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Rundkurs an der Hofewiese

Holger Zastrow hat in der Dresdner Heide eine Loipe spuren lassen. Das war aufwendiger als gedacht.

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© Kristin Richter

Von Thomas Drendel

Langebrück. Es müssen nicht unbedingt das Erzgebirge oder gar die Alpen sein: Zum Eldorado für Langläufer entwickelt sich immer mehr die Dresdner Heide. Jetzt ist dort sogar eine professionell gespurte Loipe zu finden. Rund um die Hofewiese hat Holger Zastrow eine Strecke von zwei Kilometern angelegt. „Sie führt am Rand der eigentlichen Wiese entlang. Zusätzlich haben wir noch einige Schleifen gezogen, sodass Langläufer eine ausreichende Tour absolvieren können“, sagt der Betreiber des Landgasthofes Hofewiese.

Die Idee hatte er vor einigen Tagen. „Zu uns in die Gastwirtschaft kommen immer mehr Skifahrer. Ihnen wollten wir zusätzlich etwas anbieten.“ Die Umsetzung war dann doch aufwendiger als gedacht. Woher einen Motorschlitten bekommen und die Gerätschaften zum Spuren? „Ich habe bei der SG Schmiedeberg im Erzgebirge angerufen. Dort habe ich einen Bekannten. Die Sportler haben dann ihren Motorschlitten auf einen Anhänger geladen und sind an einem Nachmittag hergekommen. Jetzt haben wir hier eine super gezogene Loipe.“ Sie ist bereits in den vergangenen Tagen eifrig genutzt worden.

Aprés-Ski-Party steigt

Er rechnet am Wochenende wieder mit zahlreichen Wintersportlern. „Sonne und Temperaturen um den Gefrierpunkt versprechen beste Verhältnisse.“ Er stellt sich natürlich in seiner Gastwirtschaft auch auf den Andrang ein. „Wir werden einen zweiten Glühweinausschank eröffnen und ein zusätzliches Imbissangebot wird es auch geben“, sagt er. Passend zur winterlichen Atmosphäre lädt Holger Zastrow am heutigen Sonnabend erstmalig zu einer Aprés-Ski-Party ein. Ab 15 Uhr legt der Langebrücker DJ Sven Parthum alias DJ Partyingenieur im Festzelt auf.

Schon die vergangenen Wochenenden haben gezeigt, dass die Besucher auch im Winter in Scharen kommen. „Das hätten wir so nicht erwartet. Wir werden deshalb an jedem Wochenende geöffnet haben.“ Die Gastwirtschaft stellt das durchaus vor Probleme. „Wegen der Kälte frieren uns die Wasserleitungen ein. Wir müssen das Wasser deshalb in Kanistern heranschaffen.“ Die Hofewiese wird zudem immer noch über einen Baustromanschluss versorgt. Seine Kapazität reicht oft nicht aus. „Wir benötigen gerade jetzt viel Energie, um beispielsweise den Glühwein zu erhitzen. Da kommt es schon öfter vor, dass die Sicherungen durchbrennen.“

Heizung für Getränkeflaschen

Getränkeflaschen müssen ebenfalls vorgeheizt werden damit sie nicht platzen und der WC-Wagen wurde geschlossen. „Er drohte einzufrieren. Jetzt haben wir als Übergangslösung Dixi-Toiletten.“ Überhaupt sei vieles noch improvisiert. „Glücklicherweise nehmen uns die Gäste die kleinen Pannen nicht krumm.“ Die gute Besucherresonanz kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die wirklich schwierigen Aufgaben noch bevorstehen. Das Haus muss eine ordentliche Abwasseranlage bekommen. Außerdem muss der Gasthof saniert werden. Beides ist sehr aufwendig und teuer.