemaligen Kartonagenfabrik Grunau sind einige ruinöse Gebäude übrig geblieben. Das Haus vor der Eisenbahnbrücke möchte die Kommune erwerben und abreißen lassen, wenn auf dem Grundstück der Radweg Hainichen-Roßwein entlangführt. Wann es soweit ist © Dietmar Thomas

Den Brachenkatalog hat Matthias Lange am Donnerstag dem Bürgermeister übergeben. Er geht davon aus, dass er die Liste in einer nächsten Sitzung den Stadträten vorstellen kann. Danach soll sie Arbeitsgrundlage sein. Leisnig hat ein solches Fachkonzept Brachen im Rahmen eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (Insek) schon vor mehreren Jahren verabschiedet und arbeitet damit. Die ersten Gebäude wie der ehemalige Gasthof Sächsischer Reiter in Bockelwitz und ein Flachbau im Ortsteil Klosterbuch sind weggerissen worden. Die detaillierten Auflistungen sollen nicht nur für die Kommune eine schnelle Orientierung sein, sondern genauso für die Entscheidungsbehörde. Leisnig hat zum Beispiel einen großen Teil der Abrisskosten für den Gasthofabbruch über das sogenannte Brachflächenrevitalisierungsprogramm erstattet bekommen. Auch Roßwein erhofft sich, entsprechend gut vorbereitet und mit einem Konzept rasch an Zuschüsse zu kommen – wenn denn alle Formalitäten geklärt sind. So gibt es zum Beispiel für Teile der Mühlstraße mehrere Vorschläge für ein neues „Gesicht“ dieser Straße im Zentrum. (DA/sig)

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