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Rote Karte für Blaue Adria

Bei einem EU-Gewässertest fiel in Sachsen nur ein See durch. Die Betreiber finden das ungerecht.

© Uwe Söder

Von Nadine Franke

Bei den derzeit hohen Temperaturen um die 30 Grad ist für viele Schwimmen die beste Abkühlung. In deutschen Gewässern geht das fast überall ohne Bedenken. Die Wasserqualität ist ausgezeichnet. Das ergab der Bericht der Europäischen Umweltagentur EEA, der am Dienstag in Kopenhagen erschien und die Daten des Vorjahres auswertete. Diese seien ein Indiz für die Wassersauberkeit in diesem Jahr.

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In Sachsen gibt es 30 EU-Badegewässer mit ausgezeichneter Wasserqualität. Zwei Seen, der Knappensee und der Silbersee im Landkreis Bautzen, wurden wegen Sanierungen nicht bewertet. Und die „Blaue Adria“ im Ortsteil Crosta der Gemeinde Großdubrau, Landkreis Bautzen, erhielt die Note „Mangelhaft“. Alle Gewässer wurden auf Darmbakterien geprüft. Die EEA rät, in mangelhaftem Wasser nicht zu baden.

Doch das finden die Betreiber nicht fair. „Wir kümmern uns um sauberes Wasser für unsere Gäste“, sagt Ines Schiemann, der mit ihrem Mann der Badebetrieb gehört. Die EU habe zu hohe Richtlinien. Die seien schwer einzuhalten. „Dabei haben wir sofort reagiert, als wir die Verunreinigung damals bemerkten“, sagt sie. Grund für das schlechte Testergebnis des Vorjahres seien Camper gewesen, die Müll in den See warfen. Das war ausgerechnet zur Zeit der Probenentnahme. „Wenn die Testergebnisse einmal feststehen, werden sie nicht einfach gestrichen, wenn das Wasser wieder sauberer ist“, erklärt Schiemann. Gebadet wird in der „Blauen Adria“ trotzdem.

In Deutschland entsprechen acht gemeldete Gewässer nicht den EU-Anforderungen. Das ist der höchste Wert der vergangen drei Jahre. Die Hälfte der betroffenen Gewässer befindet sich in Ostdeutschland. Oft seien starke Regenfälle und überlaufene Kanalisationen Grund für Verschmutzung. Oder so mancher Vogel hinterlässt im Wasser seinen Dreck. Für alle, die trotzdem in schlecht bewertetes Wasser wollen, hat EEA-Experte Peter Kristensen einen Rat: „Dann sollte man besser nicht nach starkem Regen baden.“

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Laut dem Sächsischen Ministerium für Soziales und Verbraucherschutz sind in Crosta nicht nur Camper das Problem. „Im Einvernehmen mit dem Landkreis Bautzen wurde die „Blaue Adria“ wegen schlechter Qualität, unter anderem wegen Blaualgen, zwischenzeitlich als EU-Badegewässer abgemeldet“, teilt Sprecher Jörg Förster mit. Damit sei es die Ausnahme. „Ansonsten haben die sächsischen EU-Badegewässer eine ausgezeichnete Wasserqualität.“ (mit dpa)

>>> Detaillierte Ergebnisse der Untersuchungen in Sachsen