merken

Rückkehr in den Alltag

Die Monarchs spielen am Sonnabend bei den Berlin Rebels – vor deutlich weniger Zuschauern als im DDV-Stadion.

© Robert Michael

Von Maik Schwert

Rein theoretisch könnte die Kulisse ähnlich imposant ausfallen wie am vergangenen Samstag. Da sahen 7 100 Besucher im DDV-Stadion den 56:21-Erfolg der Dresden Monarchs gegen die Kiel Baltic Hurricanes. An diesem Sonnabend, 15 Uhr, gastieren die Elbestädter bei den Berlin Rebels. Deren Heimspielstätte, das Mommsenstadion, bietet gut 15 000 Plätze. Praktisch schauen sich die Duelle der American Footballer etwa 1 000 Gäste an – mal einige mehr, mal ein paar weniger.

Gesundheit und Wellness
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit und Wellness haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

Nach dem publikumsmäßigen Saisonhöhepunkt kehren die Monarchs zuschauertechnisch in den Alltag der ersten deutschen Liga zurück. „Die Kulisse gibt keinen großen Ausschlag“, betont Ulrich Däuber. Der Trainer sieht sogar einen Vorteil darin, dass der Tabellenzweite nach dem aufregenden Heimspiel beim Tabellendritten aufläuft: „Diese Lokalrivalität tut uns gut.“ Er redet vom Derbycharakter der Partie der Monarchs bei den Rebels. „Sie lauern auf einen Sieg gegen uns. Außerdem fahren unsere Anhänger mit und unterstützen uns lautstark.“ Das Spiel gilt als Lieblingsduell vieler Fans, und zwar auf beiden Seiten.

Athletische, fitte Spielertypen

Trotzdem wirkt die Partie gegen Kiel länger nach als andere. „Es war ein anstrengendes Duell“, erklärt der Trainer. „Physisch gesehen, wegen der Hitze. Das hat schon wehgetan.“ Umso mehr freut er sich darüber, dass seine Schützlinge die Fitness hatten, um 48 Minuten durchzuhalten – anders als der Gegner, der von Viertel zu Viertel mehr und mehr abbaute: „Darauf trainieren wir hin – hart, schnell, viel laufen. Das zahlt sich aus.“ Trotzdem gilt bei ihm die 24-Stunden-Regel: „Nach einem Tag machen wir einen Haken dran und weiter, denken ab da nur noch an die nächste Partie.“

Seine Spieler treten zwar auswärts bei einem anderen Gegner und vor einer anderen Kulisse an, aber ansonsten erwartet Däuber ähnliche Temperaturen. „Die Wärme macht den Berlinern genauso zu schaffen wie uns“, meint er. „Das hat der Sommer nun mal so an sich. Da heißt es vor allem genug trinken.“ Der Trainer fokussiert sein Team aufs Sportliche: „Es geht ums Spiel, nicht um die Verhältnisse drumherum.“ Am Donnerstagabend redet er noch mal auf sie ein: „Der Kopf spielt eine entscheidende Rolle.“ Das mit dem Mentalen trichtert Däuber seiner Mannschaft seit dem Wintertraining im Kraftraum immer wieder ein: „Sie müssen wissen, wie sie damit umgehen, wenn es hart auf hart kommt, damit sie weitermachen, auch wenn es schwerfällt.“ So wie gegen Kiel.

Leicht wird das Gastspiel der Dresdner in Berlin sowieso nicht. „Die Rebels haben eine starke Abwehr und wissen, dass wir gut werfen und das Feld überbrücken können“, sagt der Trainer. „Also probieren sie, uns zu Fehlern zu zwingen. Wenn wir das verhindern sowie Duell und Gegner beherrschen, gewinnen wir auch.“ Däubers Anspruch lautet: Dominanz ausstrahlen. Er hat die Athleten dafür: „Wenn wir oben mitspielen wollen, müssen wir diese Partien und Konkurrenten kontrollieren.“

Sein Maßstab heißt New Yorker Lions. Die Braunschweiger führen die Tabelle in der Nordstaffel nach vier Spieltagen an. Bisher sind die Monarchs genauso ungeschlagen wie der Spitzenreiter. Das soll auch bis zum ersten Aufeinandertreffen am 23. Juni im Heinz-Steyer-Stadion so bleiben. Dann erwartet der Trainer ein ausverkauftes Haus: „Wann, wenn nicht gegen das beste deutsche und europäische Team der vergangenen Jahre soll die Hütte voll werden.“ 3 500 Besucher – mehr dürfen nicht rein.