merken
Weißwasser

Rote Lichter aus Solidarität

Heiko Holtzheuer ist mit seiner Fensterbaufirma in Weißwasser vom Desaster der Veranstalter zwar nicht selbst betroffen. Aber er setzt ein Zeichen.

Rote Lichter bei Fensterbau Holtzheuer in Weißwasser. Firmenchef Heiko Holtzheuer wollte mit den Strahlern ein Zeichen setzen, damit nicht nur bei den Stadtwerken Weißwasser von der „Night of light“ etwas zu sehen ist, wie er sagt
Rote Lichter bei Fensterbau Holtzheuer in Weißwasser. Firmenchef Heiko Holtzheuer wollte mit den Strahlern ein Zeichen setzen, damit nicht nur bei den Stadtwerken Weißwasser von der „Night of light“ etwas zu sehen ist, wie er sagt © Joachim Rehle

Weißwasser. Zehn rote Strahler waren in der Nacht zum Dienstag auf das Firmengebäude von Fensterbau Holtzheuer in Weißwasser gerichtet. Es war die „Night of light“. Überall in Sachsen wurden Gebäude rot angestrahlt, um auf die Notlage der Veranstaltungsbranche aufmerksam zu machen. Großveranstaltungen sind bis Ende August verboten, aber auch viele kleinere Feste und viele Sportveranstaltungen fallen aus, weil die Organisatoren die Hygienevorgaben nicht einhalten können oder schlichtweg unsicher sind und deshalb lieber kein Risiko eingehen möchten.

Heiko Holtzheuer hat in seinem Bekanntenkreis viele, die in der Eventbranche tätig sind – sei es als DJs, als Techniker für Licht oder Ton oder auf andere Weise. Deshalb war es ihm wichtig, ein Zeichen zu setzen. „Wir wissen alle, was Corona mit der Region gemacht hat“, sagt er. Deshalb sollten in der Nacht der roten Lichter nicht nur bei den Stadtwerken Weißwasser die Scheinwerfer angehen. Er habe keinerlei Vorteil davon, dennoch sei es für ihn eine Selbstverständlichkeit gewesen, bei der „Night of light“ mitzumachen. Die ganze Nacht hindurch ließ er das Firmengebäude an der Forster Straße anstrahlen.

Küchen-Profi-Center Hülsbusch
Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!
Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!

Schon Goethe wusste: Essen soll zuerst das Auge erfassen und dann den Magen. Das gelingt besonders gut in einer schicken neuen Küche. Jetzt zum Küchen-Profi-Center Hülsbusch und sich beraten lassen.

Der Fensterbau-Betrieb, der auch Sauna- und Innenausbau leistet, hat in der Corona-Krise nicht die größten Probleme gehabt. „Die kommen erst jetzt. Denn die Lager sind leergefegt“, stellt der Firmenchef fest. Viele Zulieferer hätten Schwierigkeiten, weil Elektronik aus China und Glas aus Italien kommt oder besser gesagt, gerade nicht in gewünschtem Maße kommt. Arbeitsmäßig habe die Firma Holtzheuer viel zu tun. Was auch daran liegt, dass viele ausländische Arbeitnehmer auf den Baustellen derzeit nicht vor Ort sind.

Wie der Unternehmer aus Weißwasser sagt, habe sich durch Corona etwas ganz Entscheidendes verändert: die Hygiene auf den Baustellen. „Vor Corona hat es doch keinen interessiert, wenn sich die Handwerker nicht mal die Hände waschen konnten“, erklärt er.Jetzt könne er ganz anders Druck auf die Auftraggeber machen. Als Arbeitgeber sei er gesetzlich verpflichtet, seine acht Mitarbeiter zu schützen. Das sei in der Praxis aber schwer umzusetzen. Denn es mache nicht viel Sinn, wenn seine Mitarbeiter als einzige auf der Baustelle mit Mund-Nase-Schutz arbeiten.

„Die Panik vor Corona war groß. Das hat sich zum Glück nicht so bewahrheitet“, sagt er. Aber auch, dass man eben noch lange nicht durch sei und keiner wisse, was noch kommt. Auch deshalb hat sich Heiko Holtzheuer, der ursprünglich aus Halle/Saale stammt, nach eigener Aussage „vor knapp 30 Jahren in Weisswasser gestrandet und der Liebe wegen hier hängengeblieben“ ist, an der Nacht der roten Lichter beteiligt. Siehe rechts.

Mehr Nachrichten aus Weißwasser und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Weißwasser