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Rotes Kreuz hilft nicht mehr in Afghanistan

Die Taliban beschloss am Donnerstag, keinen Schutz mehr für die Hilfsorganisation zu garantieren. 2017 waren sieben Mitarbeiter des IKRK im Land getötet worden. 

Das afghanische Militär bei einer Operation in der Provinz Ghazni. © imago / Sayed Mominzadahvia

Kabul. Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) hat nach dem Entzug von Schutzgarantien durch die radikalislamischen Taliban seine Aktivitäten in Afghanistan eingestellt. Das bestätigte der Sprecher des IKRK in Afghanistan, Robin Waudo, am Donnerstag. 

Man habe noch nicht alle Informationen, warum die Taliban dies beschlossen hätten und sei von der Entscheidung überrascht worden, sagte Waudo. "Wir nehmen das aber ernst". Das IKRK könne seine Arbeit nicht fortsetzen, wenn die Sicherheit der Mitarbeiter und Teams nicht garantiert seien.

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Wenige Stunden davor hatten die Taliban eine Mitteilung veröffentlicht, in dem sie dem IKRK vorwerfen, nicht genannte frühere Vereinbarungen zu missachten. Darüber hinaus seien im Rahmen eines mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durchgeführten Impfprogramms verdächtige Aktivitäten und Sicherheitsbedenken festgestellt worden, hieß es in der Mitteilung.

Bereits im August des Vorjahres hatten die Taliban für rund zwei Monate die Schutzgarantien entzogen. Damals wurde dem IKRK vorgeworfen, seinen Verpflichtungen zur Unterstützung von Taliban in einem Gefängnis in Kabul nicht nachgekommen zu sein. 

Das IKRK leistet in Afghanistan medizinische Hilfe, überprüft Haftbedingungen in Gefängnissen oder birgt Gefallene verschiedener Konfliktparteien. Die Organisation hat rund 1600 Mitarbeiter im Land. 

Da sie bisher bei allen Konfliktparteien im Land einen besonderen Schutzstatus genossen hat, operiert sie in ganz Afghanistan ohne Sicherheitseskorten oder gepanzerte Fahrzeuge und ist auch in Gebieten aktiv, die von Taliban kontrolliert werden. 2017 waren allerdings sieben IKRK-Mitarbeiter im Norden des Landes getötet worden. Die Angriffe waren nicht von den Taliban für sich reklamiert worden. (dpa)