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Ruhe vor dem Besucheransturm

Die Bühlauer Schwimmhalle ist fast fertig. Deshalb wollen manche Dresdner am liebsten schon jetzt planschen.

© Norbert Neumann

Von Juliane Richter

Jahrelang haben die Bewohner von Bühlau und den umliegenden Ortschaften auf ihre neue Schwimmhalle gewartet. Nun, da das Gebäude steht, die Zufahrt betoniert ist und selbst die Außenbeleuchtung einladend strahlt, wächst die Ungeduld. Beim Betreiber, der Dresdner Bäder-GmbH, häufen sich die Anrufe. „Viele haben gehört, dass wir die Halle im Probebetrieb testen, und wollen gern jetzt schon rein“, sagt Bäder-Chef Matthias Waurick.

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Die letzten Pflasterarbeiten stehen noch an. Ab dem 7. Dezember werden ausgewählte Gruppen zum Probeschwimmen in den Neubau gelassen.
Die letzten Pflasterarbeiten stehen noch an. Ab dem 7. Dezember werden ausgewählte Gruppen zum Probeschwimmen in den Neubau gelassen. © Norbert Neumann

Ganz so schnell geht es dann aber doch nicht, weil noch einige Restarbeiten anstehen. Zwar ist mittlerweile die Saunalandschaft mit den drei verschiedenen Kabinen im Obergeschoss fertig, doch die Infrarotkabine im Erdgeschoss wird erst in den kommenden Tagen eingebaut. Dieser Raum soll an den früheren Straßenbahnhof auf dem Gelände erinnern und wird in der Optik einer Straßenbahn gestaltet. Und auch das Herzstück der Halle – die Technik – muss noch angeschlossen werden. Nachdem die Probebefüllung der Becken gezeigt hat, dass beide dicht sind, mussten die Edelstahlwannen gereinigt werden. In dieser Woche werden sie nun mit frischem Wasser befüllt. Die mit Aktivkohle und Kies versehenen Filter sollen in Kombination mit Chlor für die richtige Wasserqualität sorgen. Die Heizung muss ebenfalls noch zugeschaltet werden.

Während ab dem 1. Dezember die Mitarbeiter ihren neuen Arbeitsplatz kennenlernen, wird der Probebetrieb vermutlich am 7. Dezember starten. „Der ist aber nicht für die breite Öffentlichkeit vorgesehen“, betont Waurick. Vielmehr geht die Bäder-GmbH direkt auf einzelne Interessenten zu, wie zum Beispiel auf Kindergärten. Auch jene Rehasportvereine, die künftig Kurse in der Halle anbieten, dürfen schon einmal Probe schwimmen, um die Abläufe kennenzulernen. Der Betreiber nutzt diese Phase wiederum, um die richtigen Einstellungen der Technik herauszufinden.

Genau nach Zeitplan wird die Halle dann am 9. Januar offiziell eröffnet. Über die Eintrittspreise schweigt Waurick nach wie vor. Diese sollen erst noch mit dem Aufsichtsrat der GmbH abgestimmt werden. Fest steht aber bereits, dass es für die Schwimmhallennutzer einen 90-Minuten- Sporttarif sowie einen 2,5-Stunden-Tarif geben wird. Und sogar eine Tageskarte ist möglich, auch wenn Waurick glaubt, dass die Nachfrage danach eher gering ist. Darüber hinaus wird es außerdem ein Saunaticket geben, das drei Stunden gültig ist und mit dem die Besucher auch das Hallenbad nutzen können. Die Sauna wird täglich von 10 bis 21 Uhr geöffnet, das Hallenbad zum Frühschwimmen schon um 6 Uhr. Aus Lärmschutzgründen muss die Schwimmhalle definitiv um 21 Uhr schließen. „Nach einem Jahr können wir aber einen neuen Antrag stellen. Gerade freitags und am Wochenende wäre es schön, die Halle bis 22 Uhr öffnen zu können“, sagt Waurick.

Viel Zeit für Freizeitschwimmer

Vieles wird sich in den nächsten Monaten einspielen müssen. Weil die Nachfrage nach den öffentlichen Zeiten bisher sehr groß zu sein scheint, will der Betreiber mittwochs, samstags und sonntags alle sechs Bahnen von 10 bis 21 Uhr komplett den Freizeitschwimmern zur Verfügung stellen. Sollte die Auslastung nicht stimmen, wird dort womöglich nach einigen Monaten gekürzt. Interesse an Schwimmzeiten gibt es genug. Allein 14 Schulen muss die Bäder-GmbH in den Zeitplan integrieren. Ab April nächsten Jahres wird dieser noch enger, weil dann das Georg-Arnhold-Bad wegen einer umfangreichen Sanierung geschlossen wird. Dann will die GmbH den dortigen Nutzern, wie etwa der Polizei oder der Feuerwehr, Bühlau als Alternative anbieten.

Trotzdem wird die neue Halle zu keiner Zeit nur von Vereinen oder Schulen genutzt. „Weil wir die Sauna durchgängig geöffnet haben, werden montags, dienstags, donnerstags und freitags immer mindestens zwei oder sogar drei Bahnen für die Freizeitschwimmer zur Verfügung stehen“, sagt Waurick. Sportliche Frühaufsteher können außerdem dienstags und freitags von 6 bis 8 Uhr ihre Bahnen ziehen.

Noch nicht ganz fixiert sind die Verträge mit den Kursanbietern. Anders als in den restlichen Dresdner Schwimmhallen führt die Bäder-GmbH die Kurse nicht mit dem eigenen Personal durch, sondern vermietet die Halle an Externe. Vorgesehen sind Kurse im Bereich Rehasport, Aquafitness, Aquagymnastik und Kinder- sowie Erwachsenenschwimmkurse. Letztere sollen mehrheitlich von der Volkshochschule angeboten werden.

Waurick rechnet damit, dass die Nutzer der neuen Halle überwiegend aus Bühlau, Weißig und dem Schönfelder Hochland kommen. Darüber hinaus könnte der rund neun Millionen Euro teure Neubau aber auch Pendler aus dem Umland ansprechen, die auf dem Heimweg hier anhalten.