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Dresden

Rund 270 Kinder bisher in Obhut

Bei prekären Familiensituationen reagiert das Jugendamt. Manche Eltern reagieren gewalttätig.

© dpa

Der Fall des Vaters, der offenbar die Inobhutnahme seines Neugeborenen verhindern wollte, hat vergangene Woche für Aufsehen gesorgt. Einen halben Tag lang war wegen der mutmaßlichen Drohung das Neustädter Klinikum von der Polizei bewacht worden. Das Bautzner Jugendamt war in diesem Fall für die Inobhutnahme zuständig. Doch auch in Dresden kommt es immer öfter vor, dass das Jugendamt eingreift und die Kinder aus ihren eigentlichen Familien herausreißt.

Aktuelle Zahlen zeigen, dass in diesem Jahr bereits rund 270 Dresdner Kinder davon betroffen waren, darunter auch 17 Säuglinge. „Gründe sind häufig die Drogenabhängigkeit der Eltern und die Erkrankung des Babys“, teilt das Jugendamt mit. Insbesondere der Konsum von Crystal hat in den vergangenen Jahren selbst bei werdenden Müttern zugenommen.

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Am häufigsten hat das Jugendamt in diesem Jahr bisher aber bei Jugendlichen eingegriffen. 150 Teenager im Alter von 14 bis 18 Jahren wurden in Obhut genommen. Bei den zwölf- bis 14-Jährigen waren es 34 Kinder, bei den Null- bis Dreijährigen genau 29 Kinder.

Dass sich Eltern dagegen heftig zur Wehr setzen, kommt auch in Dresden vor. Es kommt zu Gewaltandrohungen und auch direkt zu verbaler und körperlicher Gewalt. Dazu zählen Handgreiflichkeiten, das Werfen von Gegenständen, die Verwendung von Reizgas oder das Einsperren von Beteiligten. Im Jahr 2016 gab es 15 derartige Vorfälle, 2017 und 2018 jeweils zehn. In diesem Jahr haben die Mitarbeiter, die für die Deeskalation schwieriger Situationen besonders geschult sind, bisher vier solcher Vorfälle gemeldet.

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