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Rotes Kreuz eröffnet neues Krisenlager

Das DRK reagiert auf Flüchtlinge und Elbe-Hochwasser. Es schafft mehr Schlafsäcke, Feldbetten und Hilfsmaterial an.

© Sven Ellger

Von Tobias Wolf

Meißen/Dresden. Der Neubau an der Bremer Straße gleicht am Dienstag einem Bienenstock. Im Takt rollen Lastwagen an das Gebäude, Heckklappen öffnen sich, Paletten werden abgeladen. Bis Mitternacht werden die Regale des neuen Logistikzentrums gefüllt sein.

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Mit der Leichtbauhalle hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) jetzt eins der größten Krisenlager der Hilfsorganisation in der Bundesrepublik eröffnet, sagt Kai Kranich, Sprecher DRK Sachsen.

Mit dem neuen Krisenlager führt das DRK auch erstmals eine effektive Lagerhaltung wie im Handel ein. Statt Inventarlisten wie bisher händisch zu pflegen, übernimmt ab sofort eine ausgeklügelte Software das Kommando. Sobald Schlafsäcke oder Feldbetten aus den Regalen abgeholt werden, erfasst künftig ein Barcodescanner die wichtigsten Daten und übermittelt sie an das System. Damit können alle Abläufe bei der Warenausgabe, aber auch bei Neubestellungen beschleunigt werden.

Rund 450 Tonnen Material werden am Dienstag auf die Bremer Straße verlagert. Neben Schlafsäcken und Feldbetten sind das vor allem Zelte, Heiz- und Trocknungsanlagen, aber auch Waschmaschinen, Trinkwasserpackungen und Hygieneartikel. Die Vorräte sollen schnelle Hilfe bei Katastrophen und Notfällen ermöglichen. Bis zu 4 000 Menschen können damit sofort mit allem Notwendigen versorgt werden.

Früher auf 500 Menschen ausgerichtet

In der Vergangenheit wurden solche Güter oft nur bei Hilfseinsätzen im Ausland benötigt – die Vorratshaltung war bisher nur auf die Versorgung von 500 Menschen eingerichtet. Aber auch in Dresden kommen die Hilfsgüter immer wieder zum Einsatz, so bei Evakuierungen, wenn mal wieder auf irgendeiner Baustelle eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden wurde. Insgesamt 35 Notunterkünfte betreut die Hilfsorganisation sachsenweit. Knapp 50 000 Asylbewerber wurden seit Juli in den Einrichtungen registriert, davon allein rund 16 000 in Dresden. Alle sächsischen Notunterkünfte werden nun zentral aus der Friedrichstadt beliefert.

Nun ein solch großes Lager zu bauen und zu bestücken, resultiere aus den Erfahrungen der Flüchtlingskrise 2015, aber auch aus den Flutkatastrophen von 2002 und 2013, so das DRK.

Auf die Vorräte können künftig auch die sächsischen Landkreise zugreifen, wenn sie für eine Notlage mehr Material benötigen, als sie selbst haben. Kommen wieder Tausende Flüchtlinge innerhalb kürzester Zeit, können mit den Hilfsgütern zwei Erstaufnahmeeinrichtungen sofort bestückt werden.