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Roßweiner Bündnis sagt Tillich ab

Die Willkommensinitiative schlägt die Einladung des Ministerpräsidenten aus. Andere Helfer fahren aber nach Dresden.

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© André Braun

Von Tina Soltysiak

Döbeln/Roßwein/Dresden. Auf eine gemeinsame Feier mit Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) haben die Mitglieder des Bündnisses „Willkommen in Roßwein“ (WiR) derzeit wenig Lust. Der hat für Freitag zahlreiche Willkommensbündnisse und ehrenamtliche Helfer in die Staatskanzlei eingeladen, um ihnen auf diesem Weg für ihr Engagement zu danken. Auch in Roßwein und Döbeln sind Einladungen eingetroffen. Doch die Meinungen, ob die Helfer hingehen sollten, gehen auseinander.

„Von uns fährt niemand hin“, erzählt Sophie Spitzner von WiR. Sie ist eine von 30 aktiven Mitgliedern. „Wir sind uns dahingehend einig, dass wir aufgrund der derzeitigen Stimmung in Sachsen und den jüngsten Vorfällen in Clausnitz und Bautzen wenig Grund zum Feiern sehen. Unsere Mitglieder sollen aber selbst einscheiden, ob sie nach Dresden fahren möchten“, erzählt Judith Sophie Schilling von „Willkommen in Döbeln“. 50 aktive Mitglieder zähle das Bündnis derzeit. Beide Initiativen unterstützen aber einen Brief an Tillich, den das Bündnis „Dresden für alle“ verfasst hat und dem Ministerpräsident überreicht.

Für Rolf Wittrin sind diese Veranstaltung und die Asylpolitik zwei getrennte Paar Schuhe. „Ich frage mich, was die Einladung zur Dankesveranstaltung mit der nun guten oder schlechten Aufnahme Geflüchteter zu tun hat? Ich bin kein Fan von solchen Veranstaltungen. Ich bin lieber an der Front, um den Flüchtlingen und Asylbewerbern zu helfen. Aber ich fahre zur Dankesveranstaltung. Ich zerreiße die Einladung nicht“, lässt er auf DA-Nachfrage wissen. Der Pastor wird als Vertreter der landeskirchlichen Gemeinschaft vor Ort sein. „Und mit mir kommen noch einige junge Leute, die schlicht und einfach dankbar sind für die Anerkennung ihres Einsatzes für die Flüchtlinge von höchster Stelle“, ergänzt Wittrin.

Der Wortlaut des Briefes an den Ministerpräsidenten ist unter www.sz-link.de/brief zu finden.