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„Rumberg hat kein Interesse, das Thema anzufassen“

Die Linke diskutiert über den Prozess gegen die Gruppe Freital und die Folgen. Dabei wird auch Freitals Oberbürgermeister kritisiert.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Tobias Winzer

Freital. Der Prozess gegen die Gruppe Freital ist zwar seit Anfang März vor Gericht beendet, doch er wird die Stadt noch lange beschäftigen. Darin waren sich die Teilnehmer einer Diskussionsrunde am Mittwochabend einig. Rund 35 Menschen waren der Einladung der Linken-Landtagsabgeordneten Verena Meiwald gefolgt. In ihrem kleinen Parteibüro an der Dresdner Straße kamen Journalist Thomas Datt, Anwältin Kati Lang, die Freitaler Flüchtlingshelferin Steffi Brachtel und der Linke-Landtagsabgeordnete Lutz Richter zusammen. Sie wollten unter anderem diskutieren, wie es passieren konnte, dass die Gruppe Freital so lange aktiv war?

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Datt, der unter anderem für den MDR über den Prozess und die Gruppe Freital berichtet, versuchte eine Antwort. Dafür sprang er in den März 2015 – als die Proteste gegen das Flüchtlingsheim Leonardo begannen. Ob sich rechtsextreme Strukturen entwickeln und etablieren könnten, hänge davon ab, wie viel Widerstand dem entgegengesetzt werde. „In Freital ist das sehr ungenügend passiert. Es kam kaum etwas vom Stadtrat und dem damaligen Oberbürgermeister Klaus Mättig.“ Es sei bedenklich, wenn sich die Verantwortlichen wegduckten.

Anwältin Kati Lang, die im Prozess einen der Syrer vertrat, dessen Wohnung auf der Wilsdruffer Straße angegriffen worden war, appellierte an die Zuhörer, dass die Diskussion über die Taten der Gruppe Freital nun weitergehen müsse. „Man darf die Aufklärung für das, was in Freital passiert ist, nicht komplett an die Gerichte abschieben.“ Journalist Datt machte aber wenig Hoffnung, dass diese Diskussion von der Rathausspitze aus geführt wird. „Rumberg hat kein Interesse, das Thema anzufassen.“ Wie in vielen anderen Städten, in denen es rechtsextreme Gewalttaten gebe, habe man in Freital vor allem Angst um das eigene Image. „Es geht nicht um das eigentliche Problem.“ Meiwald ergänzte: „Rumberg duckt sich bis heute weg.“

Die Landtagsabgeordnete kündigte eigene Anstrengungen an. Dafür werde man sich in Zukunft stärker mit den linken und liberalen Kräften in der Stadt vernetzen. Sie sprach von einer stärkeren Zusammenarbeit mit Grünen, SPD und einem Teil der FDP. Auftakt dieser Initiative soll ein Kinderfest am 1. Mai sein. Linke, Grüne und SPD laden dann gemeinsam ans Weißeritzufer am Neumarkt ein.