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Bautzen

Rote Laterne hängt in Bautzen

Budissa Bautzen spielt gegen Hertha II remis und muss Optik Rathenow vorbei lassen. Der BFV kassiert die dritte Niederlage in Folge.

Auch Trainer Petrik Sander konnte das Ruder in Bautzen nicht herumreißen.
Auch Trainer Petrik Sander konnte das Ruder in Bautzen nicht herumreißen. © Torsten Zettl

Fußball-Regionalliga. Zwei Spieltage vor dem Saisonende in der Fußball-Regionalliga Nordost ist die FSV Budissa Bautzen ans Tabellenende zurückgefallen. Die Spreestädter kamen zu Hause gegen die U 23 von Hertha BSC (4.) zwar zu einem 1:1, mussten aber Optik Rathenow (2:1 gegen Altglienicke) vorbeiziehen lassen. Der Bischofswerdaer FV verlor in Auerbach mit 0:4 (0:1), hat aber als Tabellen-15. immer noch reelle Chancen, die Klasse zu halten. Schiebock steht bei 33 Punkten, es folgen Neugersdorf (31), Rathenow (27) und Bautzen (26). Stand jetzt gäbe es zwei sportliche Absteiger.

Im Stadion Müllerwiese übernahmen die Herthaner vor 341 Zuschauern sofort die Initiative. Einen Freistoß von Florian Krebs konnte Torhüter Christopher Schulz noch parieren (4.), drei Minuten später war er aber machtlos. Das Zuspiel von Krebs erreichte Anthony Roczen, der freistehend den Ball zum 1:0 ins Netz beförderte. Danach wirkten die Gastgeber geschockt.

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Das erste Lebenszeichen sendeten die Spreestädter nach 22 Minuten durch Niclas Treu, bei dessen Schuss Herthas Keeper Dennis Smarsch etwas Mühe hatte. Wenig später stand dem Berliner Schlussmann das Glück zur Seite, als Michael Schlicht einen an Jonas Krautschick verwirkten Foulelfmeter neben das Gäste-Tor setzte (24.). Der zweite Schock für die Bautzener, die anschließend nur knapp am 0:2 vorbeischrammten. Niko Koulis und Panzu Ernesto verpassten ihre Möglichkeiten.

Bischofswerda rutscht gehörig aus

Nach dem Wechsel warfen die Bautzener mit dem Mut der Verzweiflung alles in die Waagschale und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Merkel, Ciapa und Kasiar näherten sich dem Ausgleich, der nach 67 Minuten perfekt war. Aus Nahdistanz schob Roman Kasiar den Ball ein. Beim 1:1 blieb es bis zum Schluss, wobei beide Mannschaften noch Chancen zum Siegtreffer verzeichneten – die größte verpasste Kasiar völlig freistehend (81.). „Ich freue mich trotzdem für Roman, weil er wirklich gut trainiert hat“, sagte Trainer Petrik Sander. „Unter normalen Bedingungen wäre es ein sehr gutes Ergebnis gegen ein Spitzenteam, im Abstiegskampf hätten wir gern gewonnen. Aber auf dem Platz stand eine funktionierende Einheit, obwohl wir einen erkrankten Spieler und fünf Verletzte zu beklagen hatten.“ Redebedarf scheint es dennoch zu geben. „Wir müssen ein paar Dinge intern klären. Fakt ist, Mentalität schlägt immer sportliche Qualität.“ Was genau beziehungsweise welche Spieler Sander meinte, blieb am Sonntag offen.

Einen Tag zuvor waren die Bischofswerdaer im Auerbacher VfB-Stadion vor 405 Zuschauern bei winterlichen Bedingungen gehörig ausgerutscht. Dabei sah es in der ersten halben Stunde nicht nach einem Debakel für den BFV aus, denn der Aufsteiger bot den Hausherren Paroli und verzeichnete durch Thomas Sonntag auch die beste Torchance (6.). In der 37. Minute ging dann aber der VfB in Führung. Eine Flanke von Amer Kadric nutzt Marc-Philipp Zimmermann per Kopfball zum 1:0 – Torhüter Dominic Reissig, der sein erstes Viertligaspiel für den BFV absolvierte, war machtlos.

„Die erste Halbzeit war in Ordnung. Leider haben wir aber die große Chance, in Führung zu gehen, verpasst“, befand BFV-Trainer Erik Schmidt. „Dann aber bekommen wir durch einen Torwartfehler das 0:2 und anschließend hat es der VfB gut gemacht. Die Qualität der Auerbacher Offensive hat uns schließlich den Zahn gezogen.“ Vaclav Heger (49.), erneut Zimmermann (59.) sowie Daniel Tarczal mit einem kapitalen Distanzschuss (73.) schraubten das Ergebnis in die Höhe.

Die Schiebocker erwarten am vorletzten Spieltag den VfB Germania Halberstadt und gastieren zum Saison-Halali beim Meister in Chemnitz. Budissa Bautzen reist am kommenden Sonntag zum Derby nach Neugersdorf und empfängt am letzten Spieltag den ZFC Meuselwitz.

Bautzen: Ch. Schulz - Wockatz, Patka, Hoßmang, Krahl, Ciapa (79. Dartsch), Merkel, Krautschick (63. Bönisch), Schlicht, Treu und Kasiar.

Bischofswerda: Reissig - Kießling, Meinel, Mattern (79. Grellmann), Käppler, Zille (67. Gries), Kötzsch, Cellarius, Sonntag, Petracek (46. Rülicke) und Graf.