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Rücktritt wegen Trojanischem Pferd

Mitglieder des Dresdner Vereins Pro Mitsprache e.V. stehen hinter dem Kunstprojekt „Trojanisches Pferd“. Aber nicht alle: Der stellvertretende Vereinsvorsitzende ist aus Protest zurückgetreten.

© Pro Mitsprache

Wenige Tag vor dem Aufbau des Trojanischen Pferds vor dem Kulturpalast gibt es Streit in dem Dresdner Verein Pro Mitsprache e. V. Der stellvertretende Vorsitzende Axel Puhlmann ist am Montag mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Es habe „weder einen Vorstands-, noch einen Mitgliederbeschluss des Vereins zu Aktivitäten bezüglich der Aktion Trojanisches Pferd gegeben“, begründet er seine Entscheidung. Das sei eine Veranstaltung von René Jahn, einem ehemaligen Vertrauten von Pegida-Mitgründer Lutz Bachmann, und mehreren Unterstützern. Als Mitglied will er aber weiter bei Pro Mitsprache mitarbeiten.

Am Freitagabend soll das rund fünf Meter hohe Styroporpferd vor dem Kulturpalast aufgestellt werden. Die Aktion steht unter der Überschrift „Kunst ist frei“. Im Internet wird um Spenden für die Aktion geworben und dabei die Bankverbindung von Pro Mitsprache genannt.

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Puhlmann sagt, die Kommunikation im Verein sei der Grund für seinen Rücktritt, es gehe nicht um Geld. Pro Mitsprache „sollte ein Verein ohne jegliche Vereinnahmung sein“, also ohne Nähe zu einer politischen Position. „Jetzt droht ein bisschen die Gefahr, dass es heißt, Pegida oder Asylkritiker oder Rechtsradikale machen Kunst“, so der Boxdorfer, der dabei auch auf Zeitungsüberschriften verweist. Nach seinen Angaben ist in der kommenden Woche eine Mitgliederversammlung von Pro Mitsprache geplant, bei der es auch um die Ausrichtung des Vereins gehen soll. René Jahn, der nach Streit mit Lutz Bachmann im März 2015 aus der Pegida-Spitze ausgeschieden ist, war am Abend nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Unterdessen hat der Verein Atticus die Kunstaktion umgedeutet. Das Pferd symbolisiere „den schleichenden Angriff auf die Grundwerte unserer Demokratie unter der Bemäntelung von Heimatliebe“, stellte der Vorsitzende Eric Hattke fest. (SZ/csp)